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Das Projekt "Urbane Wärmewende"

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Wärmewende für Berlin – Forschungsprojekt gestartet

►   Wie kann Berlin umwelt- und klimaschonender mit Wärme versorgt werden? ►   Wichtiger Baustein im Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm ►   Bernd Hirschl: „Keine Klimaneutralität ohne Wärmewende“         

Berlin, Januar 2017 – In Deutschland wird ein Drittel der Energie genutzt, um Raumwärme und Warmwasser zu erzeugen – bislang ganz überwiegend auf Basis fossiler Brennstoffe. Während die Energiewende in der Stromerzeugung bereits fortgeschritten ist, fehlen Ansätze für eine umwelt- und klimaschonende Wärmeversorgung bislang weitgehend. Das neue Forschungsprojekt „Urbane Wärmewende“ entwickelt nun am Beispiel der Stadt Berlin Empfehlungen für eine sozial-ökologische Transformation der Energieinfrastrukturen.
„Mit den Forschungsergebnissen möchten wir den neuen Berliner Senat, aber auch Politik, Verwaltung, Unternehmen und die Zivilgesellschaft unterstützen, etwa bei Themen wie einer urbanen Wärmeplanung, bei der Identifikation von Quartierslösungen oder bei der stärkeren Kopplung der Sektoren Strom und Wärme“, sagte Projektleiter Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Das dreijährige Projekt führt das IÖW gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der TU Berlin, der Universität Bremen und weiteren Partnern mit Förderung des Bundesforschungsministeriums durch. Unter http://www.urbane-waermewende.de stellt sich das Projekt vor.

Drei Berliner Kieze werden „Reallabore“
In dem Projekt werden drei Berliner Stadtteile zu sogenannten „Reallaboren“, in denen unterschiedliche Wärmeszenarien simuliert und bewertet werden. Die Wissenschaftler/innen folgen dabei dem Leitbild einer urbanen Wärmewende – eine städtische Wärmeversorgung, die umwelt- und sozialverträglich sowie intelligent mit anderen Infrastrukturen vernetzt und resilient gestaltet ist. Hierbei arbeiten die Forscherinnen und Forscher in verschiedenen Arbeitsformaten eng mit Akteuren aus der Praxis zusammen, um etwa folgende Fragen zu beantworten: Welche Entwicklungsoptionen der Wärmeversorgung sind auf Basis weitgehend CO2-freier Energieerzeugung machbar und wie können sie bewertet werden? Wie verwundbar oder robust sind die Energiesysteme? Welche Governanceformen eignen sich, und welches Zusammenspiel von privaten und öffentlichen Akteuren ist sinnvoll? Und nicht zuletzt: Wie ist die Wärmewende betriebswirtschaftlich, wie kommunalwirtschaftlich zu bewerten?

Wärme-, Gas- und Strominfrastrukturen intelligent vernetzen
„Für eine klimaschonende Wärmeversorgung haben Städte eigene Herausforderungen und Potenziale“, sagte Hirschl. „Aufgrund der hohen Nachfrage in Ballungsräumen können Haushalte und Gewerbe sowohl mit dezentral hergestellter Wärme als auch über das Leitungsnetz versorgt werden.“ Derzeit werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, es bestehen aber noch große Unsicherheiten bei politischen Entscheidern, welche Aspekte bei der zukünftigen Wärmeversorgung wichtig sind. Energieexperten sehen einen Schlüssel für das Gelingen der Energiewende insbesondere darin, die unterschiedlichen Energieinfrastrukturen (Strom, Wärme, Gas) noch mehr und intelligenter miteinander zu vernetzen.

