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Frankfurt - Der Online-Fotoführer „African Plants“ wächst kontinuierlich: Kürzlich hat die Senckenberg-Datenbank die 5000er-Marke der illustrierten Pflanzenarten geknackt. Damit bildet die öffentlich zugängliche Fotosammlung etwa 10 Prozent der bekannten Pflanzenarten im kontinentalen Afrika ab. Derzeit werden weitere Fotos aus dem schwer zugänglichen Zentralafrika ergänzt und stehen so Hobbybotanikern, Afrika-Reisenden und Wissenschaftlern gleichermaßen zur Verfügung.

BlumeAuch das Sandelholzgewächs Aptandra zenkeri ist jetzt für (Hobby)Botaniker zu finden. © DJ. HarrisDas Sandelholzgewächs 
Aptandra zenkeri, die Tagblume Commelina aspera und die Tropenpflanze Pollia condensata, deren Beeren dank einer besonderen Oberflächenstruktur im kräftigen metallisch-Blau erstrahlen – Dies sind nur einige der Neuzugänge, die aktuell im Online-Fotoführer „African Plants – A Photo Guide“ zu finden sind. „Wir haben die Datenbank im Jahr 2008 ins Leben gerufen, weil die Flora Afrikas zwar vielfältig und spannend, entsprechende Bestimmungsliteratur aber Mangelware ist“, erklärt Dr. Stefan Dressler aus der Abteilung Botanik und molekulare Evolutionsforschung am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt.

Nun wurde die 5000er-Marke der in der Online-Sammlung abgebildeten Pflanzenarten geknackt. „Damit haben wir etwa 10 Prozent aller bekannten Pflanzenarten des kontinentalen Afrikas in unserer Foto-Datenbank erfasst.“, freut sich Dressler.

Der Frankfurter Botaniker hat den Fotoführer gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Marco Schmidt und Prof. Dr. Georg Zizka entwickelt. Die Datenbank erlaubt die Suche nach wissenschaftlichen, aber auch nach Trivialnamen sowie nach 18 verschiedenen Merkmalen wie Blütenfarbe, Art der Früchte oder Anordnung der Blätter. So kann das Online-Verzeichnis nicht nur von Wissenschaftlern, sondern auch von Hobby-Botanikern oder Touristen genutzt werden.

EricaErica longifolia kann anhand verschiedener Merkmale nun im Fotoführer identifiziert werden. © © Stefan Dressler„Wir finden es toll, dass unser Projekt so großen Anklang findet – innerhalb der letzten zwei Jahre haben über 55.000 Personen die Datenbank besucht. Bei einer geschätzten Anzahl von 45.000 bis 60.000 Pflanzenarten in Afrika sind wir aber auch weiterhin auf die Hilfe von Hobby-Fotografen, Touristen, Bürgerwissenschaftlern und Kollegen angewiesen“, erläutert Dressler und fährt fort: „Besonders in Zentralafrika ist es – auch aufgrund der politischen Verhältnisse – schwer an Fotomaterial zu gelangen.“

Um so mehr freute es die Frankfurter Botaniker, dass ihnen kürzlich ein Datensatz mit mehr als 8000 Fotos aus dem zentralafrikanischen Kongo-Becken von einem schottischen Kollegen vom Royal Botanic Garden Edinburgh zur Verfügung gestellt wurde. Dressler hierzu: „Im Moment werden diese Fotos wissenschaftlich überprüft, zugeordnet und dann in der Datenbank – für jedermann sichtbar – online gestellt.“
Quelle: Judith Jördens, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum/Einl.bild: Pixabay

Den Online-Fotoführer findet man unter www.africanplants.senckenberg.de

Fotos von afrikanischen Pflanzen können an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! geschickt werden.

 Elefant
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Artenvielfalt auf dem Display

 

China ist heute der weltweit größte legale Elfenbeinmarkt.

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Reich der Mitte will Elfenbeinhandel bis Ende 2017 komplett verbieten / WWF begrüßt Entscheidung als Meilenstein für Elefantenschutz

Peking/Berlin - China wird den nationalen Handel mit Elfenbein und dessen Verarbeitung bis Ende 2017 komplett verbieten. Das gab der Staatsrat der Volksrepublik Ende 2016 in Peking bekannt. Der WWF begrüßt die Entscheidung als Meilenstein für den Elefantenschutz: „China ist heute der weltweit größte legale Elfenbeinmarkt. Seine Schließung ist eine wichtige Voraussetzung, um das Abschlachten der Elefanten aufzuhalten. Es ist auch ein wichtiges Signal an die weltweit organisierte Wilderei, dass ihr Geschäft keine Zukunft hat“, so Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland.

