NACH OBEN

  

Wasserglas mti Sprudel und Eiswürfel

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Zu viel Gülle, zu viele Düngemittel: An vielen Orten in Deutschland beeinträchtigt die intensive Landwirtschaft die Wasserqualität. Die Nitratwerte im Grundwasser sind zu hoch. Ein Forscherteam der Jacobs University um den Chemiker Prof. Dr. Ulrich Kortz hat jetzt im Labor einen neuen Weg gefunden, wie die Nitratbelastung im Wasser reduziert werden kann – mithilfe von sogenannten Polyoxometallaten, kurz: POMs.    

Nanowelt ist Magie
POMs sind Geschöpfe der Nanowelt. Es handelt sich um molekulare Metall-Sauerstoff-Verbindungen, die im Labor mithilfe der Reaktion von verschiedenen Substanzen in Wasser hergestellt werden, oftmals unter erstaunlich simplen Bedingungen. Der Chemieprofessor Ulrich Kortz und sein Team gehören zu den weltweit führenden auf dem Gebiet der Synthese neuartiger POMs. Von einer „magischen Rezeptur“, spricht Kortz, wenn es darum geht die exakten Synthesebedingungen für ein POM zu identifizieren, welches robust und lösungsstabil ist.

In dem konkreten Fall haben die Forscher mit einem bestimmten POM gearbeitet, welches eine vakante Stelle in der Gerüststruktur aufweist. Diese Vakanz haben sie systematisch mit verschiedenen Metallatomen gefüllt, und dann untersucht, wie die so angereicherten POMs den elektrokatalytischen Abbau von Nitrat in Wasser beeinflussen.
Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die POMs mit Kobalt und Zink eher unauffällig blieben. Der Einbau von Kupfer oder Nickel erwies sich jedoch als ausgesprochen effektiv: Das nickelhaltige POM senkte den Nitratgehalt um den Faktor 4, und das kupferhaltige POM sogar um den Faktor 50.

Umweltfreundliches Verfahren reduziert Nitratgehalt im Wasser
Von einem „hochinteressanten Resultat“ spricht Grundlagenforscher Kortz. Er setzt auch deshalb große Hoffnungen in die Methode, weil die Nitratreduktion mithilfe von POMs weniger Kohlendioxid emittiert als herkömmliche Verfahren, also umweltfreundlicher ist. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, ob und wie sich die Methode zielsicher im Alltag einsetzen lässt.

Die Nitratbelastung im Grundwasser ist ein seit langem bekanntes Problem in Deutschland. Laut dem Nitratbericht 2016 der Bundesregierung weisen fast ein Drittel der Messstellen für die Grundwasserqualität zu hohe Nitratwerte auf. Verantwortlich dafür ist vor allem der übermäßige Einsatz von Stickstoffdüngern in der Landwirtschaft. Ist das Grundwasser zu stark mit Nitrat belastet, muss es für die Trinkwasserversorgung verdünnt oder das Nitrat technisch reduziert beziehungsweise beseitigt werden. Der erlaubte Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter.

Kortz und sein internationales Team, zu dem auch Wissenschaftler aus China, Indien, Libanon, Pakistan, Simbabwe und Japan gehören, haben ihre Ergebnisse jüngst in dem European Journal of Inorganic Chemistry veröffentlicht. Wie diese POMs entwickelt und für diese Anwendung maßgeschneidert wurden, zeigt auch sehr anschaulich ein kurzer Film unter: https://vimeo.com/198758996

Über die Jacobs University: Die Jacobs University ist eine private, unabhängige, englischsprachige Universität in Bremen. Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt in Vorbereitungs-, Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Internationalität und Transdisziplinarität sind die besonderen Kennzeichen der Jacobs University: Forschung und Lehre folgen nicht einem einzigen Lösungsweg, sie gehen Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen an. Dieses Prinzip macht Jacobs Absolventen zu begehrten Nachwuchskräften, die erfolgreich internationale Karrierewege einschlagen.

