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LogoHamburg - Täglich ärgern sich viele Verbraucher, dass sie im Supermarkt durch versteckte Preiserhöhungen hinters Licht geführt werden. Fünf Produkte, mit denen Hersteller ihre Kunden im Jahr 2016 besonders getäuscht haben, sind nun für die Wahl zur „Mogelpackung des Jahres“ nominiert. Bis zum 22. Januar 2017 (Mitternacht) können Verbraucher auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de abstimmen und entscheiden, welches Produkt die wenig schmeichelhafte Auszeichnung für das zurückliegende Jahr 2016 erhalten soll.

Die fünf Kandidaten sind:

EvianKandidat 1: Evian Mineralwasser (Danone Waters) 
Plötzlich fast 50 Prozent teurer, obwohl das Mineralwasser von derselben Quelle stammt. Nur die neue schickere PET-Flasche – unter Umweltschutzaspekten eine Sünde – soll „Premiumwasser“ suggerieren. Kurz gesagt: Danone Waters bietet „Alten Wein in neuen Schläuchen“.

 

ChipsKandidat 2: Crunchips (Lorenz Bahlsen Snack-World) 
Statt 200 nur noch 175 Gramm in der Tüte. Das macht bei gleichem Verkaufspreis eine Preiserhöhung von 15 Prozent. Optisch ist die Veränderung nicht zu erkennen: Die Größe sowie das Design der Tüte blieben praktisch unberührt, genauso wie die Rezeptur.

 

 

Choco

Kandidat 3: Choco Crossies (Nestlé) 
Zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre hat Nestlé die Füllmenge der Choco Crossies reduziert: von 200 über 180 und 160 auf nun 150 Gramm. Teilweise gab es zusätzlich Preiserhöhungen im Handel, sodass unterm Strich eine versteckte Preiserhöhung von bis zu 56 Prozent zusammenkam.

 

MiracoliKandidat 4: Mirácoli Pasta Sauce (Mars)
Nur noch drei statt vier Portionen enthalten die Gläser einiger Mirácoli Pasta Saucen. In Zahlen: 400 statt 530 Gramm – bei identischem Preis damit knapp 33 Prozent teurer. Die Begründung ist abenteuerlich: Der Hersteller Mars kommt damit angeblich einem Verbraucherwunsch nach.

 


Milkaund Kandidat 5: Milka Weihnachtsmann (Mondelez) 
Milka hat seinem beliebten Weihnachtsmann einen neuen Look verpasst und ihn dabei klammheimlich auf Diät gesetzt. Der gute alte Herr ist geschrumpft, hat jetzt je nach Größe bis zu 23 Prozent weniger „Lebendgewicht“ und ist bis zu 20 Prozent teurer.

Die nominierten Produkte wurden laut VZHH aus zahlreichen Verbraucherbeschwerden im Jahr 2016 ausgewählt, weil die versteckte Preiserhöhung bei ihnen entweder sehr dreist oder ausgesprochen raffiniert umgesetzt wurde. Viele Hersteller und Händler würden seit Jahren die vielen Beschwerden der Verbraucher ignorieren und weiterhin höhere Preise in kleineren oder luftigeren Verpackungen verstecken.

Aus diesem Grund hat die Verbraucherzentrale Hamburg 2014 die Abstimmung für die „Mogelpackung des Jahres“ ins Leben gerufen und kürt darüber hinaus seit 2013 regelmäßig eine „Mogelpackung des Monats“, die auf der Facebook-Seite der Organisation unter facebook.com/vzhh veröffentlicht wird.

Außerdem fordert die Verbraucherzentrale Hamburg eine Transparenzplattform, auf der Hersteller Füllmengenreduzierungen vorab veröffentlichen müssen, um die Verschleierungstaktik tatsächlich zu unterbinden.
Quelle: Text und Produktbilder: Verbraucherzentrale Hamburg/Bilder: Pixabay

Puppen sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk.

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"die umweltberatung" gibt Tipps zum Spielzeugkauf 

Wien - Für kindgerechte Spielsachen braucht das Christkind einen guten Riecher. Wenn Spielzeug stark riecht, sollte es besser nicht unterm Christbaum landen. Günstig und gleichzeitig ökologisch sinnvoll ist Secondhand-Ware. "die umweltberatung" gibt im Infoblatt „Augen auf beim Spielzeugkauf“ auf www.umweltberatung.at/spi Tipps zum Einkauf von Spielsachen und einen Überblick über die Gütesiegel für Spielzeug.