ElfeinbeinBeschlagnahmtes Elfenbein Foto: Folke Wuff, WWFChina kommt mit der Entscheidung einer Aufforderung der Cites-Artenschutzkonferenz nach. Diese hatte auf ihrer Tagung im Oktober in Südafrika eine Resolution verabschiedet, die alle Länder zur Schließung ihrer nationalen Elfenbeinmärkte aufforderte. Neben China haben auch die USA und Hongkong ein entsprechendes Verbot eingeleitet. Hierdurch werden in absehbarer Zeit die drei weltgrößten Elfenbeinmärkte geschlossen. Schmugglern soll es so erschwert werden, ihre Ware loszuwerden, so die Hoffnung der Umweltschützer. Nach Angaben des WWF sind legale Märkte immer wieder Einfallstore für gewildertes und damit illegales Elfenbein und heizen so die Wilderei an. „Wenn die Schließung der Märkte gelingt und erfolgreich kontrolliert wird, könnte dies ein erster Schritt der Beendigung der katastrophalen Wildereikrise in Afrika sein“, so Eberhard Brandes vom WWF.

Afrika erlebt seit einigen Jahren eine dramatische Wildereikrise. Allein im vergangenen Jahr wurden ungefähr 20.000 Elefanten getötet. Hinzu kommen unzählige weitere Arten, die von Handlangern des illegalen Artenhandel gewildert, geschmuggelt und verkauft wurden. Laut WWF wird das Geschäft vor allem von der international organisierten Kriminalität gelenkt. Dabei sei die Wilderei nicht nur eine Gefahr für die Tierwelt, sondern untergrabe das staatliche Gewaltmonopol, fördere Korruption und behindere die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen. Der größte Absatzmarkt für Wildereiprodukte – insbesondere Elfenbein – ist China. 
Quelle: Text: WWF Deutschland/Bilder: Pixabay

KlavierHören Sie: Mit Klassik gegen den Elfenbeinhandel

Blühender Waldboden

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Wälder liefern nicht nur Holz oder sind beliebte Erholungsräume für Menschen. Sie erfüllen auch wichtige ökologische Leistungen; ihre Böden binden neben Stickstoff und Schwermetallen auch das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2).
Wie sich die Belastungen der Wälder in den letzten 20 Jahren verändert haben und in welchem Zustand die Waldböden heute sind, ist in der zweiten Bodenzustandserhebung im Wald flächendeckend untersucht worden. Die Ergebnisse haben Wissenschaftler des Thünen-Instituts in einem rund 500 Seiten starken Bericht zusammengetragen, der Ende vergangenen Jahres in Berlin Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt übergeben wurde.

Der saure Regen zwang zum Handeln
Die Bodenzustandserhebung ist ein Gemeinschaftswerk von Bund und Ländern. Basis für die Erhebung waren 1.900 Untersuchungspunkte in ganz Deutschland. Es zeigte sich, dass sich die Umweltbedingungen seit der ersten Inventur in den 1990er Jahren deutlich geändert haben.

Dem Wald geht es besser  
Der Zustand der Wälder bzw. der Böden hat sich insgesamt verbessert. Die Stoffeinträge aus der Luft haben nachgelassen, eine Konsequenz aus den Luftreinhaltemaßnahmen, die im Zuge derSaure-Regen-Diskussionen beschlossen und umgesetzt wurden. Dadurch ist die Säurebelastung der Wälder geringer geworden: Die pH-Werte steigen langsam an und die Basenversorgung ist besser geworden. Dies ist für das Wachstum der Bäume positiv.
Stickstoffeinträge hoch, Schwermetallbelastung verringert sich

Überversorgung mit Stickstoff
Eine Herausforderung bleiben aber Stickstoffeinträge, die weiterhin hoch geblieben sind. Sie verändern die Artenzusammensetzung in Wäldern, häufig zu Lasten seltener Arten. Zusätzlich können sie zu Ungleichgewichten in der Nährstoffversorgung führen und den Boden weiter versauern. „Die Waldernährung und die Bodenvegetation deuten auf eine Überversorgung mit Stickstoff hin. Die Speicherkapazität der Böden für Stickstoff scheint erreicht zu sein“, sagt Projektleiterin Dr. Nicole Wellbrock vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde. Bleiben die Einträge weiterhin hoch, so besteht die Gefahr von unerwünschten Austrägen, zum Beispiel in Form von Nitrat, ins Sicker- und Grundwasser. 