Wärmewende: Großer Baustein im Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm
Fast die Hälfte der CO2-Emissionen Berlins fallen derzeit durch die Wärmeversorgung im Gebäudebereich an. Diese müssen bis 2050 drastisch gesenkt werden, so sieht es das im vergangenen Jahr vom Senat beschlossene Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm vor, das die neue Berliner Regierung umsetzen will, um Berlin damit zu einem Vorreiter im Klimaschutz und in der Energiewende zu machen.
Den Entwurf für das Programm hatte das IÖW mit mehreren Partnern in einem breiten Beteiligungsprozess erarbeitet. „Mit dem Projekt ‚Urbane Wärmewende‘ nehmen wir uns nun eine der härtesten Nüsse vor, die Berlin auf seinem Weg in die Klimaneutralität zu knacken hat“, ordnete Hirschl die Bedeutung einer nachhaltigen Wärmeversorgung für Berlin ein. „Ohne erfolgreiche Wärmewende wird Berlin nicht klimaneutral werden können.“
Andere Städte sollen von den Erkenntnissen aus dem Berliner Projekt lernen können, so der Anspruch der Wissenschaftler, die sich vorgenommen haben, verallgemeinerbare Erkenntnisse zu urbanen Transformationsprozessen hin zur Wärmewende zu erarbeiten. 

Über das Projekt
Das Projekt „Urbane Wärmewende – Partizipative Transformation von gekoppelten Infrastrukturen mit dem Fokus auf die Wärmeversorgung am Beispiel Berlin“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Fördermaßnahme „Nachhaltige Transformation urbaner Räume“ des Programms Sozial-ökologische Forschung (SÖF) gefördert. Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung arbeitet im Projekt mit Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der Technischen Universität Berlin und der Universität Bremen zusammen. Projektleiter ist Prof. Dr. Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung.
Mehr Informationen unter: http://www.urbane-waermewende.de
Text: Richard Harnisch Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, gemeinnützig

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Die Energiewende in Deutschland schreitet voran. Wasserkraft, Wind, Sonne und Biomasse lieferten 2015 etwa 35 Prozent des Stroms. Der ambitionierte Wandel zur klimafreundlichen Versorgung mit Energie vollzieht sich in allen Bundesländern. Doch regional klaffen große Unterschiede. Diese identifizierten nun Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ). In ihrer ersten Detailstudie zur räumlichen Struktur der deutschen Stromversorgung entstand eine detaillierte Energiewende-Landkarte. Sie stellt Vorreiter und Nachzügler unter allen 12.066 deutschen Gemeinden klar heraus und weist den Weg, wie Deutschland auch in Zukunft seiner globalen Vorbildrolle gerecht werden kann.         

Die Energiewende-Landkarte stellt Vorreiter und Nachzügler unter allen den deutschen Gemeinden klar heraus.   Foto:Applied Energy/ElsevierDie Energiewende-Landkarte stellt Vorreiter und Nachzügler unter allen den deutschen Gemeinden klar heraus. Foto: Applied Energy/ElsevierDie erste Energiewende-Landkarte für ganz Deutschland
„Die dezentrale Energiewende ist Realität und findet flächendeckend über das gesamte Land statt“, sagt Prof. Dr.-Ing. Daniela Thrän, die am UFZ das Department Bioenergie leitet und gleichzeitig am Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) forscht. Weit vorne rangieren Gemeinden an der Westküste Schleswig-Holsteins mit zahlreichen Windparks und Biogasanlagen. Stark bei der regenerativen Stromerzeugung aus Wind, Sonne und Biomasse sind auch weite Gebiete in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Nachholbedarf haben dagegen Großstädte wie Berlin oder industrielle Ballungszentren in Hessen und Baden-Württemberg.

Das Team um Daniela Thrän untersuchte, wie weit der Wandel zur CO2-neutralen Stromerzeugung in allen 12.066 Gemeinden Deutschlands bereits vorangeschritten ist, und veröffentlichte die Ergebnisse im Fachblatt Applied Energy. Dafür analysierten die Forscher alle bis Mitte 2015 verfügbaren Daten zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch. Ergebnis ist eine Landkarte der deutschen Energiewende, auf der jede Bürgerin und jeder Bürger den Fortschritt seiner Heimatgemeinde erkennen kann. „Deutlich sticht eine räumliche Dissonanz zwischen Verbrauch und Erzeugung heraus“, sagt Daniela Thrän. Ländliche Regionen mit viel Platz für Wind- und Solarparks bei zugleich dünner Besiedelung erreichen so leichter eine gute Position. Verdichtungsräume mit hohem Industrieanteil haben dagegen noch größere Aufgaben zu bewältigen, ergänzt Sebastian Rauner, Erstautor der Studie.

