NACH OBEN

  

TOP THEMEN

  • Süße Versuchung mit bitterer Note

    Süße Versuchung mit bitterer Note

    Wenn deutsche Naschkatzen ins Süßwarenregal greifen, dann haben sie fast immer Tafeln, Riegel oder Pralinen im Visier. Wer jedoch Schokolade unbeschwert genießen möchte, sollte auf Fairtrade- und Biosiegel achten. 

    Ob in schlanker Tafelausgabe oder eher quadratisch-praktisch – jeder Deutsche nascht im Schnitt pro Jahr 9,2 Kilogramm Schokolade. Mehr schaffen nur die Schweizer. Dabei ist der süße Verzehr von kakaohaltigen Brotaufstrichen und Getränken noch gar nicht mitgerechnet. 

    Schokolade Schild Schokoladenfabrik Jordan & Timaeus ; Quelle www.wikipedia.deUnsere deutsche „Schokoladen-Geschichte“ hat eine lange Tradition. So kam es bereits Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst in Dresden und Leipzig zu einem ersten Schokoladenboom.In Dresden wurde 1823 die Schokoladenfabrik Jordan & Timaeus gegründet, die 1839 die erste Milchschokolade herstellte. Während die Schokolade in Berlin noch als „teures Stärkungsmittel“ galt, eröffnete in Leipzig 1821 die Konditoreiwaren-Handlung Wilhelm Felsche mit einer eigenen Schokoladenproduktion. Im Kaffeehaus, das 1835 im Erdgeschoss und der ersten Etage des Verkaufsgeschäftes eröffnet wurde, traf sich die feine Gesellschaft, um bei einer Tasse „chocolat“ zu plaudern, wie es in Frankreich, Italien und Spanien schon länger Mode war. 

     Als älteste bestehende Schokoladenfabrik Deutschlands gilt die Halloren Schokoladenfabrik in Halle (Saale), gegründet von dem Pfälzer Konditor und Pfefferküchler Friedrich August Miethe im Jahre 1804.

     

    Anbauländer und Regionen

    Um die sprunghaft steigende Nachfrage in Europa zu decken, begannen die Kolonialmächte Ende des

    Kakaobaum19. Jahrhunderts den Kakaobaum im tropischen Afrika und Asien zu kultivieren. Heute werden weltweit pro Jahr rund 3,4 Millionen Tonnen Kakao geerntet. Die größten Anbauländer sind die Elfenbeinküste, Ghana, Indonesien, Nigeria, Kamerun, Brasilien, Ecuador, Togo, Papua-Neuguinea, Mexiko, Kolumbien, die Dominikanische Republik und Malaysia. Kleinere Anbauländer sind unter anderem Peru, Venezuela, Guinea, Indien, Sierra Leone, Philippinen, Madagaskar, Tansania, Costa Rica, Haiti, Liberia, Kongo, Kuba, Bolivien, Nicaragua, Guatemala und Jamaika. 70 Prozent der Kakaoernte stammen aus West- und Zentralafrika. Der Löwenanteil der weltweiten Kakaoproduktion – rund 40 Prozent – stammt aus der Elfenbeinküste, der Côte d´Ivoire. Dennoch gehört sie zu den 20 ärmsten Ländern der Welt und hat mit dem Problem der Kinderarbeit zu kämpfen.

     

    Kindersklaverei auf den Plantagen

    Kinder müssen auf den Plantagen schuften.Nach Angaben von „TransFair“, Deutschlands Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt" mit Sitz in Köln-Sülz, schuften zirka 600.000 Minderjährige unter sklavenähnlichen Bedingungen auf den Plantagen des Landes. Der Großteil stammt aus Bauernfamilien, viele werden aber auch von Menschenhändlern aus armen Nachbarländern in die Kakaostaaten Ghana und Elfenbeinküste verschleppt.

    Traurige Tatsache für uns Schokoladenliebhaber: Die Kinder selbst haben und werden wohl auch nie Schokolade zu essen bekommen.

