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Blühender Waldboden

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Wälder liefern nicht nur Holz oder sind beliebte Erholungsräume für Menschen. Sie erfüllen auch wichtige ökologische Leistungen; ihre Böden binden neben Stickstoff und Schwermetallen auch das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2).
Wie sich die Belastungen der Wälder in den letzten 20 Jahren verändert haben und in welchem Zustand die Waldböden heute sind, ist in der zweiten Bodenzustandserhebung im Wald flächendeckend untersucht worden. Die Ergebnisse haben Wissenschaftler des Thünen-Instituts in einem rund 500 Seiten starken Bericht zusammengetragen, der Ende vergangenen Jahres in Berlin Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt übergeben wurde.

Der saure Regen zwang zum Handeln
Die Bodenzustandserhebung ist ein Gemeinschaftswerk von Bund und Ländern. Basis für die Erhebung waren 1.900 Untersuchungspunkte in ganz Deutschland. Es zeigte sich, dass sich die Umweltbedingungen seit der ersten Inventur in den 1990er Jahren deutlich geändert haben.

Dem Wald geht es besser  
Der Zustand der Wälder bzw. der Böden hat sich insgesamt verbessert. Die Stoffeinträge aus der Luft haben nachgelassen, eine Konsequenz aus den Luftreinhaltemaßnahmen, die im Zuge derSaure-Regen-Diskussionen beschlossen und umgesetzt wurden. Dadurch ist die Säurebelastung der Wälder geringer geworden: Die pH-Werte steigen langsam an und die Basenversorgung ist besser geworden. Dies ist für das Wachstum der Bäume positiv.
Stickstoffeinträge hoch, Schwermetallbelastung verringert sich

Überversorgung mit Stickstoff
Eine Herausforderung bleiben aber Stickstoffeinträge, die weiterhin hoch geblieben sind. Sie verändern die Artenzusammensetzung in Wäldern, häufig zu Lasten seltener Arten. Zusätzlich können sie zu Ungleichgewichten in der Nährstoffversorgung führen und den Boden weiter versauern. „Die Waldernährung und die Bodenvegetation deuten auf eine Überversorgung mit Stickstoff hin. Die Speicherkapazität der Böden für Stickstoff scheint erreicht zu sein“, sagt Projektleiterin Dr. Nicole Wellbrock vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde. Bleiben die Einträge weiterhin hoch, so besteht die Gefahr von unerwünschten Austrägen, zum Beispiel in Form von Nitrat, ins Sicker- und Grundwasser. 

Die hohen Stickstoffeinträge beeinträchtigen nicht nur in Deutschland die Wälder, sondern auch in weiten Teilen Mitteleuropas. Das zeigen Erhebungen im Rahmen des internationalen Kooperationsprogramms Wälder (ICP Forests), die ebenfalls am Thünen-Institut für Waldökosysteme aufbereitet und 2016 veröffentlicht wurden.
Der Eintrag von Schwermetallen aus der Luft hat in den letzten 20 Jahren abgenommen. Die jetzige Bodenzustandserhebung zeigt, dass lediglich die Konzentrationen von Blei und Arsen teilweise über dem Vorsorgewert liegen, sie sind jedoch relativ stabil im Mineralboden gebunden. Höhere Aufmerksamkeit sollte Quecksilber entgegengebracht werden, da es sich zunehmend in der Umwelt verbreitet.

Aktiver Umweltschutz mit Laubwäldern
Der Umbau von Nadelwald-Reinbeständen zu Laub- und Mischbeständen in den letzten zwei Jahrzehnten hat sich insgesamt positiv auf den Waldboden ausgewirkt, da Laubwälder eine geringere Versauerung aufweisen und mehr organische Substanz und Kohlenstoff im Mineralboden binden. Dies ist besonders mit Blick auf den Klimawandel von Bedeutung: Mehr gebundener Kohlenstoff im Boden ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.  