Ein Vielzahl von brauchbaren Daten für das Gelingen der Energiewende
In Deutschland steht die geballte Stromerzeugung der 770 konventionellen Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke den jeweils geringeren Strommengen der mehr als 1,5 Millionen im ganzen Land verstreuten Solar-, Biogas- und Windanlagen gegenüber. Diese Zahlen setzten die Forscher in Bezug zum regionalen Stromverbrauch. Durchschnittlich betrug dieser im Jahr 1,32 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Dicht besiedelte Städte und Industrieregionen kamen daher zwangsläufig auf höhere Werte als Flächengemeinden auf dem Land. „Aber ein Landbewohner ist daher nicht automatisch ein besserer Klimaschützer als ein Städter“, betont Daniela Thrän.

Der ambitionierte Wandel zur klimafreundlichen Versorgung mit Energie vollzieht sich in allen Bundesländern. Doch regional klaffen große Unterschiede.   Foto:UFZ / André KünzelmannDer ambitionierte Wandel zur klimafreundlichen Versorgung mit Energie vollzieht sich in allen Bundesländern. Doch regional klaffen große Unterschiede. Foto:UFZ / André KünzelmannFür die Bewertung der einzelnen Gemeinden war den UFZ-Forschern das Zusammenspiel der regenerativen Stromerzeuger besonders wichtig. Wind- und Solarparks mit einer wetterabhängig schwankenden Stromerzeugung sollten im Idealfall mit flexiblen Kraftwerken, die etwa Biomasse oder Wasserkraft nutzen, kombiniert werden. Denn erst im Verbund ergibt sich eine hohe Versorgungssicherheit rund um die Uhr und über das gesamte Jahr. Auf der Grundlage dieser relevanten Aspekte entwickelten die Forscher einen Energiewende-Indikator (Smart Renewable Power Provision Indicator, SREPP), der nicht nur die schiere Strommenge, sondern auch die Flexibilität eines dezentralen Kraftwerkensembles berücksichtigt.

„Von Flensburg bis Konstanz, von Aachen bis Görlitz ist die deutsche Energiewende bisher auf einem guten Weg“, sagt Daniela Thrän. Doch in der nun einsetzenden Phase müssten die räumlichen Unterschiede verringert werden. „Anreizprämien für bisher wenig entwickelte Gebiete halte ich für einen wichtigen Aspekt im Hinblick auf kommende Reformen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG)“, so die Umweltingenieurin. Mit einer stärkeren räumlichen Planung seien auch die ehrgeizigen Klimaziele Deutschlands, gekoppelt mit effektiver Absicherung gegen Blackouts und begrenztem Ausbau der Stromnetze, weiterhin erreichbar.
Daniela Thrän und ihre Kollegen werden auch in Zukunft den grundlegenden Wandel der deutschen Stromversorgung im Blick halten. Für 2017 planen sie die nächste Energiewende-Landkarte. Dann werden auch Daten zu Stromverbrauch und Stromerzeugung über das Jahr 2014 hinaus einfließen – wie etwa die Ausbeute der ersten Offshore-Windkraftwerke in Nord- und Ostsee. Auch die  Akzeptanz der Bürger wollen die Wissenschaftler dann genauer ins Auge fassen, denn die ist für die Energiewende ein weiterer wichtiger, aber schwer zu messender Aspekt.

Text: Susanne Hufe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung -  UFZ,   nicht beschriftete Bilder: pixabay

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Welchen Wert Sonnenenergie auch unter den extremen Witterungsbedingungen der Antarktis bietet, zeigt seit März 2016 das Norwegische Polarinstitut in seiner Forschungsstation „Troll“. Eine Solaranlage mit 7,3 Kilowatt Nennleistung, zu der LG seine Hochleistungsmodule LG NeON 2 beigesteuert hat, soll bestätigen, wie mittels Photovoltaik eine größere Unabhängigkeit von der sonst üblichen Stromerzeugung mit Dieselgeneratoren erzielt werden kann. Was vor dem Hintergrund der extremen Kälte der Polarnacht fast surreal anmutet, könnte tatsächlich Schule machen: Schließlich sind während des antarktischen Sommers Tage mit bis zu 24 Stunden konstanter Lichteinstrahlung zu verzeichnen – im Jahresmittel ist das etwa mit Werten in Norddeutschland vergleichbar.