     

    Aktiv gegen Kinderarbeit

    Erstmalig im Jahr 2001 gerieten die Missstände auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste in den Fokus der Öffentlichkeit. Ein Schock für die nationale und internationale Kakao- und Schokoladenwirtschaft, die sich sofort zu ihrer Mitverantwortung bekannte. Seither unterstützt sie eine Fülle von Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen und agroökonomischen Bedingungen in den westafrikanischen Kakaoanbauregionen: 

    Der Bundesverband der Deutschen Süßwaren-industrie (BDSI) fördert über die „Stiftung der Deutschen Kakao- und Schokoladenwirtschaft“ Projekte wie die Schulung von Farmern in der Côte d’Ivoire und betreibt Elternaufklärung vor Ort in Kooperation mit den Regierungen der Elfenbeinküste, von Ghana und Kamerun sowie der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ). 

     

    Kinder müssen schwer auf den Plantagen arbeiten.

     

    Auf internationaler Ebene wurde auf Betreiben der großen weltweit aktiven Konzerne der Kakao- und Schokoladenwirtschaft die „World Cocoa Foundation“ (WCF) im Jahr 2000 gegründet zur weltweiten Unterstützung von Kakaobauern und ihren Familien. Ziel der Non-Profit-Organisation (NGO) ist es, das Einkommen der Bauern zu erhöhen, den verantwortungsbewussten und nachhaltigen Kakaoanbau zu fördern sowie die Gemeinde und die Genossenschaft der Kakaobauern zu stärken. Schwerpunkte der WCF-Arbeit sind in Afrika, Südostasien und Lateinamerika. 

     

    Organisationen gehen weltweit gegen die Kinderarbeit vor.

    Im Juli 2002 folgte die Gründung der „International Cocoa Initiative – Working Towards Responsible Labour Standards for Cocoa Growing“ durch die globale Schokoladen- und Kakao-Industrie in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und NGOs vor dem Hintergrund des 2001 geschlossenen Harkin-Engel-Protokolls. Sitz der ICI, die sowohl global als auch lokal arbeitet, ist in Genf. 

    Eines der Hauptziele der ICI war und ist die Beseitigung von ausbeuterischer Kinderarbeit im Bereich des Kakao-Anbaus sowie der Kakao-Verarbeitung. Hierzu unterstützt die Stiftung die Planung und Durchführung von Investigationen und Maßnahmen gegen Kinderarbeit unter Berufung auf international anerkannte Richtlinien. Gleichzeitig werden Projekte vor Ort mit den lokalen Behörden durchgeführt sowie unternehmenspolitische Leitlinien mit den Konzernen erarbeitet und begleitet. Zu den Teilnehmern gehören unter anderem Cadbury, Ferrero, Hershey, Kraft und Nestlé.     

     

     

    „Gute“ Schokolade

    Fair Trade Siegel; FLO-CERT Fair Trade Siegel; FLO-CERT Wer mit gutem Gewissen Schokolade genießen möchte, hat die Möglichkeit, Produkte mit dem Stempel „Kinderarbeit“ zu meiden, indem er auf das Fairtrade-Siegel achtet. Bei fair gehandeltem Kakao werden den einheimischen Lieferanten Mindest-abnahmepreise garantiert. Sie haben damit die Gewähr eines gesicherten Einkommens. Dafür verlangen die Mitglieder der internationalen Dachorganisation „Fairtrade Labelling Organizations“ (FLO) jedoch von den Bauern unter anderem, dass alle Kinder, die auf elterlichen Plantagen helfen, zur Schule gehen dürfen. Weitere Bedingungen sind das Verbot, Jugendliche unter 15 Jahren als Arbeiter anzustellen und Jugendliche unter 18 mit gefährlichen Chemikalien hantieren oder andere gesundheitsschädliche Tätigkeiten ausüben zu lassen. Um sicher zu gehen, dass die Fairtrade-Standards eingehalten werden, gibt es in regelmäßigen Abständen Kontrollen vor Ort.