Im Hinblick auf die Gesundheit des Kindes ist das Riechen und Tasten beim Spielzeugkauf wichtig. „Bei Stofftieren dürfen sich keine Teile und Fasern lösen und das Spielzeug sollte nicht aus weichem Kunststoff sein oder stark riechen. Denn starker, unangenehmer Geruch deutet darauf hin, dass sich Substanzen aus dem Plastik lösen, die die Gesundheit belasten können“, erklärt DI (FH) Harald Brugger MSc, Ökotoxikologe von "die umweltberatung".

Holz ist robust
Qualitativ hochwertiges Holzspielzeug ist zwar nicht billig, aber dafür nahezu unverwüstlich! Es kann über Generationen weitergegeben werden. Ein FSC-Siegel garantiert, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

Günstig und ökologisch: Secondhand
Auf Flohmärkten, in Secondhand-Geschäften und auf Online-Plattformen sind Spielwaren günstig zu bekommen. Das hat nicht nur Vorteile fürs Familienbudget, sondern auch für die Umwelt. Denn das Weiterverwenden der Spielsachen verbraucht im Vergleich zur Neuproduktion weniger Ressourcen.

Orientierungshilfen für den Einkauf
Das „Spiel gut“-Siegel kennzeichnet Spielsachen, die auf Langlebigkeit und Material genauso wie auf pädagogische Sinnhaftigkeit überprüft wurden. Das Fairtrade-Gütesiegel kennzeichnet Fußbälle und Handbälle, die unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wurden. Bei der Auswahl von Spielzeug hilft auch die Zeitschrift Ökotest, die regelmäßig überprüft, welches Spielzeug gut ist und welches gesundheitsschädlich sein kann.

Weitere Informationen
Das Infoblatt „Augen auf beim Spielzeugkauf“ gibt es auf www.umweltberatung.at/spi zum kostenlosen Download.
Weitere Informationen zu rundherum ökologischen Weihnachten bietet "die umweltberatung" auf www.umweltberatung.at/weihnachten.
Quelle: Text: "die umweltberatung", Wien/Bilder: Pixabay

WeihnachtenAlles rund um Weihnachten finden Sie hier!

Bunte Kaffeekapseln

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Sie heißen Vivalto Lungo, Colombia Andino und Ristretto und ihre Bedienung ist kinderleicht. Kapsel rein in die Maschine, Knopf drücken und der Kaffee ist fertig. Die Glücksritter der ersten Stunde, die Kaffeepulver in kleine Aluminiumkapseln pressten, waren die Schweizer. Der Nestlé Konzern verdient sich seit dieser „glänzenden Idee“ dumm und dämlich. Seit 2016 gibt es die Hightech-Kapsel als Klon auch von anderen Kaffee-Magnaten. Egal, ob Capsa von Dallmayr, Cafissimo von Tschibo oder das Expressi Equipment von Aldi – alle versprechen Exklusivität und ein sprichwörtliches „Dazugehören" zu einem exponierten Club.

KaffeekapselnKaffeekapseln - bunt und stylischDie kleine Bauxit-Kapsel beschert den Konzernen volle Taschen
Branchenexperten vermuten, dass in zehn Jahren 30 bis 40 Prozent des ausgeschenkten Kaffees aus der Aluminium- oder Plastikverpackung stammen wird. Klar, jeder Kaffeeanbieter möchte von der Gelddruck- bzw. Kapselmaschine etwas abhaben.
Branchenprimus Nestlé legte die vergangenen Jahre zweistellige Wachstumsraten beim Verkauf von Maschinen und Patronen zu. Und das ist nicht zuletzt auf das große Engagement von George Clooney als Werbegesicht zurückzuführen. Dem Hollywoodstar muss vollkommene Absence bei diesem Job unterstellt werden, da er bekanntlich bei anderweitigen Events gerne mit seinem Hybrid-Auto vorfährt und enorme Summen in nachhaltige Projekte investiert.

