„Schneller, höher, weiter“ – seit 1924 das offizielle Motto der Olympischen Spiele, und seit dem 25. November 2016 gilt es auch für das Kunstflugzeug Extra 330LE. Der Elektroflieger, ausgerüstet mit einem Antriebssystem von Siemens, jagt Rekord nach Rekord. Angetrieben wird er von einem Siemens-Motor mit Bestwerten: Bei einer elektrischen Dauerleistung von 260 Kilowatt wiegt er nur 50 Kilogramm und weist damit ein unerreichtes Leistungsgewicht auf. Nun gelang dem Kunstflugzeug ein Weltrekord im Steigflug – in nur vier Minuten und 22 Sekunden erreichte der Pilot eine Höhe von 3.000 Metern und unterbot den bisherigen Rekord um über eine Minute.   

Hünxe ist eine beschauliche Gemeinde am unteren Niederrhein – mit kleinem Heimatmuseum und Marktplatz. Eine Gemeinde wie viele andere – wäre in Hünxe nicht ein Flugplatz, der seit dem 25. November 2016 in den Rekordbüchern der Luftfahrt steht. Denn hier gelang dem Piloten Walter Extra mit dem Kunstflugzeug Extra 330LE ein neuer Weltrekord im Steigflug. Mit seinem elektrischen Antriebssystem erreichte das Elektroflugzeug in nur vier Minuten und 22 Sekunden eine Höhe von 3.000 Metern. Pro Sekunde stieg die Maschine 11,5 Meter in die Luft.

Hoch hinaus: Den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2013 unterbot Pilot Walter Extra um eine Minute und 10 Sekunden.Hoch hinaus: Den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2013 unterbot Pilot Walter Extra um eine Minute und 10 Sekunden.Den alten Rekord um mehr als eine Minute unterboten
Den bisherigen Rekord – aufgestellt vom US-Amerikaner William M. Yates im Jahr 2013 – unterbot Walter Extra um eine Minute und 10 Sekunden. Der Weltluftsportverband Fédération Aéronautique Internationale (FAI) erkannte den Rekordflug an. Nun ist er in der Kategorie „Elektroflugzeuge mit einem Gewicht bis zu 1.000 Kilogramm“ verewigt.
Erst im Juni 2016 gelang, auch auf dem Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe, der Erstflug des Antriebssystems. Herzstück ist ein Elektromotor von Siemens, ebenfalls Weltrekordhalter: Er weist ein Leistungsgewicht von 5 Kilowatt pro Kilogramm aus, liefert er doch 260 Kilowatt elektrische Dauerleistung bei einem Gesamtgewicht von nur 50 Kilogramm.

Herausragende Leistungsfähigkeit des Elektromotors
„Das ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Elektrifizierung der Luftfahrt“, sagte Frank Anton, Leiter eAircraft in der Siemens-Start-up-Einheit next47. „Diese enorme Leistung wurde nur durch digitale Technologien möglich, mit denen wir unseren Antriebsstrang bis ans technische Limit optimieren konnten.“ Die rund 1.000 Kilogramm schwere Extra 330LE dient als Erprobungsträger für den neuen Antrieb. Für Siemens AG eAircraft belegt dieser Rekord eindrucksvoll die herausragende Leistungsfähigkeit des Antriebssystems SP260D und die effiziente Integration in das Flugzeug des OEM Extra Aircraft in Dinslaken.

Wieder ein Eintrag in die Rekordbücher: Frank Anton (rechts), Leiter eAircraft, gratuliert dem Piloten Walter Extra. Ihm gelang am 25. 11. 2016 ein Weltrekordflug im Steigflug.Wieder ein Eintrag in die Rekordbücher: Frank Anton (rechts), Leiter eAircraft, gratuliert dem Piloten Walter Extra. Ihm gelang am 25. 11. 2016 ein Weltrekordflug im Steigflug.Hybrid-elektrische Regionalflugzeuge
Das zweisitzige Flugzeug ist für die nächsten Jahre der ideale Erprobungsträger, wenn es darum geht, das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten zu analysieren und weiterzuentwickeln. Die Technologie bringt Siemens zudem in seine Kooperation mit Airbus zum elektrischen Fliegen ein, die beide Unternehmen im April 2016 vereinbart hatten. Sie wollen bis 2020 die technische Machbarkeit hybrid-elektrischer Antriebssysteme für Regionalflugzeuge mit bis zu 100 Passagieren nachweisen. Dabei geht es um Leistungen bis zu 10 Megawatt. Auf Basis des Rekord-Motors werden die beiden Partner hybrid-elektrische Regionalflugzeuge entwickeln. „Bis 2030 erwarten wir erste Maschinen mit bis zu 100 Passagieren und rund 1.000 Kilometern Reichweite“, erklärt Anton.

Quelle: Text: Dr.Norbert Aschenbrenner Corporate Communications, Corporate Technology Siemens AG , Bilder eAircraft Siemens AG, Einleitungs-, Beitragsbild und Bild unten Pixabay   


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