Was weiterhin notwendig ist
Die von mehreren Bundesländern praktizierte Wald-Kalkung soll als vorsorgender Bodenschutz für funktionstüchtige und stabile Waldökosysteme sorgen. Mit der Kalkung werden zwar Säuren im Boden kompensiert und die Versorgung mit Nährelementen erhöht, allerdings ohne den ursprünglichen Zustand der Waldböden wiederherstellen zu können.
Hauptursache für die Belastungen der Wälder ist neben dem Faktor Trockenheit vor allem die Überversorgung mit Stickstoff, die zu Ungleichgewichten in der Waldernährung führt. Daher ist die Luftreinhaltung, insbesondere die Minderung der Stickstoffemissionen als eigentliche Ursache der Bodenversauerung, die wohl wichtigste Maßnahme, um gesunde Wälder zu erhalten.

Quelle: Text: Dr.Michael Welling Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei , Bilder: Pixabay

Reh BeitragsbildVielleicht auch interessant: Bäume erkennen Rehe am Speichel und wehren sich gegen Verbiss

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Milde Witterung gibt Startschuss für Laichwanderungen

KrötenwanderungBerlin – Wärmere Temperaturen in Deutschland lösen bei Fröschen, Kröten, Molchen und Unken Frühlingsgefühle aus und locken sie aus ihren Winterquartieren. In den witterungsbegünstigten Niederungen und Flussläufen sind bereits Wanderungen zu verzeichnen. Aber auch im Flachland und auf dem Winterberg (Nordrhein-Westfalen) sind Amphibien unterwegs auf dem Weg zum Laichgewässer. Trotz teilweise frühlingshafter Temperaturen am Tag verhindern die kühlen Nächte derzeit stärkere Wanderungen weitgehend. Von Mitte bis Ende kommender Woche soll es vorübergehend deutlich milder werden, die Wanderungen werden also aufleben. Autofahrerinnen und Autofahrer bittet der NABU daher, auf Amphibienwanderstrecken maximal 30 zu fahren.

Neben dem direkten Tod infolge des Überrollens durch Autoreifen, sterben viele Tiere, obwohl sie nicht direkt überfahren werden. Bei höheren Temperaturen erzeugen Fahrzeuge einen so hohen Luftdruck, dass die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen und die Tiere qualvoll verenden. Nimmt man mehr Rücksicht, wird auch der Einsatz der vielen Menschen im Land weniger gefährlich, die sich ehrenamtlich um Amphibienschutzzäune kümmern, Kröten und Frösche aus den Sammeleimern retten und sicher über die Straßen bringen.

HelferViele Naturfreunde helfen, Erdkröten zu retten. Fotos:NABU/H. May„Die ehrenamtlichen Helfer sind meistens in der Dunkelheit in den Abend- und frühen Morgenstunden unterwegs. Bei ihrer Arbeit müssen Sie häufig die betroffenen Straßenabschnitte überqueren“, erläutert Sascha Schleich, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik und appelliert weiter an die Autofahrer: „Achten Sie deshalb besonders in der Dunkelheit auf Warnschilder, Tempolimits und Umleitung.“

Seit vielen Jahren haben Naturschützer dem Amphibientod an unseren Straßen den Kampf angesagt. Jahr für Jahr sind Naturschutzgruppen aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Diese ehrenamtliche Arbeit ist auf zahlreiche Helferinnen und Helfer angewiesen. Der NABU bietet deshalb Sonderseiten zum bundesweiten Wandergeschehen an. Dort gibt es neben aktuellen Meldungen über besondere Ereignisse und seltene Arten auch eine bundesweite Datenbank, die über den Standort von Krötenzäunen und Aktionen informiert und wo Helfer gebraucht werden.
Quelle: Text: NABU/Einl.bild: NABU/Th. Beuster 

GänseVielleicht auch interessant: Beim Kauf von Schlafsäcken auf Tierschutz achten

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Frankfurt - Der Online-Fotoführer „African Plants“ wächst kontinuierlich: Kürzlich hat die Senckenberg-Datenbank die 5000er-Marke der illustrierten Pflanzenarten geknackt. Damit bildet die öffentlich zugängliche Fotosammlung etwa 10 Prozent der bekannten Pflanzenarten im kontinentalen Afrika ab. Derzeit werden weitere Fotos aus dem schwer zugänglichen Zentralafrika ergänzt und stehen so Hobbybotanikern, Afrika-Reisenden und Wissenschaftlern gleichermaßen zur Verfügung.