Die bombastische Erfolgsgeschichte der Kaffeekapsel ist ein beliebtes Lehrinstrument für BWL-Studenten und zugleich ein Beweis dafür, dass der Verbraucher alles andere als mündig ist. Er will an die Hand genommen werden. Ihm soll gezeigt werden, was gut für ihn ist. Ein Schaf unter vielen. Schon Rockefeller wusste das. Er verschenkte Unmengen von Öllampen an Chinesen. Nicht etwa, weil der amerikanische Unternehmer besonders sozial war, sondern weil nun der Beschenkte sein Öl zum Auffüllen kaufen musste. Das Rockefeller-Prinzip funktioniert immer. Druckerpatronen, Telekommunikation und Kaffeekapselmaschinen.KaffeewahnsinnDer Gebrauch von Kaffeekapseln steigt und die Hersteller lachen sich krank

Der gesunde Menschenverstand fragt sich: Wie ist es möglich, dass Kaffeegenießer umgerechnet einen Kilopreis von 60 bis 70 Euro für ihr Getränk aus der Kapselmaschine bezahlen, während sie am Montagmorgen Würgereize vom Spritpreis bekommen? Übrigens, bei Aldi spart man wirklich. Dort liegt der umgerechnete Kilopreis für den Kapselkaffee bei 30 bis 40 Euro. Und dazu der besondere Clou für den geneigten Kaffeetrinker: Expressi kann auch heiße Schokolade und Kaffee-Milchgetränke wie Latte Macchiato und Cappuccino herstellen. Besonders „verbraucherfreundlich“: In diesem Fall kommen pro Tasse zwei Kapseln zum Einsatz, eine mit dem Kaffee und eine zweite mit der Milch. Ein „kleiner Nachteil“: Der Preis steigt auf 38 Cent pro Portion an. Und damit nicht genug, wer mit Lungo Azzurro und Ristretto gar nichts anfangen kann, brüht sich eine Tee-Kapsel Blueberry Muffin auf.

Der Kapselboom geht weiter
Die Hersteller lachen sich krank. Die Kapseltrinker fallen wie die Hunnen über den deutschen Kaffee- und Teemarkt herein. Bereits jetzt machen sie weit über sieben Prozent im Kaffeesegment aus. Wer anhand dieser Verhaltensweisen und Zahlen von einer kleinen Gruppe sprechen will, glaubt noch an das Christkind. Und das wäre alles andere als angetan von dem ökologischen Wahnsinn, der mit der Kapseltrinkerei betrieben wird. Traut man den Schätzungen, so wurden im Jahr 2013 über 15 Milliarden Kapseln mit ihrem schönen Metallmäntelchen auf den Müll geworfen. Die Konkurrenz Tschibo, Lidl, Jacobs folgt mit netten Plastikbehältern in aromasichernder Folie. Um Myriaden von Behälter herzustellen, bedarf es einer enormen Energieanstrengung. Über den dabei verursachten CO2-Ausstoß mag man erst gar nicht reden.

Vielleicht gibt es ja demnächst in Deutschland den ersten Capsa-TV-Spot, in dem die frisch vermählte Daniela Katzenberger auf ihrer Finca auf Malle kaffeeschlürfend sich in einer Liege räkelt, während im Hintergrund Pop-Titan Dieter Bohlen seine Luxusjacht schrubbt…

Florian Simon Eiler

Quelle: Bilder: Pixabay

Kaffeekapseln zum Thema: LaCoppa-Kaffeekapseln: lungo und voll öko und die Glosse zum Kaffeekapselwahnsinn - Viel Spaß!

Bio-Hundefutter ist für Hunde zum Heulen.

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In fast jedem fünften Haushalt in Deutschland leben ein oder mehrere Hunde. Und immer öfter kommt Bio-Futter in den Fressnapf. Aber ist bio auch gesünder? Wenn ja, gilt das dann auch für Futter ganz ohne Fleisch?

CoverÖKO-TEST hat in der aktuellen Januar-Ausgabe 15 Bio-Hundenassfutter untersucht, darunter auch zwei vegetarische und drei vegane. Das Ergebnis ist nicht gerade tierlieb: Denn die Hersteller haben ein Problem mit der richtigen Dosierung von Vitaminen, Calcium, Phosphor und anderen Nährstoffen. Wenigstens sind Schadstoffe nur in Spuren oder gar nicht zu finden.

