Frankfurt/New Haven - Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt haben gemeinsam mit Kollegen von der Yale-Universität und weiteren Institutionen die Smartphone-App „Map of Life“ entwickelt. Die Anwendung erlaubt es mit dem Mobiltelefon Arten zu erkennen, die Umgebung auf Tier- oder Pflanzenarten zu überprüfen sowie eigene Beobachtungen zu dokumentieren und zu teilen. Nun wurde die App zum kostenlosen Download veröffentlicht. 

Map of LifeMehr als ein digitales Nachschlagewerk: Die Map of Life-App © MOL112 Schmetterlinge, 173 Vögel und 60 Säugetiere – das sind unter anderem die „Arten in meiner Umgebung“, wenn man in Frankfurt die Smartphone-App „Map of Life“ befragt. Zu jeder der Tier- und Pflanzenarten gibt es einen Steckbrief mit Informationen zur Verbreitung, dem Aussehen der Art und Fotos. „Mit der neu erschienenen App kann man sich die Tiere in seiner unmittelbaren Umgebung anzeigen und erläutern lassen – und das weltweit“, erklärt Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Direktorin am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt und ergänzt: „Ein Eichhörnchen erkennt wahrscheinlich jeder, die Unterscheidung von einer Wald- und einer Feldspitzmaus ist aber schon schwieriger.“ 

Tierbeobachtungen dirket dokumentieren
Die von der Universität Yale in Zusammenarbeit mit Senckenberg und weiteren Institutionen entwickelte App ist nicht nur ein digitales Nachschlagewerk. Böhning-Gaese hierzu: „Jeder Nutzer kann seine Tierbeobachtungen direkt dokumentieren und leistet so einen wichtigen Anteil an der Erfassung der Artenvielfalt.“ Aktuell sind bereits über 31.000 Arten in der App dokumentiert. In der hinter der Anwendung stehenden Datenbank des „Map of Life“-Projektes sind es knapp eine Millionen erfasste Arten. „Es gibt aber nach wie vor große ‚weiße Flecken‘ auf der Weltkarte. Langfristig wollen wir Informationen über die Verbreitung aller bekannten Tier- und Pflanzenarten bündeln und visualisieren. Das wird uns zeigen, wie viel oder wie wenig wir über ihr Vorkommen überhaupt schon wissen“, so Böhning-Gaese. 

Map of LifeFür jede gefundene Art gibt es einen Steckbrief. © MOLDarüber hinaus lassen sich anhand der „Map of Life“ Hotspots der biologischen Vielfalt und der Bedrohung von Arten besser identifizieren. Damit können zum Beispiel im Naturschutz und -management leichter Prioritäten gesetzt werden. „Die Welt verändert sich schnell und Arten verschwinden, bevor wir überhaupt wussten, wo es sie gab, welche Rolle sie spielten und wie wir sie hätten schützen können. Unser Wissen ist auf zu wenige Gebiete und Arten beschränkt. Weltweit Arten zu erkennen und zu dokumentieren birgt ein großes Potential für eine geographisch und taxonomisch vollständige Erfassung der Artenvielfalt“, fasst Dr.Walter Jetz, Professor an der Universität Yale und Leiter des „Map of Life“-Teams zusammen.

Text und Bild: Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum 

Die kostenlose App ist in sechs Sprachen für Apple- und Android-Smartphones unterhttps://auth.mol.org/mobile/download verfügbar. Weitere Informationen zur „Map of Life“ gibt es unter http://mol.org