Solaranlage unter extremen Wetterbedingungen
Die Solaranlage für die Forschungsstation „Troll Green Station“ wurde insbesondere von drei Unternehmen umgesetzt: LG lieferte seine LG NeON 2-Photovoltaikmodule und das Know-How zum Einsatz unter extremsten Klima- und Wetterbedingungen der Polarregion - schließlich müssen die verwendeten Module Temperaturen von bis zu -60° Celsius und Windgeschwindigkeiten von über 280 km/h trotzen. Der deutsche Befestigungs-Spezialist AmbiVolt Energietechnik GmbH lieferte ein speziell angepasstes Montagesystem in V-Form mit Aluminiumschienen, mit dem die Photovoltaikmodule auf dem Dach des Stationsgebäudes Blåbo-I montiert wurden. Das norwegische Unternehmen GETEK AS, das sich auf Solarlösungen für extreme Klimazonen spezialisiert hat, konzipierte die technische Infrastruktur, die den erzeugten Sonnenstrom ins Netz der Forschungsstation einspeist.

„Wir sind sehr stolz, am Projekt Troll Green Station mitwirken zu können“, sagt Michael Harre, Vice President der EU Solar Business Group bei LG Electronics. „Forschungsstationen und andere Einrichtungen ohne Zugang zum Stromnetz werden mittelfristig stark vom Einsatz der Photovoltaik profitieren. Im Sinne einer nachhaltigen Energieerzeugung kann der Verbrauch an Dieseltreibstoff zur Stromerzeugung deutlich gesenkt werden.“ Bereits jetzt ist die Forschungsstation Troll, in der im antarktischen Sommer bis zu 40 Forscher leben und arbeiten, auf eine Minimierung des ökologischen Fußabdrucks ausgelegt.

LG Solar in der ArktisSo kann der Energieverbrauch beispielsweise durch intensive Recyclingmaßnahmen und die Abwärmerückgewinnung des Generators reduziert werden. „Das Photovoltaik-Projekt fügt sich als weiterer Baustein in dieses übergreifende Konzept ein und wird wertvolle Impulse für die Planung ähnlicher Projekte liefern. Und natürlich gehen von solchen Tests unter Extrembedingungen auch Erkenntnisse aus, die in die weitere Produktentwicklung bei LG Electronics einfließen“, so Harre.

Das Hochleistungsmodul LG NeON 2, das im Projekt Troll Green Station zum Einsatz kommt, ist dank der modernen CELLO-Technologie besonders effizient: Dabei ersetzen zwölf Drähte die sonst üblichen drei Ribbons pro Solarzelle, was für eine bessere Lichtabsorption und geringere Energieverluste sorgt. Für diese Innovation wurde LG Electronics 2015 mit dem Intersolar Award ausgezeichnet. Die hohe Stabilität der LG NeON 2-Module macht sie nicht nur zur ersten Wahl für den Einsatz in der Antarktis: Bei maximalen Schneelasten von 6.000 Pascal (sechs Kilonewton/Quadratmeter) und Windlasten von bis zu 5.400 Pascal profitieren auch Anwender in gemäßigten Klimazonen von der besonderen Widerstandsfähigkeit ihrer Photovoltaikanlage gegenüber extremen Wetterereignissen.

Weitere Informationen unter www.lg-solar.com sowie im LG Solar YouTube Kanal und im LG Solar Blog.

 Text und Bilder:LG solar

SolaranlagenMehr über das Thema "solar" finden Sie hier.

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ÖKO-TEST bewertet Tarifeigenschaften von Ökostromprodukten mit Grüner Strom-Label durchweg mit 'sehr gut' / Weitere unabhängige Tests bestätigen die Qualitätsansprüche des Gütesiegels Grüner Strom

Bonn - Gütesiegel versprechen Orientierung beim Einkauf. Verbraucher mit hohen Ansprüchen, zum Beispiel an die ökologische Qualität, sollen glaubwürdige Produkte leichter erkennen. Doch längst nicht jedes Label erfüllt diesen Anspruch. Das Magazin ÖKO-TEST hat im aktuellen 'Spezial Umwelt und Energie' das Grüner Strom-Label wiederholt als einen der wenigen Nachweise für sehr gute Ökostromtarife akzeptiert.