       

    Schokoladiges aus Fairem Handel

    Schokolade:  ·      

    • Sorten von Naturata wie Chocolat Cornflakes (Vertrieb über Naturkostfachgeschäfte)      
    • Sorten von Ethiquable wie Vollmilch Cashewnuss (Vertrieb über Naturkostfachgeschäfte und Weltläden)       
    • Sorten von Gepa wie Grand Noir Orange (Vertrieb über Naturkostfachgeschäfte und verschiedene Supermärkte)     
    • Sorten von Maestrani wie Erdbeer (Vertrieb in Müller-Drogeriemärkten und Real)       
    • REWE Bio Schweizer Haselnuss-Schokolade       
    • Swiss Confisa Blanc au Nougat (Vertrieb über denn’s Biomärkte)      
    • Fairglobe Vollmilchschokolade (Vetrieb über Lidl)      
    • alle Sorten von Zotter im eigenen Shop          

     Schokopulver: ·      

    • Bio Cocoba von Gepa (Vertrieb über Naturkostfachgeschäfte und verschiedene Supermärkte oder siehe unten)        
    • Trinkschokolade von Krüger (Vertrieb über REWE und Kaufland)  ·      
    • REWE Bio Instant-Kakao    

    Weitere Produkte unter:

    http://www.fairtrade-deutschland.de/produkte/produktdatenbank/     

     

    Bio-Schokolade hat nicht weniger Kalorien als "normale".Übrigens Die „traurige Nachricht“:

    Wer aus Figur-Gründen meint, Fairtrade- oder Bio-Schokolade sei wegen des Prädikats „Bio“ gesünder und habe weniger Kalorien als ihre vollmichigen Schwestern, der irrt – die Kalorien bleiben wegen des Kakao-, Zucker- und Milchgehalts gleich!  

    Text: Linda Fischer/Fotonachweis: World Coca Foundation/pixabay

      

  • Eco-Fashion: Wurzelfieber - deepmello: Leder gerben mit Rhabarbersaft

    Eco-Fashion: Wurzelfieber - deepmello: Leder gerben mit Rhabarbersaft

    Hinter deepmello steht die Idee dreier Wissenschaftler, ein Modelabel zu gründen, das ausschließlich pflanzlich gegerbtes Leder für seine Kollektionen verwendet – und zwar nicht irgendein Leder, sondern ihr selbst entwickeltes „Rhabarberleder“. Es wird mit Extrakten aus der Rhabarberwurzel zu 100 % in Deutschland hergestellt. 
    Die einzigartige und besondere Qualität des Rhabarberleders nutzt deepmello als nachhaltig agierendes Modelabel für designorientierte und funktionell durchdachte Kleidung, Accessoires, Schuhe und Businessprodukte.   

    Was ist „Rhabarberleder“? 

    • Rhabarberleder ist ein vegetabil gegerbtes Leder. Es ist schwermetallfrei, schadstoffarm und chromfrei. 
    • Rhabarberleder ist hautverträglich und atmungsaktiv und hat durch Optik, Griffigkeit und Duft besonderen Unikatcharakter. 
    • Rhabarberleder ist 100 % Made in Germany und bei der Herstellung werden strenge umweltrelevante Anforderungen berücksichtigt.
    • Rhabarberleder ist biologisch abbaubar und die zur Herstellung des Gerbstoffes genutzte Rhabarberwurzel ein nachwachsender Rohstoff.  

     

    Wir haben mit Anne-Christin Bansleben, der Geschäftsführerin von deepmello, gesprochen.  Anne-Christin Bansleben studierte Oecotrophologie und ist seit 2004 Wissenschaftlerin auf dem Gebiet Aromastoffanalytik von Pflanzen. 2011 hat sie ihre Promotionsarbeit auf dem Gebiet Aromastoffanalytik abgeschlossen. Seit 2010 ist sie Geschäftsführein von deepmello, einem Label, das mit nachhaltigen Innovationen neue Wege in der Modewelt einschlägt Anne-Christin BanslebenWir haben mit Anne-Christin Bansleben, der Geschäftsführerin von deepmello, gesprochen.  Anne-Christin Bansleben studierte Oecotrophologie und ist seit 2004 Wissenschaftlerin auf dem Gebiet Aromastoffanalytik von Pflanzen. 2011 hat sie ihre Promotionsarbeit auf dem Gebiet Aromastoffanalytik abgeschlossen. Seit 2010 ist sie Geschäftsführein von deepmello, einem Label, das mit nachhaltigen Innovationen neue Wege in der Modewelt einschlägt 

    Frau Bansleben,  "Gerben mit Rhabarber!" Klingt zunächst vom natürlichen Aspekt her super, aber auch ein bisschen unvorstellbar. Wie muss man sich so ein Gerbverfahren vorstellen? 