Wer seinen Hund mit Bio-Futter versorgt, muss mit Kosten von fünf Euro pro Tag rechnen. Im Gegensatz zu konventionellen Produkten steckt dann aber etwa keine Gentechnik im Futter, das Fleisch stammt nicht aus Massentierhaltung und beim Transport dürfen die Tiere nicht mit Stromstößen angetrieben werden. Ansonsten kommen häufig die gleichen Zutaten zum Einsatz wie in konventionellem Futter, aber eben in Bio-Qualität. ÖKO-TEST wollte wissen, ob sich die Mehrausgaben für das Nassfutter aus Bio-Haltung rentieren.

Bio-HundefutterEinige Bio-Hundefutter-Marken enthielten zu wenig VitaminDas Laborergebnis ist jedoch enttäuschend. Zehn Produkte sind „ausreichend“ oder schlechter. Alle im Test sind als Alleinfutter ausgelobt, die meisten erfüllen aber nicht die Kriterien dafür: So konnte das Labor in elf Marken kein Vitamin D und in drei kein Vitamin B1 nachweisen. Vitamin-B1-Mangel führt zu Fressunlust und Krämpfen. Vitamin D fördert die Calciumabsorption im Darm sowie den Einbau von Calcium in das Skelett. Bei vier Marken ist zu wenig Vitamin A enthalten, was langfristig zu einem verminderten Sehvermögen und zu Haut- und Schleimhautproblemen führen kann. Auch scheint die optimale Calcium- und Phosphorversorgung den Futtermittelherstellern Probleme zu bereiten. Das kann langfristig gesehen einen Calciumabbau aus den Knochen zur Folge haben. ÖKO-TEST rät daher Hundehaltern, sich nicht über lange Zeit auf ein Futter zu verlassen, sondern immer wieder die Marke zu wechseln.
Quelle: Text, Cover und Produktbild: OEKOSTEST/Bilder: Pixabay

Das ÖKO-TEST-Magazin Januar 2016 gibt es seit dem 29. Dezember 2016 im Zeitschriftenhandel.

Mehr Tierisches finden Sie hier!

Viele Bioprodukte werden unnötig verpackt

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Darf eine Biogurke in Plastik verpackt sein?
Laut den EU-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau müssen Verbraucherinnen und Verbraucher Bioprodukte klar von konventionellen Produkten unterscheiden können. Deshalb verpackt der Handel Tomaten und Gurken in Plastikverpackungen oder Netze. Diese schützen die Produkte Im Supermarkt müssen Bioprodukte(verpackt sein. / Foto: Patricia Walterund es lässt sich am Etikett auf einen Blick erkennen, dass es sich um Bioware handelt. Gerade bei der Biogurke haben sich verschiedene Alternativen wie Banderolen oder Aufkleber nicht durchgesetzt. Wer Plastik vermeiden will, muss sein Obst und Gemüse unverpackt in Naturkostländen oder gleich im Biohofladen kaufen.

Dürfen Obst und Gemüse in die Tüte?
Natürlich ist es am besten, Orangen, Möhren und Co. lose in den Einkaufskorb zu legen. Aber im Vergleich zu vorverpackter Ware sind die sogenannten Knotenbeutel aus Kunststoff oder Papiertüten (Service-Verpackungen) ökologisch harmlos. Das zeigt der durchschnittliche Packmittelverbrauch pro Kilogramm. Ein Beispiel: Für 500 Gramm Trauben braucht man durchschnittlich fast acht Mal so viel Kunststoff für eine Schale mit Deckel als für einen Knotenbeutel aus Kunststoff, so der NABU. Mit einem größeren Angebot an loser Ware ließe sich ein signifikanter Anteil des Verpackungsmülls einsparen.

Serviceverpackungen haben viel weniger Kunststoff als Industrieverpackungen. / Foto: NABU, Katharina IstelServiceverpackungen haben viel weniger Kunststoff als Industrieverpackungen. / Foto: NABU, Katharina Istel Bild links: Im Supermarkt müssen Bioprodukte(verpackt sein. / Foto: Patricia WalterWas schreiben die Biorichtlinien vor?
Die EU-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau beinhalten bisher noch keine besonderen Anforderungen an die Verpackung von Bioprodukten. Die meisten Bioverbände haben in ihren Richtlinien allerdings allgemeine Vorgaben und Anforderungen an die Verpackung formuliert. So sind schwer abbaubare Kunststoffe wie PVC verboten und Aluminium nur in Ausnahmefällen erlaubt. Darüber hinaus haben einige Ökoverbände produktspezifische Positivlisten erstellt. Darin steht, welche Verpackungsmaterialien für bestimmte Produktgruppen verwendet werden sollten. So sind beispielsweise mit Polyethylen beschichtete Milchkartons erlaubt, dagegen mit Alufolie beschichtete Verbundverpackungen nicht.

