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Rückblick über das Jahr 2016 Grüner Globus

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Das Jahr 2016 ist angezählt. Im Rückblick empfindet jeder die vergangenen zwölf Monate anders. Was bei uns in der Redaktion an nachhaltigen Themen über den Schreibtisch ging, gestaltete sich als spannend, erfreulich, manchmal auch extrem frustrierend:

Fast so etwas wie ein kleiner Paukenschlag ist im Januar 2016 die Veröffentlichung des „Leitfadens zur umweltverträglichen Beschaffung“ der Hansestadt Hamburg. Darin verbietet die norddeutsche Stadt ihren Beamten und Angestellten den Kauf von Nespresso-Kapseln – zumindest auf Staatskosten. Neben Kaffeemaschinen mit Alukapseln sind künftig Mineralwasser aus Einwegflaschen sowie chlorhaltige Putzmittel verboten. Ein klares Nein auch für das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Apropos Glyphosat:

Glyphosat im Bier - eines der Themen 2016Glyphosat im Bier - eines der Themen 2016Der Pestizidwirkstoff macht ein paar Wochen später im Februar erneut auf sich aufmerksam: Bier - das heiligste aller Lebensmittel - ist mit der Chemikalie verunreinigt. In einer vom Umweltinstitut München in Auftrag gegebenen Studie mit 14 Biersorten namhafter Brauer sind alle getesteten Produkte mit Glyphosat angereichert. Spitzenreiter ein Gerstensaft, der über dem 300-fachen gesetzlichen Grenzwert liegt. Der Aufschrei in der Bevölkerung ist groß. Deutsche Politiker sitzen das Thema aus.

Der Faschingsmonat beschert der Umweltorganisation Greenpeace einen Riesenerfolg. Mehr als drei Millionen Hektar des Great-Bear-Regenwaldgebietes in Kanada sind zukünftig vor der Säge sicher. Ein großer Triumph für Greenpeace, deutsche Papierhersteller und Zeitschriftenverleger. Gemeinsam hatten sie mit ihrem lange andauernden Protest ihre kanadischen Geschäftspartner zum Handeln „ermuntert“.

Im Frühjahr erfahren wir, dass Schottland seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien bezieht und Penny als erster Lebensmittelhändler krummes Gemüse verkauft.

Bakterium frisst PlastikBakterium frisst PlastikIdeonella sakaiensis ist ein Bakterium, das in der Lage ist, Kunststoff gänzlich aufzufressen. Mit der Erfindung einer Solarzelle, die auch bei Regen Energie liefert, landen Wissenschaftler eine weitere bahnbrechende Entdeckung.

Von einem spektakulären Coup muss man sprechen, als am 01.05.16 Greenpeace die TTIP-Akten aus dem gläsernen Leseraum im Internet veröffentlicht. Wieder einmal ein großes „Danke“ an die „Grünen Helden“. Unermüdlich haben die Verhandlungsführer der EU und der USA, aber auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, beteuert, dass es mit dem Handelsabkommen beispielsweise keine Absenkung bestehender Standards geben werde. Die TTIP-Verhandlungspapiere zeigen das Gegenteil.

Die Jahresbilanz 2016 der Regierung in Sachen Umwelt- und Verbraucherschutz ist erschreckend. Gefühlt haben sich Parlamentarier und Ministerien noch nie so evident von der Lobby-Armada in Berlin und Brüssel einnehmen lassen wie in den vergangenen zwölf Monaten.

Angefangen beim Diesel-Skandal. Verkehrsminister Dobrindt und sein Ministerium glänzen mit Tatenlosigkeit. Ein trauriges Bild für eine mächtige Behörde, die den größten Betrugsskandal in der deutschen Automobilbranche mit aufarbeiten müsste. Selbst im Kanzleramt sind brisante Papiere vom bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer und der BMW Group unauffindbar. Fakten, die abgeordnetenwatch.de erst vor kurzem publik gemacht hat.

Der Bürger beobachtet während des Jahres ein Lavieren am Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG). Parlamentarier winken Fracking durch, oder doch nicht?! Genaues weiß man nicht. Haften bleibt der blamable Auftritt Deutschlands bei der UN-Klimakonferenzim November in Marrakesch.

Sucht man auf der politischen Bühne nach Helden so haben wir sie unisono in der Redaktion in Wallonien gefunden. Als einziges kleines Grüppchen sind sie entschlossen, der Administrativen in Brüssel entgegenzutreten und nicht alles abzunicken wie der Rest ihrer europäischen Kollegen. Ihr Veto gegen Sie haben die CETA-Verträge führt dazu, dass Paul Magnette und die Seinen von Politikern und der Presse auf das unwürdigste diskreditiert werden.

Ist das unser Europa? Ein von tausenden Lobbyisten durchorganisierter Apparat, der eine kritische Meinung nicht mehr erlaubt. Wenig erfreulich auch das Gros der Presse, das eine Meinung jenseits der Regierungsseite kaum gleichwertig behandelt.

2016 ein Kriegsjahr auf Erden. An deutschen Händen klebt Blut – Fakt.
Ist fast schon normal, dass wir es auch dieses Jahr wieder unter die Top 3 der Rüstungsexporteure des Globus schaffen.

Und eine Meldung darüber? Die Diskussion ob ein Schnitzel vegan sein darf oder nicht, ist wichtiger.

Bilder: pixabay,   danke für die Zusammenarbeit 2016

Florian Simon Eiler

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Die Welt verbessern und Geld verdienen: Der MBA-Studiengang Sustainability Management der Leuphana verbindet Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Handeln. Jetzt startet die Bewerbungsphase.

NachhaltigkeitsstudiumNoch immer nutzen viele Unternehmen die mit dem Nachhaltigkeitswandel verbundenen Chancen nicht. Das will die Leuphana Universität Lüneburg mit ihrem MBA-Studiengang Sustainability Management ändern und Nachhaltigkeitslösungen im Top-Management von  Unternehmen fest verankern. Ob Social Entrepreneurship, nachhaltige Geschäftsmodelle oder verantwortungsvolle Unternehmensführung – die künftigen Nachhaltigkeitsmanager werden dafür qualifiziert, Führungspositionen einzunehmen und wirtschaftlichen Erfolg durch nachhaltiges Unternehmertum zu sichern.

Führungskräfte sollen aus Überzeugung handeln
Den Studiengangsverantwortlichen ist die Motivation der Studierenden wichtig: „Wir suchen aufgeschlossene Persönlichkeiten, die einen Karrieresprung anstreben und diesen mit Nachhaltigkeitsthemen verbinden wollen“, erläutert Studiengangleiter Professor Stefan Schaltegger das Konzept des „grünen“ MBA-Studienprogramms. Von den Studierenden erwartet er Pioniergeist und die Bereitschaft, Dinge so zu verändern, dass Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in Unternehmen und Gesellschaft zukünftig einen noch höheren Stellenwert bekommen. Neben fundiertem Fachwissen brauche es dazu auch eine professionelle Einstellung und ausgereifte Managementkompetenzen.
Der MBA Sustainability Management kann als Fernstudium berufsbegleitend in Teilzeit oder in Vollzeit studiert werden. Er führt zum akademischen Titel Master of Business Administration (MBA). Voraussetzungen sind ein erstes abgeschlossenes Hochschulstudium und Berufserfahrung. Es werden 50 Studienplätze vergeben. Bewerbungen sind noch bis zum 30. September möglich.

Henning Zuehlsdorff Pressestelle Leuphana Universität Lüneburg , Fotos: pixabay,   big merci

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