BlumeAuch das Sandelholzgewächs Aptandra zenkeri ist jetzt für (Hobby)Botaniker zu finden. © DJ. HarrisDas Sandelholzgewächs 
Aptandra zenkeri, die Tagblume Commelina aspera und die Tropenpflanze Pollia condensata, deren Beeren dank einer besonderen Oberflächenstruktur im kräftigen metallisch-Blau erstrahlen – Dies sind nur einige der Neuzugänge, die aktuell im Online-Fotoführer „African Plants – A Photo Guide“ zu finden sind. „Wir haben die Datenbank im Jahr 2008 ins Leben gerufen, weil die Flora Afrikas zwar vielfältig und spannend, entsprechende Bestimmungsliteratur aber Mangelware ist“, erklärt Dr. Stefan Dressler aus der Abteilung Botanik und molekulare Evolutionsforschung am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt.

Nun wurde die 5000er-Marke der in der Online-Sammlung abgebildeten Pflanzenarten geknackt. „Damit haben wir etwa 10 Prozent aller bekannten Pflanzenarten des kontinentalen Afrikas in unserer Foto-Datenbank erfasst.“, freut sich Dressler.

Der Frankfurter Botaniker hat den Fotoführer gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Marco Schmidt und Prof. Dr. Georg Zizka entwickelt. Die Datenbank erlaubt die Suche nach wissenschaftlichen, aber auch nach Trivialnamen sowie nach 18 verschiedenen Merkmalen wie Blütenfarbe, Art der Früchte oder Anordnung der Blätter. So kann das Online-Verzeichnis nicht nur von Wissenschaftlern, sondern auch von Hobby-Botanikern oder Touristen genutzt werden.

EricaErica longifolia kann anhand verschiedener Merkmale nun im Fotoführer identifiziert werden. © © Stefan Dressler„Wir finden es toll, dass unser Projekt so großen Anklang findet – innerhalb der letzten zwei Jahre haben über 55.000 Personen die Datenbank besucht. Bei einer geschätzten Anzahl von 45.000 bis 60.000 Pflanzenarten in Afrika sind wir aber auch weiterhin auf die Hilfe von Hobby-Fotografen, Touristen, Bürgerwissenschaftlern und Kollegen angewiesen“, erläutert Dressler und fährt fort: „Besonders in Zentralafrika ist es – auch aufgrund der politischen Verhältnisse – schwer an Fotomaterial zu gelangen.“

Um so mehr freute es die Frankfurter Botaniker, dass ihnen kürzlich ein Datensatz mit mehr als 8000 Fotos aus dem zentralafrikanischen Kongo-Becken von einem schottischen Kollegen vom Royal Botanic Garden Edinburgh zur Verfügung gestellt wurde. Dressler hierzu: „Im Moment werden diese Fotos wissenschaftlich überprüft, zugeordnet und dann in der Datenbank – für jedermann sichtbar – online gestellt.“
Quelle: Judith Jördens, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum/Einl.bild: Pixabay

Den Online-Fotoführer findet man unter www.africanplants.senckenberg.de

Fotos von afrikanischen Pflanzen können an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! geschickt werden.

 Elefant
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Artenvielfalt auf dem Display

 

Augen auf beim Nistkastenkauf.

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NABU: Nicht jede Kiste mit Loch ist geeignet

Berlin - Der meteorologische Frühling hat begonnen und mit ihm beginnt die Brutzeit vieler Gartenvögel. Wer für die gefiederten Mitbewohner noch rechtzeitig zusätzlichen Wohnraum schaffen will, sollte neue Nistkästen möglichst bis Mitte März anbringen. Der NABU warnt jedoch vor dem Kauf ungeeigneter Nisthilfen, die derzeit in manchen Geschäften angeboten werden. Meist bleiben sie unbesetzt und rufen große Enttäuschung hervor, manchmal schaden sie aber sogar den Vögeln, denen man eigentlich helfen möchte.