Die hohen Stickstoffeinträge beeinträchtigen nicht nur in Deutschland die Wälder, sondern auch in weiten Teilen Mitteleuropas. Das zeigen Erhebungen im Rahmen des internationalen Kooperationsprogramms Wälder (ICP Forests), die ebenfalls am Thünen-Institut für Waldökosysteme aufbereitet und 2016 veröffentlicht wurden.
Der Eintrag von Schwermetallen aus der Luft hat in den letzten 20 Jahren abgenommen. Die jetzige Bodenzustandserhebung zeigt, dass lediglich die Konzentrationen von Blei und Arsen teilweise über dem Vorsorgewert liegen, sie sind jedoch relativ stabil im Mineralboden gebunden. Höhere Aufmerksamkeit sollte Quecksilber entgegengebracht werden, da es sich zunehmend in der Umwelt verbreitet.

Aktiver Umweltschutz mit Laubwäldern
Der Umbau von Nadelwald-Reinbeständen zu Laub- und Mischbeständen in den letzten zwei Jahrzehnten hat sich insgesamt positiv auf den Waldboden ausgewirkt, da Laubwälder eine geringere Versauerung aufweisen und mehr organische Substanz und Kohlenstoff im Mineralboden binden. Dies ist besonders mit Blick auf den Klimawandel von Bedeutung: Mehr gebundener Kohlenstoff im Boden ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.  

Was weiterhin notwendig ist
Die von mehreren Bundesländern praktizierte Wald-Kalkung soll als vorsorgender Bodenschutz für funktionstüchtige und stabile Waldökosysteme sorgen. Mit der Kalkung werden zwar Säuren im Boden kompensiert und die Versorgung mit Nährelementen erhöht, allerdings ohne den ursprünglichen Zustand der Waldböden wiederherstellen zu können.
Hauptursache für die Belastungen der Wälder ist neben dem Faktor Trockenheit vor allem die Überversorgung mit Stickstoff, die zu Ungleichgewichten in der Waldernährung führt. Daher ist die Luftreinhaltung, insbesondere die Minderung der Stickstoffemissionen als eigentliche Ursache der Bodenversauerung, die wohl wichtigste Maßnahme, um gesunde Wälder zu erhalten.

Text: Dr.  Michael Welling Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei , Bilder: pixabay,   big merci

Reh BeitragsbildVielleicht auch interessant: Bäume erkennen Rehe am Speichel und wehren sich gegen Verbiss

Spatz am Futterhäuschen

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Zeig mir deinen Schnabel und ich sage dir, was du frisst / Die Deutsche Wildtier Stiftung: Beobachtungen am Futterhaus

Hamburg - Vögel, die bei uns überwintern, können am Futterhaus oder beim Spaziergang gut beobachtet werden. "Achten Sie einmal auf die Schnäbel: Sie verraten, was Vögel fressen", sagt Peer Cyriacks, Ornithologe der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Natur hat jedem Vogel das passende "Werkzeug" für die Nahrungsaufnahme mitgegeben. "Körnerfresser haben beispielsweise einen anders geformten Schnabel als Insektenfresser oder Wasservögel."

Pinzetten-Schnäbel gehören Weichfutterfressern. Rotkehlchen, Drosseln, Stare, Zaunkönige, Heckenbraunellen, Kleiber, Baumläufer und Spechte gehören dazu. "Typisch ist der längliche, spitz zulaufende, schmale Schnabel", erläutert Peer Cyriacks. Der Schnabel übernimmt in gewisser Weise die Funktion einer Pinzette. Damit können die Vögel getrocknete Beeren und Rosinen, Apfelstückchen oder Mehlwürmer aufspießen und verspeisen.

SpatzSpatzen lieben Körnermischungen.Kompakt-Schnäbel knacken Körner. Buch- und Grünfink, Kernbeißer, Zeisig, Stieglitze, Meisen, Gimpel und Spatzen sind mit ihren Schnäbeln dazu in der Lage. "Der Schnabel ist klein, kräftig und kompakt. Er arbeitet fast wie ein Nussknacker", so Cyriacks. Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Mohn, Leinsamen, Buchweizen und Haferflocken werden von Körnerfressern ohne Probleme zerteilt.

