Zwischen 40 bis 45 Prozent beträgt der Anteil der Discounter am Gesamtumsatz im Lebensmittelhandel in Deutschland. Das bedeutet Macht – pure Macht, wenn fast die Hälfte jedes Euro für Gemüse, Fleisch und Fertigprodukte in den Filialen von Aldi, Lidl und Co bleiben.

KaffeekapselnKaffeekapseln - der ökologische SupergauZu Recht wird von Verbraucherschutzverbänden und Vereinen auf die gigantischen Fleischzulieferbetriebe hingewiesen, die die Tycoonen im Euro-Billighimmel mit Tonnen von Geflügel und Rind- und Schweinefleisch versorgen. Die Discounter diktieren bei der immensen Abnahmemenge den Preis und sind indirekt daran beteiligt, dass Tiere nur noch als Kostenfaktor auf den Höfen verstanden werden. Ebenso muss man in diesem Zusammenhang auf ökologische Verirrungen seitens der Unternehmen hinweisen. Stichwort Kaffeekapseln. Ein Produkt, das einer Gelddruckmaschine gleicht und jedem gut gemeinten Nachhaltigkeitsgedanken einen heftigen Schlag in die Magengrube versetzt. Kritikpunkte gibt es beim Einkauf in den Filialen der As, Ls, Ps und Ns viele.

Gerechterweise ist es aber auch an der Zeit, eine Lanze für die Discounter zu brechen und zu sagen, „das habt ihr gut gemacht“! Bienentoxische Wirkstoffe werden beim Anbau von deutschem Obst, Gemüse und Kartoffeln ausgeschlossen, ein gentechnikfreies Siegel eingeführt und ein Zeitplan erarbeitet, um die angebotene Kleidung im wahrsten Sinne des Wortes „giftfrei“ zu machen. In Sachen Nachhaltigkeit tut sich bei den Discountern einiges. Lidl hat bereits dieses Jahr den Fairtrade-Award für eine sehr erfolgreiche, zehnjährige Zusammenarbeit mit der Organisation gewonnen. Das Angebot mit dem Siegel wurde kontinuierlich in den Regalen ausgebaut. Fast gleichzeitig legt sich ALDI Süd mit einem der mächtigsten Lobby-Verbände der Lebensmittelindustrie,dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), an. Vorausgegangen war eine Forderung des Unternehmens an seine Zulieferbetriebe, dass alle Lebensmitteleigenmarken in Zukunft frei von Mineralölbestandteilen, sogenannten MOSH und MOAH, sein müssen.

Besonders spannend:Der Discounter Penny will ab Montag kommender Woche deutschlandweit in seinem Bio-Sortiment der Eigenmarke Naturgut auch Obst und Gemüse verkaufen, das bislang wegen Farb- oder Formfehlern nicht den Weg in die Regale schaffte.

Das Wegschmeißen der krummen Karotte damit passé? Sicherlich nicht. Aber es ist ein Anfang. Die Bevölkerung ist sensibilisiert. Sie verlangt nach mehr Vernunft und möchte es auch mit seinem Geldbeutel honorieren.

Florian Simon Eiler

Bilder:pixabay,   big merci

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