NistkastenDie Größe des Einfluglochs beim Nistkasten hängt von der Vogelart ab. Für Blaumeisen ideal sind 26 bis 28 Millimeter. Foto: NABU/Rita PriemerNicht alle Gartenvögel nutzen Nistkästen, sondern nur Arten, die natürlicherweise in Höhlen alter Bäume oder in Spechtlöchern brüten. Die häufigsten Nutznießer künstlicher Nisthöhlen sind daher Kohl- und Blaumeisen sowie Haus- und Feldsperlinge. Größere Kästen werden häufig von Staren angenommen. Für jede Vogelart gibt es eine ideale Größe des Einfluglochs. Bei den kleinsten Meisen sind das 28 Millimeter Durchmesser, bei den größeren Kohlmeisen 32 und beim Star 45 Millimeter. Andere Arten, wie Haus- und Gartenrotschwanz benötigen eine halboffene Vorderwand, man spricht dann von einer Halbhöhle. Für seltenere Arten wie Mauersegler, Mehlschwalben oder den Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, gibt es besondere Spezialnistkästen.

"Nach Mitte März sinken die Chancen, dass ein neu angebrachter Nistkasten in diesem Jahr genutzt wird, mit jedem Tag ein bisschen", sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Aber später zurückkehrende Zugvögel wie der Trauerschnäpper freuten sich dann umso mehr über noch leere Nistkästen. Und manchmal zögen Vögel später im Frühjahr für eine zweite oder sogar dritte Brut an einen neuen Nistplatz um. "Wer ganz sicher gehen möchte, dass im eigenen Garten die Vogelschar nicht durch einen Mangel an Nistgelegenheiten begrenzt wird, sollte von jeder Sorte Nistkasten mindestens so viele anbringen, dass einer unbesetzt bleibt", so Lachmann weiter.

NistkastenEin voll ausgebuchter Nistkasten ist nur dann zu erwarten, wenn die Maße passen. Foto: PixabayDas Selberbauen von Nistkästen ist eine dankbare Aufgabe für angehende Heimwerker und macht auch mit Kindern viel Spaß. Der NABU bietet dafür detaillierte Bauanleitungen an. Aber auch im Handel gibt es viele gut geeignete Nistkästen zu kaufen. Allerdings haben die Experten des NABU in den letzten Tagen in manchen Märkten auch völlig ungeeignete Produkte entdeckt, an denen weder Kunden noch die Vögel ihre Freude haben würden. "Nicht jede Kiste mit einem Loch ist gleich ein funktionierender Nistkasten", warnt Lachmann.

So sind manche billigen Modelle viel zu klein, um einer Schar von bis zu zehn oder mehr Jungen ausreichend Platz zu bieten. Eine Grundfläche von zwölf mal zwölf Zentimeter sollte selbst bei den kleinsten Kästen das Mindestmaß sein. Wichtig ist auch eine zur Kastengröße passende Einfluglochgröße: Kleine Kästen sollten die kleineren Löcher für kleinere Vogelarten besitzen. Das Einflugloch sollte sich im oberen Teil der Vorderwand befinden, sein Unterrand sollte mindestens 17 Zentimeter vom Boden des Kastens entfernt sein, damit Katzen und andere Räuber nicht mit der Pfote die Jungen aus dem Nest angeln können. "Stattdessen finden wir manchmal winzige Kästen im Angebot mit riesigen Löchern in der Mitte der Vorderwand, die kaum ein Vogel je nutzen wird", stellen die NABU-Experten fest. Die häufig vor dem Loch angebrachte Sitzstange ist dagegen unnötig und für die Bewohner sogar schädlich. Denn sie erleichtert Räubern das Klettern am Kasten.

Das beste Material ist raues Naturholz. Es ist atmungsaktiv und sorgt für ein gutes Klima im Nest. Ganz abzulehnen sind Nistkästen aus Plastik, die sich in der Sonne stark aufheizen und zudem den Jungvögeln keine Chance geben, an den glatten Wänden hinaufzuklettern. Zudem muss es unbedingt die Möglichkeit geben, die Kästen nach der Brutsaison zur Reinigung zu öffnen. Fest verschlossene Kästen sind schnell voll mit Nistmaterial, toten Jungvögeln und Vogel-Parasiten und dann auf Jahre unbenutzbar.
Quelle: Text: NABU/Bilder: Pixabay

NistkästenMehr zu Nistkästen auf nabu.de 
Unter dem Titel "Wohnen nach Maß" gibt es eine 48-seitige NABU-Broschüre mit detaillierten Anleitungen. Bezug für zwei Euro plus Versandkosten. 