Löffel-Schnäbel gehören Wasservögeln. Die breiten, vorne abgerundeten Schnäbel eignen sich perfekt zum Gründeln. Enten und Schwäne suchen damit den Teich oft bis zum Boden ab. Der Schnabel wird zum "Löffel", der Wasserinsekten und Grünpflanzen absammelt. Insekten und Pflanzen bleiben im Schnabel hängen, werden verspeist.

Eine Besonderheit sind die Säger: Diese Entenähnlichen Vögel haben sich auf den Fischfang spezialisiert und seitlich gesägte Schnäbel, die den schlüpfrigen Fisch besonders gut packen können.

EichelhäherEichelhäherHaken-Schnäbel gehören Greifvögeln und Eulen. Sie sind darauf angewiesen, festes Fleisch zerschneiden zu können. Mit scharfen Schnabelkanten und dem gebogenen Haken können sie die Beute, etwa Mäuse und Kleinvögel töten und grob zerteilen.

Allesfresser-Schnäbel sind kräftig und kantig. Der Eichelhäher besitzt so einen robusten Allround-Schnabel, aber auch Dohlen und Elstern haben ein Multifunktions-Werkzeug, um tierische und pflanzliche Kost zu vertilgen. Sie knacken mit dem Schnabel Eicheln, Haselnüsse und Bucheckern genauso geschickt, wie sie Abfälle verschlingen oder Würmer zerteilen.
Quelle: Presseportal Deutschland/Bilder: Pixabay

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Der unermüdliche Einsatz für  das WWF-Wappentier zahlt sich aus.

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WWF: 2016 ist ein durchwachsenes Jahr für den Artenschutz

Für Menschenaffen, Löwen, Giraffen oder Vaquitas war 2016 laut der WWF-Jahresbilanz keine gute Zeit: Die Bestände sind weiterhin rückläufig, die Bedrohungen nehmen zu. Gar als endgültig ausgestorben muss der Rabbs Fransenzehen-Laubfrosch gelten. Das letzte bekannte Exemplar starb in einem Terrarium. Wilderei, Lebensraumverlust, Klimawandel und Übernutzung – darunter leiden diese Tierarten und mit ihnen die biologische Vielfalt weltweit. So zeigt der Living-Planet-Index des WWF auch 2016 steil nach unten. Seit den 1970er-Jahren wurde ein Minus von 58 Prozent gemessen. Damit haben sich die über 14.000 in dem Index erfassten Tierbestände mehr als halbiert. „Der Mensch verursacht gerade das größte, globale Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier“, warnt daher Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. Nach wie vor dramatisch ist die Wilderei-Krise in Afrika: Rund 20.000 Elefanten werden nach WWF-Schätzungen pro Jahr illegal abgeschossen. Das macht durchschnittlich einen gewilderten Elefanten pro halbe Stunde. Hauptgrund für das beispiellose Abschlachten der Tiere sind die weiterhin horrend hohen Schwarzmarktpreise für Elfenbein in Asien.

Doch es gab auch gute Nachrichten. Mit dem Iberischen Luchs zählt eine der seltensten Säugetierarten zu den Gewinnern. Mit über 400 Exemplaren wurde der höchste Stand seit 2001 erreicht. Für das WWF-Wappentier, den Großen Panda, gilt jetzt offiziell eine niedrigere Bedrohungs-Stufe auf der Roten Liste. Optimismus auch beim Tiger: Erstmals seit Jahrzehnten stieg die Bestandzahl. „Tiger und Panda zeigen, der Mensch verursacht nicht nur das Problem, sondern hält auch den Schlüssel für die Lösung in den Händen“, so Brandes. „Wir müssen das Artensterben stoppen und damit unsere eigene Lebensgrundlage, unser Zuhause und letztlich die Zukunft unsere Kindern bewahren.“ Deutschland trage als wohlhabende Industrienation Verantwortung: „Wir müssen wieder Vorbild und Vorreiter werden. Verkehr und Landwirtschaft müssen nachhaltiger werden und wir brauchen mehr Schutzgebiete. Von enormer Bedeutung ist der Kampf gegen den Klimawandel. Er kann sonst zum globalen Arten-Killer zu werden.“

Verlierer 2016

GorillasGorillamütter investieren Jahre in die Fürsorge ihrer Sprösslinge.Menschenaffen: Seit diesem Jahr sind alle Unterarten von Gorilla und Orang-Utan laut Internationaler Roter Liste unmittelbar „vom Aussterben bedroht“. Schimpanse und Bonobo gelten weiter als stark gefährdet. Wilderei und Lebensraumverlust bedrohen unsere nächsten Verwandten.