    Anstelle von Chromsalzen, die umweltschädlich, krebserregend und allergieauslösend sind, wird für das Gerben der Häute ein Extrakt aus der Rhabarberwurzel eingesetzt. Dieses Verfahren der Extraktgewinnung haben wir in mehrjähriger Forschungsarbeit selbst entwickelt und gemeinsam mit Partnern bis zum fertigen Leder umgesetzt. Dies haben wird dann Rhabarberleder getauft.   

    Welches Leder lassen Sie gerben und wo? Was in diesem Zusammenhang auch interessiert, wie wird das Leder gefärbt?

    deepmello gerben auf natürliche ArtGrundsätzlich lassen sich nahezu alle Leder mit diesem Rhabarberextrakt gerben. Wir verwenden in der Regel Rindsleder, da es sich am vielfältigsten einsetzen lässt. Der gesamte Prozess der Lederherstellung findet zu 100% in Deutschland statt. Das heißt, beginnend bei den Pflanzen, die Extraktgewinnung, die Tiere, die Gerbung und finale Lederherstellung wird komplett in Deutschland durchgeführt. Dabei entsteht unser  champagnerfarbenes Rhabarberleder rein durch Einsatz des Rhabarberextraktes. Die weiteren Farben mocca, black und grey werden synthetisch
    gefärbt. Diese Farben entsprechen dabei den höchsten gesetzlichen Vorschriften in Sachen Schadstoff- und Schwermetallfreiheit. 

    Sie selbst umschreiben Ihr Label mit " Nachhaltigkeit auf allen Ebenen". Wieso?

    deepmello Eco-FashionUns ist es besonders wichtig, das Leder in Deutschland zu produzieren. Dies hat verschieden-ste Gründe. Zum einen wollten wir gern unser Rhabarberleder in einer bestmöglichen Qualität herstellen. Die Standards in Deutschland entsprechen hierbei am besten unseren Ansprüchen. Dies bezieht sich zum einen auf den hohen Standard zur Herstellung der Leder und natürlich auch den Arbeits-bedingungen unter denen das Leder produziert wird.


    Wichtig waren uns darüber hinaus auch, kurze Transportwege zu haben, sodass wir den Emissionsausstoß während der Produktion so gering wie möglich halten können. Neben dem Standort Deutschland war ein entscheidendes Ziel unserer Forschung, eine einheimische Pflanze mit gerbenden Eigenschaften zu finden, die unter hiesigen klimatischen Bedingungen relativ anspruchslos zu kultivieren ist und ein nachwachsender Rohstoff ist.  

    Das Gründerteam von deepmello kommt rein aus der Wissenschaft. Wenn man die Kollektionen betrachtet, präsentieren Sie ein beeindruckendes Fashion-Label der oberen Klasse. Holen Sie sich von der Modewelt Hilfe oder haben Sie einfach Talent dafür?  

    Gespür für Mode haben wir sicherlich und bringen viele Ideen mit. Aber unser Konzept beruht darauf, für die jeweiligen Kollektionen mit Designern die Entwürfe zusammen zu entwickeln. Wir holen uns hier also kompetente Unterstützung direkt von Designern. Dabei arbeiten wir sowohl mit jungen als auch bereits etablierten Designern zusammen, die es übrigens auch sehr spannend finden, mal gemeinsam mit Wissenschaftlern Produkte zu entwickeln. 

    Frau Bansleben, danke für das Gespräch.

     Quelle: Interview: F.S. Eiler/Bilder: blackbird/Berlin

          

  • Nachhaltige Geldanlagen - Chance oder Lüge?