Warum sind selbst manche Bioprodukte mehrfach verpackt?
Nachhaltig zu verpacken, heißt so wenig Verpackungsmaterial wie möglich zu verwenden: dem Lebensmittel nur so viel Schutz zu geben, wie lebensmittelrechtlich und für den Qualitätserhalt nötig ist. Dieser ökologische Minimalismus widerspricht unseren Kaufgewohnheiten. Meistens setzen wir viel Verpackung mit viel Schutz und einem wertvollen Inhalt gleich. Ein Produkt mit wenig Verpackung empfinden wir eher als minderwertig. Ein schön gestalteter Schutzkarton in Packpapieroptik wirkt umweltfreundlicher als ein reiner Kunststoffbeutel. Obwohl es tatsächlich eine unnötige Zusatzverpackung ist. Hier gilt es also, seine Gewohnheiten zu überdenken

Sind Biokunststoffe besser?
Jein. Das kommt nämlich darauf an, woraus diese Kunststoffe bestehen. Rohstoffe wie Mais stammen von Feldern, die wir für die Nahrungsmittelerzeugung benötigen. Hinzu kommt, dass die sogenannten kompostierbaren Biofolien häufig nicht in der Komposttonne landen, sondern im Restmüll oder im gelben Sack. Dort können sie die Recyclingqualität der normalen Kunststoffe verschlechtern. Aber sicherlich gibt es bald auch wirklich nachhaltige Biokunststoffe. So haben zwei Wissenschaftlerinnen der Universität Hohenheim im Labor aus Chicorée-Salat-Abfällen Hydroxymethylfurfural (HMF) gewonnen. Das ist ein Basisstoff in der Kunststoffindustrie, aus dem sich künftig beispielsweise Plastikflaschen herstellen ließen. Und eine niederländische Firma hat den europäischen Nachhaltigkeitspreis "Packaging Europe Sustainability Awards 2016" dafür erhalten, dass sie Tomatenschalen aus Pappe mit Ernteresten von Tomatenpflanzen anreichert. So werden die Tomaten quasi in sich selbst verpackt.

Was kann ich tun?
"Es gibt keine absolut ökologische Verpackung. Prinzipiell kommt es auf Produkt, Abfüllbedingungen, Nachhaltigkeitsansatz und Distribution an. Meistens ist es nicht das Material an sich, sondern das zu viel des Materials ein Problem", erläutert Verpackungsingenieurin Carolina Schweig.

Die Beraterin für nachhaltige Verpackungen gibt folgende Tipps:

  • Möglichst sortenreine Verpackungen aus sauber trennbaren Einzelstoffen kaufen, diese lassen sich viel besser recyceln als Verbundverpackungen.
  • Alles was silbrig glänzt, ist wahrscheinlich Aluminium. Gegen Alu sprechen der Raubbau beim Rohstoffabbau und der hohe Energieverbrauch. Aluverpackungen möglichst vermeiden oder sauber recyceln, zum Beispiel den Aludeckel vom Joghurtbecher nehmen und getrennt recyceln lassen
  • Glas im Mehrweg zu kaufen, ist optimal bei Transportwegen von 200 bis maximal 300 Kilometern. So sind Gläser für Milch und Joghurt aus regionaler Herkunft ideal.
  • Keine Produkte mit Umverpackungen kaufen, eine Suppenterrine im Becher braucht keine zusätzliche Kartonmanschette.

Text:ökolandbau.de, Bilder unbeschriftet pixabay,   danke dafür

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Berlin - Die Kennzeichnung so genannter alkoholfreier Biere ist irreführend und nicht verbraucherfreundlich. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid, die foodwatch beauftragt hat. Demnach gehen fast zwei Drittel der Befragten davon aus, dass ein „alkoholfreies“ Bier keinerlei Alkohol enthält. Tatsächlich aber sind bis zu 0,5 Vol.-Prozent üblich und auch zulässig.