Rabbs Fransenzehen-Laubfrosch: Zehn Jahren nach seiner Entdeckung ist der wohl letzte Vertreter der Art in einem Terrarium in Atlanta gestorben. Die Lurche, die nur in einem sehr kleinen Gebiet in Panama lebten, wurden von einer Pilzinfektion dahingerafft. Den Amphibien generell geht es schlecht: Klimawandel, Lebensraumverlust und Umweltgifte machen Fröschen, Kröten und Lurchen besonders zu schaffen.

ElefantenMomentan werden mehr Elefanten gewildert als geboren. Foto: PixabayElefanten: Durchschnittlich jede halbe Stunde wird in Afrika ein Elefant gewildert. Insgesamt werden jährlich rund 20.000 der Tiere illegal geschossen. Elfenbein ist vor allem auf dem asiatischen Schwarzmarkt noch immer begehrt.

Giraffen: Die Zahl der Giraffen hat sich in 15 Jahren um 40 Prozent von 140.000 auf 80.000 Tiere reduziert. Immer mehr Wilderer stellen den Tieren nach. Ursprünglich wegen ihres Fleisches oder Fells gejagt, herrscht in manchen Regionen Afrika zudem der fatale Irrglaube, dass Giraffenhirn und Knochenmark ein Wundermittel gegen Aids seien.

Walhai: Veränderungen in der Ozeantemperatur und der chemischen Zusammensetzung des Wassers bedrohen den größten Fisch der Erde. Zudem werden Walhaie noch immer gejagt oder enden als ungewollter Beifang in den Netzen der globalen Fangflotten. Die Art gilt inzwischen als „stark gefährdet“.

Vaquita: Der kleinste Wal der Welt ist zugleich der seltenste. Nur noch 60  Exemplare leben vor der Küste Mexikos. Wenn nicht schnell ein wirksamer Schutz gelingt, ist die Art dem Tod geweiht. Die größte Bedrohung ist die Fischerei: Vaquitas verenden oft als ungewollter Beifang in oft illegal gestellten und im Meer zurückgelassenen Netzen.

Löwe: Die einstigen Herrscher der Savanne haben innerhalb von 50 Jahren dreiviertel ihres Lebensraumes verloren. Als „Schädlinge“ und Gefahr für Nutztiere werden Löwen zudem vergiftet oder erschossen. Auch Wilderer erlegen die Tiere und verkaufen Körperteile in Asien als Wundermedizin. Der Bestand ist auf etwa 20.000 Tiere eingebrochen.

Wald- und Wiesenvögel: Die Intensivierung der Landwirtschaft in Europa ist Hauptursache für dramatische Verluste in der Vogelwelt. Der Bestand an Rebhühnern ist seit 1980 auf 800.000 Exemplare zurückgegangen (-90%). Einbußen haben auch Turteltaube (-73%) und Braunkehlchen (-71%). Selbst vermeintlich häufiger Arten wie Star und Feldsperling gingen um die Hälfte zurück. Selbst die Feldlerche gilt in Deutschland auf der Roten Liste als gefährdet.

Gewinner 2016

TigerTigermamas haben bis zu 18 Monate alle Pfoten voll zu tun, um ihre Kleinen satt zu bekommen.Tiger: Die Zahl der wild lebenden Tiger hat von 3.200 in 2010 auf heute 3.890 zugelegt. Der Anstieg ist der erste seit Jahrzehnten. Der Erfolg wurde durch intensive Zusammenarbeit von Regierungen, Naturschützern wie dem WWF und lokaler Bevölkerung möglich. Weiterhin bedrohen Wilderei und Infrastrukturprojekte ihr Überleben.

Iberischer Luchs: Gute Nachrichten aus Spanien: Der Bestand des Iberischen Luchses hat sich auf knapp über 400 Individuen erhöht. Noch ein Jahr zuvor waren es nur 319 Exemplare gewesen. Es ist der höchste Stand seit 15 Jahren.

Tibetantilope: Mit rund 150.000 Tieren haben sich die Bestände erholt. Die Gründe: Bekämpfung von Wilderei und Handelskontrollen. Doch noch immer haben es Wilderer auf das feine Unterfell der Tiere abgesehen, das zu Wolle verarbeitet und als „Shahtoosh-Schals“ verkauft wird. Für einen Schal müssen bis zu fünf Antilopen sterben.