    Nachhaltige Geldanlagen - Chance oder Lüge?

    Eine Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle: Sind nachhaltige Kapitalgeschäfte überhaupt möglich? Aktuell richtet sich „Volkes-Zorn“ an den Zinssatz des Dispo-Kredits der verschiedenen Geldhäuser. Die Negativ-Liste führt ein Institut aus Nordrhein-Westfalen mit 18,25 Prozent an. Wahnsinn, oder?!  Hier geht es rein um Abzocke! Sonst um nichts.

    Natürlich hat ein Dispo weniger mit Sparen zu tun, viel mehr ist er ein Instrument, kurzzeitig einen finanziellen Engpass auszugleichen. 

    Wenn wir uns etwas auf die Seite legen wollen, sind wir Deutschen strukturiert und diszipliniert. 
    „Hundert Euro kann ich mir monatlich locker zur Seite legen und meine doch sehr kleine Rente aufbessern", so denken die meisten. Doch was passiert mit diesen hundert Euro Monat für Monat? Haben Sie sich das schon einmal gefragt? Wie arbeiten die Finanzinstitute und Versicherungen, denen sie regelmäßig ihr Geld anvertrauen? Immer mehr Menschen stellen sich diese Fragen. 
    grüne AnlagenformenDer Sparer des 21. Jahrhunderts ist kritischer und richtigerweise auch misstrauischer geworden. Er will wissen, ob er an diesem Gezocke, diesem sehr undurchschaubaren Geflecht aus Investoren und Spekulanten, beteiligt ist. Das Geschäft gleicht einem perversen Pokerspiel.

    Ethik, Moral, ökologische und sozial-gesellschaftliche Kriterien saßen und sitzen nicht am gemeinsamen Tisch. Die Spieler lassen sich kaum treffender beschreiben, wie sie unser Altbundeskanzler Helmut Schmidt charakterisiert hat: Es gibt drei Arten von Menschen. Die erste, das sind Sie und ich. Die zweite sind Verbrecher. Und dann gibt es noch eine Spezies. Das sind die Spekulanten.“

    Bis vor zwei Jahren hatte auch ich bei einer großen deutschen Bank einen "monatlichen Sparer". Ein TV-Bericht hat mich aus meiner "satten" Zufriedenheit  herausgerissen. Genau meine Bank investierte Millionenbeträge in Rüstungsfirmen. Die Tatsache war anscheinend nicht neu, bloß ich hatte mich vorher nie dafür interessiert. Außerdem lassen sich Konzerne nicht so gerne in die Karten schauen, wie sie am Finanzmarkt Milliarden Jahr für Jahr verdienen. 

    Rüstungsfirmen sind häufig Teil besonders erfolgreicher InvestmentfondsDer junge Mann im Fernsehen, der durch Streubomben seine Beine verloren hat, berührte mich tief. Denn ausgerechnet meine Bank kaufte seit Jahren und - wahrscheinlich tut sie es heute noch - Aktien des Unternehmens, welches diese todbringenden Waffen, trotz weltweiter Ächtung, sehr lukrativ produzierte. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir das alles egal gewesen. Der Fonds hatte seit Jahren hervorragende Renditen erwirtschaftet. Ich musste nicht lange überlegen: Nach ein paar Tagen kündigte ich meinen Vertrag.

    Ein weiteres Beispiel: Immer wieder steht der Allianz-Versicherungskonzern und die Deutsche Bank am Pranger. Nach einer Studie der Entwicklungsorganisationen Oxfam und foodwatch e.V. spekulieren deutsche Banken und Versicherer massiv mit Termingeschäften auf Nahrungsmittel - allen voran und trotz Zusicherung damit aufzuhören die Deutsche Bank. Verlierer sind die armen Menschen in den Entwicklungsländern. Die Preise für Lebensmittel steigen. Noch mehr Menschen werden hungern. Darin keinen Zusammenhang zu sehen, ist einfach naiv. 