„Die Ergebnisse untermauern, was foodwatch schon seit Jahren bemängelt: Die Alkoholangabe im Kleingedruckten, zu der sich die Brauerei-Branche vor zwei Jahren durchgerungen hatte, führt nicht zu mehr Transparenz“, kritisierte Lena Blanken von foodwatch. Zwar „empfiehlt“ der Deutsche Brauerbund seinen Mitgliedern seit 2014 eine „freiwillige Kennzeichnung des Restalkoholgehaltes alkoholfreier Biere (Alk.<0,5 %vol.)“. Ein Blick in die Supermarktregale zeigt jedoch: Wenn überhaupt, erfolgt diese Angabe im Kleingedruckten, auf der Rückseite oder am Flaschenhals. Der Brauerbund ist nicht bereit, auf die irreführende „alkoholfrei“-Angabe zu verzichten und diese durch einen unmissverständlichen Begriff wie „alkoholarm“ zu ersetzen.

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Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich allerdings zu 90 Prozent eine andere Kennzeichnung, so ein weiteres zentrales Ergebnis der repräsentativen Emnid-Befragung: Fast die Hälfte findet, Biere mit bis zu 0,5 Vol.-Prozent sollten als „alkoholarm“ ausgewiesen werden. Gut ein Fünftel votierte für „alkoholreduziert“. Nur zehn Prozent sprachen sich für „alkoholfrei“ aus. Das sind noch weniger als in einer 2013 durchgeführten Studie, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft selbst finanziert hatte. „Diese Umfrageergebnisse sind ein Armutszeugnis für die Brauerei-Branche – und für Christian Schmidt. Obwohl der Ernährungsminister die Zahlen kennt, ignoriert er sie“, so Blanken. „Sein Verhalten ist dabei geradezu symptomatisch. Der Minister setzt lieber auf weichgespülte freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie, anstatt Verbraucherinnen und Verbraucher mit gesetzlichen Vorgaben vor Täuschung und Irreführung zu schützen."

BierMenschen, die bewusst komplett auf Alkohol verzichten wollen – beispielsweise in der Schwangerschaft – können mit der „alkoholfrei“-Kennzeichnung in die Irre geführt werden. Schon 2007 hatte foodwatch erstmals von „legaler Täuschung“ gesprochen und seitdem den alltäglichen Etikettenschwindel immer wieder öffentlich kritisiert. Auf www.abgespeist.de illustrierte foodwatch, wie Verbraucherinnen und Verbraucher durch irreführende Werbung und Etikettierung getäuscht werden. 

Dies betrifft nicht nur die vermeintlich alkoholfreien Biere, sondern auch irreführende Regionalkennzeichnungen, Gesundheitsversprechen auf viel zu süßen, fettigen oder salzigen Produkten und die so genannten Clean Labels, die vorgaukeln, dass bestimmte Zutaten wie Geschmacksverstärker nicht enthalten seien.

2011 reagierte die Bundesregierung und finanzierte das Internetportal www.lebensmittelklarheit.de des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, auf dem Verbraucherinnen und Verbraucher sich über irreführende Produkte beschweren können. Das Portal begeht am 20. Juli seinen fünften Geburtstag. Doch erst wenn die Bundesregierung dem Problem der weit verbreiteten legalen Verbrauchertäuschung bei Lebensmitteln endlich gesetzliche Riegel vorschiebt, bestehe ein echter Grund zum Feiern, so foodwatch.

Die Verbraucherorganisation fordert, dass endlich Schluss ist mit den freiwilligen Initiativen der Lebensmittelwirtschaft. „Die Bundesregierung hat mit dem Informationsportal ‚Lebensmittelklarheit‘ sich selbst und der Ernährungsindustrie bewiesen, dass legale Verbrauchertäuschung an der Tagesordnung ist. Längst ist klar, dass die Branche sich nicht durch ‚Selbstverpflichtungen‘ zu korrekten Produktaufmachungen durchringen wird. So lange Bundesernährungsminister Christian Schmidt die Industrie hätschelt und für ihre wirkungslosen Initiativen lobt, statt wirksame Gesetze vorzulegen, ist er mitverantwortlich für massenhafte Täuschung und Irreführung im Supermarkt“, sagte Blanken. „Ein ‘alkoholfreies‘ Bier das Alkohol enthält – das ist wirklich arm."
Quelle: Text: foodwatch/Bilder: foodwatch, Einl.bild: Pixabay

Downloads: Umfrage und Hintergrundpapier

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