Text: Thomas Joppig Brand Management, Marketing & Communications Jacobs University Bremen gGmbH, Bilder: pixabay

Wasser EisVielleicht auch interessant: Trinkwasser auf Rezept

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Deutsche Umwelthilfe und Fraunhofer IZM veröffentlichen Ergebnisse einer Expertenbefragung zur Nachhaltigkeit des Fairphone 2 – Konzept überzeugt durch Transparenz, Reparaturfähigkeit und verantwortlichen Rohstoffabbau – Verbesserungspotential bei Schadstoffgehalten, Arbeitsbedingungen und technischem Upgrade – Das Fairphone soll andere Hersteller und Mobilfunkanbieter zum Umdenken bewegen

Berlin - Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM veröffentlichten gemeinsam eine Studie zur Nachhaltigkeit des neuen Fairphone 2. Im Auftrag der Telekom Deutschland wurde eine Expertenbefragung mit der Leitfrage durchgeführt „Wie nachhaltig ist das Fairphone 2?“. Ziel war es, Stärken und Schwächen zu identifizieren und die Weiterentwicklung des jetzt schon nachhaltigsten Smartphones am Markt weiter zu unterstützen. Das niederländische Unternehmen Fairphone B.V. hatte im letzten Jahr mit dem neuen Fairphone 2 sein zweites Smartphone auf den Markt gebracht, bei dessen Produktion und Gestaltung die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stand. Die DUH nimmt dies zum Anlass, alle Hersteller und Anbieter von Mobilfunkgeräten zum Umdenken aufzufordern. Smartphones müssen reparaturfähiger, langlebiger und fairer in der Herstellung werden.

Im Rahmen der Umfrage wurden in Österreich und Deutschland mehr als 48 Experten von Umweltschutz- sowie Verbraucherverbänden, wissenschaftlichen Instituten, Universitäten, kirchlichen Institutionen sowie Gewerkschaften befragt, um möglichst viele Ansprüche und Sichtweisen zu berücksichtigen. Die Teilnehmer schätzten das Fairphone 2 im Vergleich zu anderen Mobiltelefonen als überdurchschnittlich nachhaltig ein. Besonders der modulare Aufbau wurde als bahnbrechend beurteilt. Kritisch gesehen wurden die Aspekte Schadstoffgehalt und Upgrade-Fähigkeit. Auch im Bereich der Arbeitsbedingungen gibt es noch Verbesserungspotenzial.

„Das Fairphone 2 bricht mit gängigen Konventionen. Statt möglichst viel Technik in ein besonders flaches Gerät einzubauen, das kaum reparierbar ist und nach zwei Jahren in der Schublade oder auf dem Müll landet, setzen die Niederländer auf ein robustes Gerät, bei dem Langlebigkeit im Vordergrund steht. Durch die erstmalige Umsetzung einer modularen Bauweise können Verbraucher Ersatzteile problemlos selbst einbauen, ohne gleich das ganze Gerät austauschen zu müssen. Eine solche Bauweise vermeidet Elektroschrott, entlastet den Geldbeutel und sollte zukünftig von allen IT-Herstellern umgesetzt werden“, fordert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Fairphone_HerstellungDas Fairphone wurde von den Befragten zwar einerseits als beispielgebend im Bereich Arbeitsbedingungen eingeschätzt, andererseits bestehe aber gerade in diesem Bereich noch Verbesserungsbedarf. „In der IT-Branche sind die Arbeitsbedingungen beim Rohstoffabbau in Afrika oder der Produktfertigung in Asien häufig problematisch, weshalb die Entwicklung sozialer und ökologischer Standards ausgesprochen wichtig ist. Die Fairphone-Initiative hat in diesen Bereichen neue Maßstäbe gesetzt und die ethisch vertretbare Produktion von IT-Geräten zum Thema gemacht. Auch wenn noch nicht alle Arbeitsschutzkriterien in der Produktion eingehalten werden, hat das Projekt eine Signalwirkung für die gesamte Elektronikbranche. Andere Hersteller von Mobilfunkgeräten dürfen sich dem Thema Nachhaltigkeit nicht verschließen und sollten dem guten Beispiel von Fairphone schnellstmöglich folgen“, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Die Idee des Fairphones ist die beispielhafte Entwicklung eines Smartphones, das die Umwelt schont und faire Produktions- und Arbeitsbedingungen ermöglicht. Das Konzept soll zu Veränderungen in der Lieferkette, im Fertigungsprozess und beim Produktdesign, auch bei anderen Herstellern, führen. Fairphone konnte in seinem Verantwortungsbereich beispielgebende Veränderungen im Umwelt- und Sozialbereich anstoßen. Damit die Veränderungen vom Kleinen ins Große getragen werden, sollten vor allem global agierende Großunternehmen der Elektronikbranche nachziehen.