LabelÖKO-TEST reiht sich ein in eine Liste von unabhängigen Marktwächtern, die die hohen Qualitätskriterien des Ökostromlabels Grüner Strom bestätigen. So zum Beispiel die Verbraucherzentrale Niedersachsen, die in einem detaillierten Marktcheck zwölf Ökostromlabels untersuchte. Nur das Grüner Strom-Label erhielt die Bestnote sehr empfehlenswert. Oder die anerkannten Einkaufsratgeber Nachhaltiger Warenkorb und EcoTopTen, in deren Auswahl es nur sehr wenige Labels schaffen.

"Im Labelmarkt mangelt es oft schon an elementaren Grundlagen wie Transparenz und Unabhängigkeit eines Gütesiegels. Gesetzliche Mindestanforderungen gibt es nicht", so Rosa Hemmers, Vorsitzende des Grüner Strom Label e.V. "Es ist deshalb gut, dass unabhängige Marktwächter die Spreu vom Weizen trennen."

CoverBei ÖKO-TEST weicht das Gesamturteil einzelner Grüner Strom-zertifizierter Produkte von den 'sehr gut' bewerteten Tarifeigenschaften ab. Grund dafür ist, dass in die Gesamtbewertung Kriterien eingeflossen sind, die nicht Gegenstand der Grüner Strom-Zertifizierung sind. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass es auch sehr gute Tarife gibt, die nur regional angeboten werden und nicht getestet werden konnten. Wer regionale Produkte unterstützen will, solle sich die Qualität ihrer Tarifeigenschaften zum Beispiel anhand des Labels Grüner Strom nachweisen lassen. Über eine PLZ-Produktsuche auf www.gruenerstrom.info finden interessierte Kunden alle Grüner Strom-zertifizierten Produkte, die an ihrem Wohnort verfügbar sind.
Quelle: Text und Label: Grüner Strom Label e.V./Bilder: ÖKOTEST (Cover), Pixabay

Der ÖKO-TEST-Bericht ist abrufbar unter www.oekotest.de. Der Ökostrom-Marktcheck der Verbraucherzentrale Niedersachsen ist verfügbar unter www.marktwaechter-energie.de/oekostrom-grosse-unterschiede-bei-labels.

Über den Grüner Strom Label e.V.
Der Grüner Strom Label e.V. zertifiziert grüne Energieprodukte. Der Verein vergibt zu diesem Zweck zwei Gütesiegel: Das Label Grüner Strom für Ökostrom mit Mehrwert und das Label Grünes Gas für umweltverträgliches Biogas. Hinter dem Verein stehen sieben gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen. Die Labels Grüner Strom und Grünes Gas sind in Deutschland die einzigen Gütesiegel für Ökostrom und Biogas, die von führenden Umweltverbänden getragen werden.

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Ein Forschungsteam der Universität Kassel entwickelt einen Baustoff, der zugleich eine Solarzelle ist. Wichtige Bestandteile sind leitfähiger Beton und organische Flüssigkeiten wie beispielsweise Fruchtsäfte. „DysCrete“ soll künftig unter anderem zum Bau von Fassaden dienen und zugleich Sonnenenergie in Strom umwandeln.

DysCrete“ besteht aus einem speziellen leitfähigen Beton, der mit Lagen aus Titandioxid, einer organischen Flüssigkeit, einem Elektrolyt, Graphit und einer transparenten Oberfläche beschichtet ist. Das Ergebnis ist eine sogenannte Farbstoffsolarzelle, der Beton selber übernimmt dabei die Funktion einer Elektrode. Die Umwandlung der Sonnenenergie in Strom folgt dem Prinzip der Photosynthese. Das Materialsystem ist besonders umweltfreundlich.  

