Hamburg - Solarthermische Anlagen gewinnen Wärme aus Sonnenlicht. Die Aussicht auf niedrige Heizkosten und eine großzügige öffentliche Förderung machen die Technik für viele Verbraucher attraktiv. Allerdings können Laien kaum beurteilen, ob die installierte Anlage auch den versprochenen Nutzen bringt. Dabei hilft ab sofort der neue Solarwärme-Check der Verbraucherzentrale Hamburg.

HeizungEine solarthermische Anlage liefert Wärme ohne teuren Brennstoff und schädliche Emissionen – eigentlich eine Win-Win-Situation für Verbraucher und Klima. Leider geht die Rechnung in der Praxis oft nicht auf, wie Ulrike Schmerbitz, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Hamburg, erklärt: „Im alltäglichen Betrieb sparen die Anlagen oft viel weniger ein als erhofft. Die Heizkosten sinken nicht wie erwartet, und es dauert länger, bis sich die Investition rechnet. Manchmal benötigt das Gesamtsystem sogar mehr Brennstoff als ohne Solarthermieanlage.“ Der Besitzer der Anlage merkt davon im Zweifelsfall erst einmal nichts – der hohe Verbrauch wird mit der Witterung oder den eigenen Heizgewohnheiten erklärt. Auch der erwünschte Effekt für den Klimaschutz bleibt auf der Strecke, und damit letztlich die Grundlage für die großzügige öffentliche Förderung solarthermischer Anlagen. „Dabei muss die Lösung des Problems nicht einmal besonders teuer sein“, sagt Schmerbitz: „Oft stimmt die Kommunikation zwischen Solaranlage und Heizkessel nicht. Dann heizt vielleicht der Kessel den Speicher mit teurem Heizöl auf, wenn ohnehin gerade genug Wärme aus der Solaranlage verfügbar wäre. Oder die Leitungsdämmung im Außenbereich ist nicht witterungs- und UV-beständig. Beides lässt sich meistens einfach beheben.“

Bevor eine Solarthermieanlage allerdings auf Vordermann gebracht werden kann, ist zunächst zu klären, wie leistungsfähig sie in der Praxis ist. Beim Solarwärme-Check der Verbraucherzentrale überprüft ein unabhängiger Energieberater im Rahmen eines Vor-Ort-Termins die zentralen Komponenten der Anlage und schließt Messgeräte für die Aufzeichnung wichtiger Systemtemperaturen an. Diese Messdaten werden bei einem zweiten Termin nach einigen Tagen – davon mindestens einem Sonnentag – ausgelesen. Alle Daten werden zusammengeführt und interpretiert. Schließlich wird analysiert, wie sich die Effizienz der Solaranlage verbessern lässt. Einen Bericht mit der Gesamteinschätzung der Anlage und den Empfehlungen erhält der Auftraggeber dann per Post.

Der Solarwärme-Check ist ein Angebot für alle privaten Verbraucher, die eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung und/oder Heizungsunterstützung besitzen. Termine für den Solarwärme-Check können ab sofort an der Energie- und Klimahotline der Verbraucherzentrale Hamburg unter Tel. (040) 24832-250 (Ortstarif) oder unter der kostenlosen Telefonnummer (0800) 809802400 gebucht werden. Der Solarwärme-Check kostet 40 Euro, für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis ist das Angebot kostenlos. Der Solarwärme-Check wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Quelle: Text: Verbraucherzentrale Hamburg/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen zum neuen Angebot sind veröffentlicht auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de.

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