    Vielen großen Finanzkonzernen ist es egal, wie sie ihren Profit erwirtschaften, Hauptsache sie erwirtschaften ihn. Wir Sparer ermöglichen den Konzernen, viel Geld zu machen. Sie kaufen mit unserem Geld für sich Anteile von Unternehmen, die ethische, soziale und ökologische Grundsätze nicht erfüllen oder ihnen nicht entsprechen oder gegen internationale Normen und Standards verstoßen, wie sie von OECD, ILO, UN und anderen definiert werden. Raffgier treibt immer neuere skurrile Blüten. Die letzte Euro-Krise liefert fast wöchentlich neue Beweise.
     

    Was können wir Sparer tun?   

    Bevor man sich für ein Geldanlage entscheidet, ist es unerlässlich, sich ausreichend zu informieren. Tagelang durchstöbern wir Websites, Foren und Blogs nach Verbraucher-Bewertungen über Kaffeemaschinen oder das neueste Smartphone. Wir vergleichen Preise in diversen Shops, um ja nicht das günstigste Angebot zu übersehen. 

    grüne Anlagenformen werden immer beliebterWenn wir nachhaltig sparen wollen, brauchen wir Informationen. Wir müssen uns diese Informationen holen. Bei dem Makler oder bei den Institutionen selbst. Bekommen wir von einem Fonds oder einer privaten Rentenversicherung keine Offenlegung, aus was sich die Wertsteigerung ergibt, lässt man besser die Hände davon. 

    Die Finanzwirtschaft hat den Trend erkannt und lanciert neue Produkte unter dem Deckmantel „grüne Anlageformen“ auf den Markt. Man will hier eine ehrliche und verantwortliche Unternehmenskultur verkaufen. Auch hier gilt: Genau hinschauen! 

    Sehr bliebt sind Anlageformen in „nachhaltige“ Agrarkonzerne, welche sich dem Anbau von Palmöl verschrieben haben. Leider sind diese Firmen alles andere als nachhaltig. Sie zerstören ursprüngliche Regenwälder und fördern eine Monokultur, die mit Chemie auf maximale Ertragsleistung getrimmt wird.

    Es gibt Verbände für nachhaltige Geldanlagen. Dort kann man sich informieren. Sie überzeugen durch Transparenz und einem strengen Verhaltenskodex der Mitglieder wie  das "Forum für nachhaltige Geldanlagen" (FNG). Seit 2001 ist es der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu seinen mehr als 140 Firmen-Mitgliedern zählen u. a. Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Versicherungen, Ratingagenturen, Investmentgesellschaften, Vermögensverwalter, Finanzberater und NGOs (non- governmental organisation) sowie rund 20 interessierte Privatpersonen.

     

    Trotzdem: Wer nachhaltig investieren will, darf nie blind vertrauen!

  • Glosse zu TTIP: Die Götter müssen verrückt sein

    Glosse zu TTIP: Die Götter müssen verrückt sein

    Vor allem in der letzten Zeit wird das allumfassende Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika gerne verbal als „Deal mit trojanischem Pferd“ bezeichnet. Klar, dass diejenigen, die das Pferd begeistert nach Hause bringen, die leichtgläubigen Malteser, Schweden oder Deutschen sind.

    TTIP-Trojanisches PferdWeil bekanntlich Bilder immer mehr sagen als Worte hat vorsichtshalber der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) oder Greenpeace Austria ein, na sagen wir, kleines Fohlen zu der antiken Urmutter nachbauen lassen. Soweit so gut. Versucht man allerdings einen 5000-jährigen Brückenschlag vom Nordwesten der heutigen Türkei zur Jetztzeit bedarf es einiger Aufklärungsarbeit.

    Damals waren die Erbauer müde, frustrierte griechische Kämpfer, die nach zehn Jahren erfolgloser Belagerung der Stadt Troja endlich den Sieg einfahren wollten. Heute sind es angelsächsische Welt-Konzerne, mitunter auch ein paar europäische Unternehmen, die nichts anderes anstreben als Weltmacht und jedes Mittel dafür einsetzen. In der Antike mischten bei der ganzen Keilerei die vornehmsten Helden mit. Solche hehre Namen wie Odysseus, Achill oder Hektor werden durch X,Y und Z ersetzt.
    Die Strippenzieher treten nicht in Erscheinung. Ihre Sprachrohe sind Hopliten wie Merkel, „Gabriel der Listige“ und „Junker die Brechmaschine“.


