LogoHamburg - Täglich ärgern sich viele Verbraucher, dass sie im Supermarkt durch versteckte Preiserhöhungen hinters Licht geführt werden. Fünf Produkte, mit denen Hersteller ihre Kunden im Jahr 2016 besonders getäuscht haben, sind nun für die Wahl zur „Mogelpackung des Jahres“ nominiert. Bis zum 22. Januar 2017 (Mitternacht) können Verbraucher auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de abstimmen und entscheiden, welches Produkt die wenig schmeichelhafte Auszeichnung für das zurückliegende Jahr 2016 erhalten soll.

Die fünf Kandidaten sind:

EvianKandidat 1: Evian Mineralwasser (Danone Waters) 
Plötzlich fast 50 Prozent teurer, obwohl das Mineralwasser von derselben Quelle stammt. Nur die neue schickere PET-Flasche – unter Umweltschutzaspekten eine Sünde – soll „Premiumwasser“ suggerieren. Kurz gesagt: Danone Waters bietet „Alten Wein in neuen Schläuchen“.

 

ChipsKandidat 2: Crunchips (Lorenz Bahlsen Snack-World) 
Statt 200 nur noch 175 Gramm in der Tüte. Das macht bei gleichem Verkaufspreis eine Preiserhöhung von 15 Prozent. Optisch ist die Veränderung nicht zu erkennen: Die Größe sowie das Design der Tüte blieben praktisch unberührt, genauso wie die Rezeptur.

 

 

Choco

Kandidat 3: Choco Crossies (Nestlé) 
Zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre hat Nestlé die Füllmenge der Choco Crossies reduziert: von 200 über 180 und 160 auf nun 150 Gramm. Teilweise gab es zusätzlich Preiserhöhungen im Handel, sodass unterm Strich eine versteckte Preiserhöhung von bis zu 56 Prozent zusammenkam.

 

MiracoliKandidat 4: Mirácoli Pasta Sauce (Mars)
Nur noch drei statt vier Portionen enthalten die Gläser einiger Mirácoli Pasta Saucen. In Zahlen: 400 statt 530 Gramm – bei identischem Preis damit knapp 33 Prozent teurer. Die Begründung ist abenteuerlich: Der Hersteller Mars kommt damit angeblich einem Verbraucherwunsch nach.

 


Milkaund Kandidat 5: Milka Weihnachtsmann (Mondelez) 
Milka hat seinem beliebten Weihnachtsmann einen neuen Look verpasst und ihn dabei klammheimlich auf Diät gesetzt. Der gute alte Herr ist geschrumpft, hat jetzt je nach Größe bis zu 23 Prozent weniger „Lebendgewicht“ und ist bis zu 20 Prozent teurer.

Die nominierten Produkte wurden laut VZHH aus zahlreichen Verbraucherbeschwerden im Jahr 2016 ausgewählt, weil die versteckte Preiserhöhung bei ihnen entweder sehr dreist oder ausgesprochen raffiniert umgesetzt wurde. Viele Hersteller und Händler würden seit Jahren die vielen Beschwerden der Verbraucher ignorieren und weiterhin höhere Preise in kleineren oder luftigeren Verpackungen verstecken.

Aus diesem Grund hat die Verbraucherzentrale Hamburg 2014 die Abstimmung für die „Mogelpackung des Jahres“ ins Leben gerufen und kürt darüber hinaus seit 2013 regelmäßig eine „Mogelpackung des Monats“, die auf der Facebook-Seite der Organisation unter facebook.com/vzhh veröffentlicht wird.

Außerdem fordert die Verbraucherzentrale Hamburg eine Transparenzplattform, auf der Hersteller Füllmengenreduzierungen vorab veröffentlichen müssen, um die Verschleierungstaktik tatsächlich zu unterbinden.
Quelle: Text und Produktbilder: Verbraucherzentrale Hamburg/Bilder: Pixabay