Die Goldene Acht Schmetterling des Jahres 2017  "Heiner Ziegler / BUND"

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Berlin: Die BUND NRW Naturschutzstiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben die „Goldene Acht“ (Colias hyale) zum Schmetterling des Jahres 2017 gekürt, um auf den Rückgang des Falters aufmerksam zu machen. Seine Raupen ernähren sich von Luzerne und Klee und brauchen naturnahe blütenreiche Wiesen oder Weiden. „Mit der Intensivierung der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum der Goldenen Acht zusehends“,  sagte Jochen Behrmann von der BUND NRW Naturschutzstiftung. „Luzerne und Klee werden kaum noch als Gründünger oder Viehfutter angebaut. Stattdessen wird heute mit Gülle und Kunstdünger gedüngt, und Importsoja dient als Viehfutter. Das verändert auch die Welt der Falter zum Schlechten“, sagte Behrmann. Bundesweit gilt der Schmetterling des Jahres 2017 noch als ungefährdet, in einigen Bundesländern jedoch steht er bereits auf der Roten Liste als gefährdet.

Die Falter sind von Mai bis Oktober zu beobachten. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite, die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken.

Die Goldene Acht   "Heiner Ziegler / BUND"Die Goldene Acht "Heiner Ziegler / BUND"Ein Falter mit einer Menge Namen
Die „Goldene Acht“ ist in Mittel- und Osteuropa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet. Als Wanderfalter legt sie nicht selten mehrere hundert Kilometer zurück. Über das Jahr bringt die Art drei oder sogar vier Generationen hervor, die als Raupen überwintern. Dass der Falter auch unter vielen anderen Namen wie „Posthörnchen“, „Weißklee-Gelbling“, „Gelber Heufalter“, „Gemeiner Heufalter“ oder auch „Kleegelbling“ bekannt ist, deutet darauf hin, dass die „Goldene Acht“ früher sehr häufig vorkam.

Die Goldene Acht und sein Zwillingsbruder
Schwer zu unterscheiden ist die „Goldene Acht“ als ausgewachsener Schmetterling von dem nahe verwandten Hufeisenklee-Gelbling. Die beiden gelten als Zwillingsarten. Nur bei den älteren Raupen gelingt es, die „Goldene Acht“ zweifelsfrei zu identifizieren: Während die Raupen des Hufeisenklee-Gelblings vier auffällige gelbe Längslinien mit schwarzen Flecken haben, sind bei den Raupen der „Goldenen Acht“ nur zwei dünne gelbliche Seitenlinien erkennbar.

Der BUND und die BUND NRW Naturschutzstiftung küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Schmetterlinge aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet.

Text: Dr. Jochen Behrmann, BUND und Bilder pixabay

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Spatz am Futterhäuschen

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Zeig mir deinen Schnabel und ich sage dir, was du frisst / Die Deutsche Wildtier Stiftung: Beobachtungen am Futterhaus

Hamburg - Vögel, die bei uns überwintern, können am Futterhaus oder beim Spaziergang gut beobachtet werden. "Achten Sie einmal auf die Schnäbel: Sie verraten, was Vögel fressen", sagt Peer Cyriacks, Ornithologe der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Natur hat jedem Vogel das passende "Werkzeug" für die Nahrungsaufnahme mitgegeben. "Körnerfresser haben beispielsweise einen anders geformten Schnabel als Insektenfresser oder Wasservögel."

Pinzetten-Schnäbel gehören Weichfutterfressern. Rotkehlchen, Drosseln, Stare, Zaunkönige, Heckenbraunellen, Kleiber, Baumläufer und Spechte gehören dazu. "Typisch ist der längliche, spitz zulaufende, schmale Schnabel", erläutert Peer Cyriacks. Der Schnabel übernimmt in gewisser Weise die Funktion einer Pinzette. Damit können die Vögel getrocknete Beeren und Rosinen, Apfelstückchen oder Mehlwürmer aufspießen und verspeisen.

SpatzSpatzen lieben Körnermischungen.Kompakt-Schnäbel knacken Körner. Buch- und Grünfink, Kernbeißer, Zeisig, Stieglitze, Meisen, Gimpel und Spatzen sind mit ihren Schnäbeln dazu in der Lage. "Der Schnabel ist klein, kräftig und kompakt. Er arbeitet fast wie ein Nussknacker", so Cyriacks. Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Mohn, Leinsamen, Buchweizen und Haferflocken werden von Körnerfressern ohne Probleme zerteilt.