„Die Umfrage zur Nachhaltigkeit des Fairphone 2 konnte wichtige Ansatzpunkte liefern, an welchen Stellen das Konzept noch besser werden muss. Die schlechteste Bewertung erhielt der Aspekt Schadstoffe, wobei vor allem mangelnde Informationen als Begründung angeführt wurden. Aber auch die Möglichkeit der Durchführung von Upgrades und einer technischen Aufrüstung des Geräts könnte viel stärker als bisher Berücksichtigung finden. Auch wurde von den befragten Experten der Wunsch geäußert, weitere fair abgebaute Rohstoffe über Gold, Tantal, Wolfram und Zinn hinaus zu verwenden“, erklärt der Gruppenleiter am Fraunhofer IZM Karsten Schischke.

Die DUH und das IZM werden die Entwicklung des Fairphones weiter im Blick behalten und sich dafür einsetzen, dass andere Hersteller und Anbieter von Mobilfunkgeräten nachhaltiger werden. Die Ergebnisse der Studie werden am 7. September auf der Electronics Goes Green Konferenz in Berlin der internationalen Fachöffentlichkeit präsentiert. Miquel Ballester, Mitgründer von Fairphone, wird bei dieser Gelegenheit den aktuellen Stand der Unternehmensaktivitäten vorstellen.
Quelle: Text: DUH/Bilder: Fairphone

Die Studie zum kostenlosen Download gibt es hier!

Maus
Lesen Sie dazu
über eine faire Computermaus

 

AKTUELLE NACHRICHTEN

Keimschleuder Küchenschwamm

Montag, 24. Juli 2017 15:52
Die weltweit erste umfassende Studie zur Keimbelastung gebrauchter Küchenschwämme ist nun erschienen. In den Reinigungsutensilien wurde eine teils besorgniserregend hohe Konzentration von Bakterien nachgewiesen. Den Schwamm heiß auszuwaschen oder

Ökomode - Trends aus der Natur

Montag, 24. Juli 2017 05:19
Wien - Sanft wie Seide oder kratzig wie Polyester, natürlich bunt oder chemisch gefärbt? Unsere Kleidung umhüllt uns wie eine zweite Haut, doch sie ist nicht immer hautverträglich. Wer seiner Haut Gutes tun will, kauft am besten ökologisch. "die

Nachhaltige Baby- und Kindermode auf der 41. INNATEX

Freitag, 21. Juli 2017 04:20
Vom 29. bis 31. Juli 2017 findet im Messecenter Rhein-Main in Hofheim-Wallau die INNATEX - Internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien zum 41. Mal statt. Im 20. Jubiläumsjahr stellen auf der beliebtesten Ordermesse der Branche wieder rund 30

 

 

Dallmayr Geschenke und Ideen, Kaffeespezialitäten
Anzeige

 

 

NEU in der MEDIATHEK

Mit Drachen Strom erzeugen

Montag, 19. Juni 2017 11:53

 Nicht nur Windräder können mit einer starken Böe Strom erzeugen. In Zukunft werden Flugdrachen in höheren Luftschichten Energie ernten. Diese Technologie ist effizienter. Einige Firmen forschen an Prototypen.



 

ichtragenatur.de will für alle – Konsumenten wie Unternehmen – die Plattform sein, um sich zu sammeln und kennenzulernen, sich miteinander zu vernetzen und dann gemeinsam zu starten mit dem Ziel: mit unseren Ressourcen schonend umzugehen, für eine Umwelt, die allen Menschen das Leben erlaubt und – lebenswert macht.

 

 

REDAKTION

ichtragenatur - Das Magazin

Reitham 14
83627 Warngau
info@ichtragenatur.de
 

Feedback

Sie haben Fragen oder interessante Themen für die Redaktion?
Wir freuen uns über Ihre Nachricht.