PandaAuch Pandas brauchen mal eine PauseGroßer Panda: Der unermüdliche Einsatz für  das WWF-Wappentier zahlt sich aus. Auf der Roten Liste wurde der Große Panda eine Bedrohungskategorie niedriger eingestuft als zuvor und ist jetzt „gefährdet“ statt „stark gefährdet“. 1.860 Tiere wurden in der Wildnis gezählt. Damit hat sich der Bestand um 17 Prozent seit 2004 erhöht.

Adelie- und Kaiserpinguine: Ein Drittel der Adelie-Pinguine und ein Viertel der Kaiserpinguine sind im antarktischen Rossmeer beheimatet. 2016 entstand dort das weltweit größte Meeresschutzgebiet. Es ist so groß wie Frankreich, Deutschland und Spanien zusammen und steht vorerst für 35 Jahre unter Schutz.

Rotfeuerfisch: Mit steigenden Wassertemperaturen fühlen sich die giftigen Rotfeuerfische im Mittelmeer immer wohler. Sie gelangte über den Suezkanal ins Mittelmeer und profitiert offenbar vom Klimawandel. Da sie hier keine natürlichen Feinde haben, bedrohen die Raubfische das ökologische Gleichgewicht im Mittelmeer.
Quelle: Text: WWF Deutschland/Bilder: Pixabay

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Haselmaus Tier des Jahres 2017

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Sie ist extrem selten und viel zu scheu, um bei den Menschen großes Aufsehen zu erregen: die Haselmaus. Das winzige Wesen mit Miniaturohren, dunklen Knopfaugen und einem Schwanz so lang wie der ganze Körper schlummert jetzt dem Frühling entgegen. Was die Langschläfer nicht ahnen: Sie werden berühmt! Als Tier des Jahres 2017 soll die Haselmaus in die Schlagzeilen! „Die Deutsche Wildtier Stiftung hat sich gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild für dieses faszinierende Säugetier aus der Familie der Bilche entschieden. „Die Wahl zum Tier des Jahres 2017 soll auf die Probleme der Haselmaus hinweisen“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Denn der Nager ist bereits in mehreren Bundesländern gefährdet und in Sachsen-Anhalt sogar vom Aussterben bedroht.“

Haselmaus Foto: wikipediaHaselmaus Foto: wikipediaNoch verschläft der kleine Nager das Rampenlicht. Die Deutsche Wildtier Stiftung erklärt, warum er so bedroht ist
Haben Sie Mut zur Wildnis? Dann wohnt vielleicht sogar eine Haselmaus in Ihrem Garten. „Das scheue Tier bekommt man nur selten zu Gesicht. Aber wenn Sie eine ausgehöhlte Haselnuss finden, könnte es sein, dass eine Haselmaus zu Besuch war“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Um an den fetthaltigen Kern zu gelangen, öffnet die Haselmaus mit ihren winzigen Nagezähnen die Schale, indem sie ein kreisrundes Loch hineinfrisst.“
Haselmäuse haben viele Probleme: Ausgeräumte Agrarlandschaften ohne artenreiche Hecken und Gehölze, strukturarme Waldränder und der Mangel an unterschiedlichen Baumfrüchten sind maßgeblich für den Rückgang der Population mitverantwortlich.
Haselmäuse haben eine reichhaltige Speisekarte. Sie fressen im Frühjahr die Knospen und Blüten, vertilgen im Sommer auch mal Insekten. „Im Herbst mögen sie am liebsten Nüsse – wie der Name verrät, bevorzugen sie Haselnüsse“, sagt Münchhausen. „Sie brauchen das Fett, um sich genügend Speck für den Winterschlaf anzufressen.“ Zum Überwintern bauen Haselmäuse dicht gewobene Nester in der Laubschicht am Boden. Ende März erwachen die Langschläfer aus ihrem halbjährigen Schlaf.

Seit den 90ern gibt es das Tier des Jahres
Seit 1992 wählt die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild das Tier des Jahres. Bei der Auswahl spielt die Gefährdung eines Tieres, wie auch die Bedrohung von Lebensräumen eine wesentliche Rolle. Seit November 2016 ist die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild Teil der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wurde 1949 von dem vielfach ausgezeichneten Naturschützer und Umweltpolitiker Dr. Wolfgang Burhenne gegründet. „Weltweit hat der Natur- und Artenschutz dem heute hochbetagten Dr. Burhenne viel zu verdanken – wir sind stolz, seine Arbeit zum Tier des Jahres fortzusetzen“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen.

Text: Eva Goris Kommunikation Deutsche Wildtier Stiftung , Bilder: pixabay

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