Löffel-Schnäbel gehören Wasservögeln. Die breiten, vorne abgerundeten Schnäbel eignen sich perfekt zum Gründeln. Enten und Schwäne suchen damit den Teich oft bis zum Boden ab. Der Schnabel wird zum "Löffel", der Wasserinsekten und Grünpflanzen absammelt. Insekten und Pflanzen bleiben im Schnabel hängen, werden verspeist.

Eine Besonderheit sind die Säger: Diese Entenähnlichen Vögel haben sich auf den Fischfang spezialisiert und seitlich gesägte Schnäbel, die den schlüpfrigen Fisch besonders gut packen können.

EichelhäherEichelhäherHaken-Schnäbel gehören Greifvögeln und Eulen. Sie sind darauf angewiesen, festes Fleisch zerschneiden zu können. Mit scharfen Schnabelkanten und dem gebogenen Haken können sie die Beute, etwa Mäuse und Kleinvögel töten und grob zerteilen.

Allesfresser-Schnäbel sind kräftig und kantig. Der Eichelhäher besitzt so einen robusten Allround-Schnabel, aber auch Dohlen und Elstern haben ein Multifunktions-Werkzeug, um tierische und pflanzliche Kost zu vertilgen. Sie knacken mit dem Schnabel Eicheln, Haselnüsse und Bucheckern genauso geschickt, wie sie Abfälle verschlingen oder Würmer zerteilen.
Quelle: Presseportal Deutschland/Bilder: Pixabay

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Licht aus in Deutschland

Samstag, 25. März 2017 05:18
Am 25. März ist Earth Hour / 178 Länder sind dabei Berlin - Am 25. März 2017 gehen zur WWF Earth Hour für eine Stunde rund um den Globus die Lichter aus. Jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit gehen auch an berühmten Bauwerken die Lichter aus. Hierzu z

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Gärten nachhaltig bewirtschaften: Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht Handbuch „Gärten für die Zukunft“/Broschüre enthält Handlungsempfehlungen und zeigt auf, wie auf lokaler Ebene die biologische Vielfalt geschützt werden kann Berlin/Rad

 

 

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NEU in der MEDIATHEK

Robert Redford: Die Stimme der Natur

Dienstag, 21. März 2017 08:48

Die Mammutbäume sprechen...

 „Und dann kamen die Menschen und die Hölle fing an...“

Zum Projekt:
Robert Redford, Julia Roberts, Penélope Cruz, Harrison Ford, Edward Norton, Ian Somerhalder und Kevin Spacey: Das sind die Namen der Prominenten, die der Natur ihre Stimme geben. Nachdrücklich, ernst und auffordernd. Sie verwandeln sich in einen Ozean, in ein Korallenriff, in plätscherndes Wasser, in einen Mammutbaum, in den Regenwald, in Blumen, in fruchtbarem Erdboden und in die Mutter Natur selbst. Faszinierende Bilder einer teilweise noch intakten Welt zeigen uns die Schönheit aber auch gleichzeitig die Zerbrechlichkeit der Natur. So lautet auch der Slogan der Umweltschutzorganisation „Conservation International“ :

Natur braucht den Menschen nicht. Aber die Menschen die Natur.

Die Kurzvideos wollen wachrütteln und den Blick schärfen: Sie demonstrieren somit nicht nur die natürlichen und naturbelassenen Gebiete dieser Erde, sondern eben auch die Auswirkungen der Menschenhand und seiner großen Gier.

Diese als Kampagne angelegte Kurzfilme unter dem Titel „Nature is Speaking“ (Die Natur spricht!) sind sicherlich nicht die ersten Dokumentationen dieser Art, die auf das Thema aufmerksam machen. Doch die Botschaften erhalten hier nochmals eine andere Dimension. Die Symbiose von Pflanze und Tieren ist dann fruchtbar und gelingend, wenn die Natur sich ausdehnen und entfalten und ihre eigenen Regenerationsprozesse steuern kann.

Weitere Stimmen der Natur finden Sie in unserer Mediathek.



 

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