Beton liefert SonnenstromVersuchsaufbau für eine Messreihe. Foto: BAU KUNST ERFINDEN/Klussmann/KloosterDie Entwicklung von „DysCrete“ ist ein Projekt der interdisziplinären Lern- und Forschungsplattform „Bau Kunst Erfinden“ von Prof. Heike Klussmann, Leiterin des Fachgebiets Bildende Kunst an der Universität Kassel, und Thorsten Klooster, Projektleiter Forschung am Fachgebiet. Das Projekt  wird vom Bundesbauministerium mit rund 150.000 Euro gefördert und läuft zunächst noch bis Mitte 2015. Projektpartner sind das Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie (Leitung Prof. Dr. Bernhard Middendorf) und Partner aus der Industrie. 

Prototypen des Sonnenstrom-Betons existieren bereits. „Unser Ziel ist es, ein Material zu entwickeln, das in Zukunft in der Bauwirtschaft eingesetzt werden kann, beispielsweise für Fertigteile im Hochbau, Fassaden-Elemente und neuartige Wandsysteme“, erklärt Prof. Klussmann. „Zugleich liefert es als Solarzelle einen Beitrag zu einer nachhaltigen und dezentralen Energieversorgung.“

Die Grätzel-Zelle ist günstig in der Herstellung
Die Farbstoffsolarzelle selber ist keine Kasseler Erfindung; neu ist die Verschmelzung von Solarzelle und Baustoff. Die Farbstoffsolarzelle oder auch Grätzel-Zelle ist eine Alternative zur herkömmlichen Silicium-Solarzelle. Sie beruht auf einer Entwicklung des Schweizer Chemikers Michael Grätzel und ähnelt im Prinzip der Photosynthese der Pflanzen.

Um mit dem Solarstrom-Beton bei der Umwandlung von Sonnenenergie einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu erzielen, optimiert die Gruppe um Prof. Klussmann und Klooster die Beschichtungen. Ein Beispiel: Verwendeten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise anfangs noch Johannisbeersaft, so wurde dieser inzwischen durch andere organische Flüssigkeiten ersetzt.

Ziel ist ein Wirkungsgrad von rund zwei Prozent. „Das rechnet sich deswegen, weil die Herstellungskosten von Farbstoffzellen deutlich geringer sind als die von Silicium-Solarzellen“, sagt Klooster. Zudem sind die Ausgangsmaterialien einfach zu beschaffen, umweltfreundlich und leicht recycelbar. Titandioxid etwa ist ein häufig verwendetes Material, das sich auch in Zahnpasta findet. Und: Farbstoffsolarzellen und damit auch „DysCrete“ reagieren auch auf diffuses Licht und können daher auch auf Gebäude-Nordseiten angebracht werden.

Hintergrund: Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre 2012
Die Lern- und Forschungsplattform „Bau Kunst Erfinden“ ist eine interdisziplinäre und inzwischen preisgekrönte Projektgruppe, in der Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende aus verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten; beteiligt am Projekt „DysCrete“ sind Vertreterinnen und Vertreter aus der Nanostrukturwissenschaft, Architektur, Materialwissenschaft und Kunst. 

neue StoffeProf. Heike Klussmann Fotos: Blafield/Uni KasselProf. Heike Klussmann hatte mit der Lern- und Forschungsplattform „Bau Kunst Erfinden“ 2012 den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre erhalten, Deutschlands höchstdotierte staatliche Ehrung dieser Art. Heike Klussmann ist seit 2005 Professorin für Bildende Kunst an der Universität Kassel. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und der Universität der Künste Berlin. 1999/2000 und 2003 hatte sie eine Gastprofessur am Art Center College of Design in Pasadena/USA inne. Sie erhielt zahlreiche Preise für Kunst, Design und Architektur.

Quelle: Text: Uni Kassel/ Fotos: Blafield/Uni Kassel

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Was mein Nachbar hat, will ich auch: Ob Solarpanels auf dem eigenen Dach installiert werden, hängt vom sozialen Umfeld ab. Das zeigt eine aktuelle Studie des Mannheimer Forschers Dr. Christoph Siemroth und seiner Kollegen Justus Inhoffen (Universität Amsterdam) und Dr. Philipp Zahn (Universität St. Gallen). Die Ergebnisse lassen Schlüsse zu, wie sich die Kosten der Energiewende senken lassen.         