    Der Ablauf war und ist derselbe. Man verkauft einem Volk, dass der Besitz des Pferdes beziehungsweise des Handelsabkommens mit den USA nur Glück, Wohlstand und Seeligkeit bedeutet. Und siehe da! Es funktioniert. „Ja, wir wollen mehr Arbeitsplätze, Wachstum…lasst uns das Pferd in unsere dicken Mauern Europas hieven.“ Alle sind glücklich, feiern und tanzen. „Scheiß auf das Chlorhühnchen und den Genmais. Ich esse nur das, was ich will.“ Hoplit und TTIPDer mediterrane Dichterfürst Homer schreibt: In der Nacht krochen die Soldaten aus dem Bauch des Pferdes und öffneten die Stadttore.
    Man wagt sich kaum vorzustellen, wie der listige Gabriel mit seinem Hoplitenkostüm sich durch die enge Holzöffnung im Rumpf des Pferdes zwängt. Irgendwie klappt es und die Stadttore stehen meilenweit auf. Schiedsgerichte nehmen alles, was sie brauchen. Es wird gefrackt, Monsanto beschenkt das Volk mit genmanipulierten Samen und der Dax und Dow Jones steigen jeden Tag um 10 Prozentpunkte.

    Troja ging durch diese List unter und der Schatz des Priamos wurde legendär. Auch hier wird sich die Geschichte wiederholen: In tausenden Jahren wird man sich von den „Goldenen Europäern“ erzählen, die zu dumm waren, aus der Geschichte zu lernen.

     

    Florian Simon Eiler

    Weiter "grüne" Glossen in unserer Rubrik

 

 

POLITIK

Fairtrade wächst um 26 Prozent

Freitag, 15. Mai 2015 04:06
Jahrespresskonfernz von TransFair: stärkstes Wachstum seit Bestehen des Siegels: Berlin -  Der Faire Handel ist nicht zu bremsen. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Verk
weiterlesen

Fracking in Deutschland: Deutsche Umwelthilfe begrüßt weitgehendes Verbot durch Bundesrat

Sonntag, 10. Mai 2015 05:30
Berlin (ots) - DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner: Das Votum des Bundesrates im ersten Durchgang ist ein klares politisches Signal für eine Zukunft ohne Frac
weiterlesen

Deutsche Umwelthilfe fordert von Umweltministerin Hendricks eine 22-Cent Abgabe auf Einwegplastiktüten

Dienstag, 28. April 2015 05:46
Am heutigen Dienstag stimmt das EU-Parlament über die novellierte Richtlinie zu Verpackungen und Verpackungsabfälle (94/62/EG) ab. Anlässlich der bevorstehenden Entscheidun
weiterlesen

UMWELT & MOBILITÄT

Klimawandel macht AllergikerInnen das Leben schwer

Donnerstag, 28. Mai 2015 05:12
Ragweed – auch bekannt als Ambrosie – gehört zu den Pflanzen mit dem am stärksten allergieauslösenden Pollen. Diese aus Nordamerika eingeschleppte Art breitet sich seit eini
weiterlesen

Mit Biokohle zu einer nachhaltigen Landwirtschaft

Dienstag, 26. Mai 2015 08:43
Mit Biokohle zu einer nachhaltigen Landwirtschaft“ – das ist das Motto eines internationalen Symposiums, das vom Donnerstag, 28., bis Freitag, 29. Mai 2015, in Potsdam stattfin
weiterlesen

Kirchen in Baden-Württemberg sammeln Althandys

Dienstag, 26. Mai 2015 05:30
Deutsche Umwelthilfe und Telekom Deutschland unterstützen die Handy-Aktion „fragen.durchblicken.handeln“ mit Handysammelcenter - 100.000 Handys in zwei Jahren sind das Ziel
weiterlesen