Solarpanel-Ausbau von tausenden Gemeinden erforscht
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein zentraler Punkt in der Energiewende. Stromverbraucher in Deutschland unterstützen den Bau von Solarpanels durch eine Abgabe im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Zu beobachten ist in Deutschland eine starke lokale Konzentration von Solarpanels. Welche Gründe es hierfür gibt, hat der Mannheimer Ökonom Dr. Christoph Siemroth gemeinsam mit Kollegen in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Die Wahrscheinlichkeit, ein Solarpanel zu bauen steigt, wenn Nachbarn und Bekannte auch eins haben. Dabei spielt die Tatsache, ob die Region sonnenarm oder sonnenreich ist, keine entscheidende Rolle.

Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler Daten der vier deutschen Netzbetreiber verwendet, welche die Installationszeitpunkte und Postleitzahlen aller EEG-geförderten Solarpanels von 2000 bis 2012 aufweisen. Um den Effekt sozialer Interaktion auf den Panelausbau zu berechnen, suchten sie für jede Gemeinde, als gerade deren erstes Panel installiert wurde, eine vergleichbare Gemeinde, wo noch kein Panel installiert wurde. Während in der Gemeinde mit existierenden Panels soziale Interaktionen stattfinden können (die Betreiber können etwa von ihren Erfahrungen berichten und eine Panelinstallation empfehlen), ist dies in der Gemeinde ohne Panels nicht möglich. Die Forscher beobachteten dann die Unterschiede im Panelausbau für alle Paare solcher vergleichbaren Gemeinden über einen Zeitraum von einem Jahr. Insgesamt wurden rund 11.000 Gemeindepaare für die Analyse ausgewertet.

Was der Nachbar hat, will ich auch
Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Hypothese, dass soziale Interaktion den Panelausbau maßgeblich beeinflusst: Die Anzahl der neu installierten Panels ist in Gemeinden mit existierenden Solarpanels um etwa 50 Prozent höher als in den vergleichbaren Gemeinden ohne Panels. Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein weiteres Panel innerhalb eines Jahres installiert wird, ist um etwa 25 Prozent höher. Der soziale Effekt auf den Panelausbau ist in Gebieten mit höherer Sonneneinstrahlung und niedrigerer Arbeitslosigkeit stärker. Zudem zeigte sich, dass der soziale Effekt den Panelausbau ebenfalls, wenn auch in abgeschwächter Form, in weniger geeigneten Gebieten mit niedriger Sonneneinstrahlung beeinflusst.

Schlussfolgerung und Empfehlung
Wie die Studie zeigt, machen die über dem Marktniveau liegenden EEG-Zahlungen den Panelausbau auch in Gebieten attraktiv, wo es sich weniger lohnt zu installieren. „Aus wirtschaftlicher Perspektive ist dies ineffizient, da das gleiche Panel an anderer Stelle in Deutschland deutlich mehr Strom produzieren könnte“, erklärt Dr. Christoph Siemroth. „Und schließlich ist es im Sinne der Verbraucher, wenn deren Mittel bestmöglich eingesetzt werden.“
Siemroth und seine Kollegen ziehen daher folgende Schlüsse für das bestehende EEG: „Die Fehlanreize durch die gegenwärtige Förderung des EEG sind wohlbekannt und wurden etwa vom Sachverständigenrat bereits kritisiert. Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Fehlanreize jedoch noch stärker sind als allgemein erwartet. Die Entlohnung der Solarpanels sollte daher umso mehr wettbewerbsorientiert gestaltet werden. Ein geeignetes Auktionsverfahren etwa würde den Zuschlag vorrangig an die Panelbetreiber geben, die am günstigsten produzieren, und das würde auch den Nachahmungsausbau in Gegenden mit ineffizient niedriger Sonneneinstrahlung beschränken. Zusammen könnte es die Kosten der Energiewende senken.“
Link zur Studie:  http://ssrn.com/abstract=2796130 
Text: Katja Bär Pressestelle: Kommunikation und Fundraising Universität Mannheim, Bilder: pixabay    

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