GRÜNE MODE & NATURKOSMETIK

 

 

LEBENSSTIL

Feuer und Flamme fürs Grillen – ganz ohne Stress und hundert Prozent umweltfreundlich

Feuer und Flamme fürs Grillen – ganz ohne Stress und hundert Prozent umweltfreundlich

Grillen an sich ist einfach. Mehr als gutes Grillgut, einen guten Griller, einen motivierten Menschen als Grillmeister davor und Gäste mit prächtige
Klimaneutral und kostengünstig heizen - Holzpellets und Solarenergie clever kombinieren

Klimaneutral und kostengünstig heizen - Holzpellets und Solarenergie clever kombinieren

Sonnige Aussichten winken Hausbesitzern, wenn sie eine Pelletheizung mit Solarenergie kombinieren. Holzpellets und Sonnenkraft sorgen für 100 Prozent
Süße Versuchung mit bitterer Note

Süße Versuchung mit bitterer Note

Wenn deutsche Naschkatzen ins Süßwarenregal greifen, dann haben sie fast immer Tafeln, Riegel oder Pralinen im Visier. Wer jedoch Schokolade unbesch

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

 

 


 

Leider wurde die von Ihnen

gesuchte Seite nicht gefunden.

 

 

Zurück zur Startseite

 

 

 

AKTUELLE NACHRICHTEN

Klimawandel macht AllergikerInnen das Leben schwer

Donnerstag, 28. Mai 2015 05:12
Ragweed – auch bekannt als Ambrosie – gehört zu den Pflanzen mit dem am stärksten allergieauslösenden Pollen. Diese aus Nordamerika eingeschleppte Art breitet sich seit einigen Jahrzehnten auch in Mitteleuropa aus. Ein internationales Forscher

Feuer und Flamme fürs Grillen – ganz ohne Stress und hundert Prozent umweltfreundlich

Dienstag, 26. Mai 2015 12:47
Grillen an sich ist einfach. Mehr als gutes Grillgut, einen guten Griller, einen motivierten Menschen als Grillmeister davor und Gäste mit prächtiger Stimmung braucht man nicht, um eine großartige Grillparty zu veranstalten. Und damit das kulinari

Stiftung Warentest warnt: Mineralöle in Kosmetika

Mittwoch, 27. Mai 2015 09:14
Das Ergebnis ist besorgniserregend: Die untersuchten Kosmetika auf Mineralölbasis sind alle mit kritischen Substanzen belastet. Einige davon gelten als potenziell krebserregend. Die Stiftung Warentest hat 25 exemplarisch ausgewählte Kosmetika

 

Anzeige

 

 

 

NEU in der MEDIATHEK

4. Juni 2015 um 14:00 Uhr Großdemo gegen TTIP in München: Stadt rechnet mit 30.000 Demonstranten

Freitag, 22. Mai 2015 12:06

Seien Sie dabei und kommen Sie zur Großdemonstration am 4. Juni in München Auftakt-Kundgebung ab 14:00 Uhr am Karlsplatz / Stachus.  Unter http://g7-demo.de/ finden Sie alle Infos zur Veranstaltung. Bitte nutzen Sie auch die Möglichkeit, kostenlos Flyer zu bestellen, um für die Demo zu mobilisieren.

Bei uns die Glosse zu TTIP oder der Kommentar "Geheiner Ausverkauf der EU"

 

 

 



 

ichtragenatur.de will für alle – Konsumenten wie Unternehmen – die Plattform sein, um sich zu sammeln und kennenzulernen, sich miteinander zu vernetzen und dann gemeinsam zu starten mit dem Ziel: mit unseren Ressourcen schonend umzugehen, für eine Umwelt, die allen Menschen das Leben erlaubt und – lebenswert macht.

 

 

REDAKTION

ichtragenatur - Das Magazin

Reitham 14
83627 Warngau
info@ichtragenatur.de
 

Feedback

Sie haben Fragen oder interessante Themen für die Redaktion?
Wir freuen uns über Ihre Nachricht.