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  • Sonnentor - die messbare Nachhaltigkeit: Interview mit dem Gründer Johannes Gutmann

    Sonnentor - die messbare Nachhaltigkeit: Interview mit dem Gründer Johannes Gutmann

    Die SONNENTOR Kräuterhandels GmbH wurde 1988 von Johannes Gutmann im Waldviertel gegründet. Ausgangsidee war, bäuerliche Bio-Spezialitäten zu sammeln und unter dem Logo der lachenden Sonne überregional und international zu vermarkten. Faire Bezahlung, der wertschätzende Umgang mit allen Partnern und der Schutz des natürlichen Kreislaufs des Lebens sind gelebte Firmenphilosophie.
    Heute hat das Unternehmen mit Sitz in Sprögnitz bei Zwettl 260 Mitarbeiter in Österreich, 90 in Tschechien und exportiert seine Produkte über 50 Länder rund um den Globus. Derzeit gehören mehr als 180 österreichische Bauern zur SONNENTOR Familie. Johannes Gutmann erhielt zahlreiche Auszeichnungen darunter Unternehmer des Jahres 2011 und den Klimaschutzpreis des ORF im selben Jahr. 2014 gab es den Green Franchise Award in Deutschland.

    Johannes Gutmann © SONNENTOR Johannes Gutmann © SONNENTOR Herr Gutmann, was verstehen Sie unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“?
    Nachhaltig handelt wer Ökologie, Soziales und Ökonomie enkeltauglich umsetzt. Wir müssen drüber nachdenken, wie WIR mit einer Welt auskommen.

    Ein vorbildlich grüner „Eurovision Song Contest 2015“ in Wien, Chocolatier und Mr. Nachhaltikgeit, Josef Zotter, und der Sonnentor-Pionier Johannes Gutmann. Man hat den Eindruck, dass in Österreich nachhaltigen Ideen und deren Vorbilder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als in Deutschland. Täuscht die Wahrnehmung?
    Es braucht immer Leuchttürme, wo sich andere orientieren können. SONNENTOR hat es besonders mit der Gemeinwohlidee und der messbaren Nachhaltigkeit geschafft, noch glaubwürdiger und transparenter zu werden. Es gibt bereits viele UnternehmerInnen in Österreich und Deutschland, denen gelebte Nachhaltigkeit wichtig ist, besonders viele JungunternehmerInnen haben diese Systemkrisen erkannt und machen neue Geschäftsmodelle daraus die auf fruchtbaren Boden fallen. Wir sind sehr glücklich, auch in Deutschland und anderen Ländern so erfolgreich arbeiten zu dürfen, auch dort werden unsere Ideen und Lösungsansätze geschätzt und geliebt.

    Ihre Geschäftsphilosophie – in einem Satz dargestellt.
    Leben und leben lassen, um Wertschöpfung mit Wertschätzung langfristig zu ermöglichen.

    Sie haben vor 27 Jahren als „Einzelkämpfer“ begonnen mit drei Bauern, die Ihnen ihre Ware lieferten. Peu-à-peu wurde Ihr Unternehmen größer. Heute haben Sie 180 Landwirte in Ö. unter Vertrag. Wie können Sie gewährleisten, dass bei einer so großen Anzahl an Lieferanten wirklich sämtliche Produkte „Sonnentor-zertifiziert“ sind?
    SONNENTOR ist von der Idee zur Marke geworden. Wir be- und verarbeiten 100% Bio-Qualität und bemühen uns ständig um Verbesserungen und Weiterentwicklungen im Sinne der Glaubwürdigkeit.

    Wenn Sie zurückblicken, was hat sich in Hinblick auf die Lebensmittelindustrie und die Wünsche der Verbraucher verändert?
    Die Lebensmittelindustrie verfolgt 100% den Weg der Rationalisierung und Kosteneffizienz, oft ohne Rücksicht auf Soziales und Ökologie.

    Herr Gutmann, Sie haben eine spezielle Form der Marktwirtschaft entwickelt. Was verstehen Sie unter „Gemeinwohl-Ökonomie“?
    Wir verstehen darunter die messbare Nachhaltigkeit. Dazu gibt es ein Zertifizierungsschema der Gemeinwohlbewegung die auf fünf Säulen beruht und worin alle Auswirkungen des Unternehmens abgebildet sind.

    Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag beim Sonnentor-Chef eigentlich aus?
    Ich darf im Familienkreis mit meiner lieben Frau Edith und unseren drei Kindern frühstücken, bringe unsere ältere Tochter in den Betriebskindergarten, gehe anschließend in die SONNENTOR Zentrale, um alle ständig anfallenden Kleinigkeiten abzuarbeiten. Ich bin vor zwei Jahren aus dem Tagesgeschäft ausgeschieden und darf wieder Spinnen, Strategie hat keinen Platz im Tagesgeschäft. Ich stehe im Kontakt mit unseren Auslandstochterunternehmungen in Tschechien, Rumänien und Albanien. Ich bringe das Mittagessen, das alle unsere MitarbeiterInnen bekommen, auch nach Hause für meine liebe Frau Edith und Valentin und Severin (unsere 10 Monate alten Zwillinge). Lea wird im Kindergarten verköstigt. Anschließend geht es wieder in die Zentrale und um 16.00 Uhr hole ich wieder Lea vom Kindergarten ab, um gemeinsam den Abend mit der Familie zu verbringen. 

    Ringelblumenernte © SONNENTOR Ringelblumenernte © SONNENTOR Die Sonnentor-Produktpalette gelangt inzwischen in über 50 Länder. In den Zentren von großen Metropolen stehen Sonnentor-Geschäfte. Was für Ziele können Sie als erfolgreicher Unternehmer eigentlich noch haben?
    Es gibt so viele Ideen und Möglichkeiten in der Weiterentwicklung. Das nächste Ziel ist die Umsetzung eines eigenen Bio-Bauernhofes im Dorf Sprögnitz entlang der ureigenen Bio-Idee mit geschlossener Kreislaufwirtschaft, Permakultur, Eigenversorgung, Pferdebearbeitung und der Entkoppelung vom agrar-industriellen Weg. Zusätzlich hat Deutschland und Österreich noch ein großes Potenzial an zusätzlichen Franchise-Standorten.    

    In diesem Zusammenhang: Wie stehen Sie zu dem Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika?
    Wir sehen diese Entwicklung äußerst kritisch und haben mit anderen KMUs eine eigene Informationsplattform unter www.kmu-gegen-ttip.com ins Leben gerufen. Uns KMUs wird von der Politik eingeredet, dass wir die großen Gewinner dieses Abkommens sein werden. Auf Grund von belegbaren Auswirkungen von bereits bestehenden internationalen Handelsabkommen wie von NAFTA (Kanada, USA und Mexiko) wo über zwei Millionen Arbeitsplätze speziell in kleinen Strukturen wie Kleingewerbe und Landwirtschaft vernichtet wurden, sehen wir dieses Abkommen sehr kritisch. Wir müssen sehr gewissenhaft abwägen und dann beurteilen, ob das Licht brennt oder nicht. Derzeit tappen wir absolut im DUNKELN!  

    Herr Gutmann, danke für das Gespräch

    Das Gespräch führte Florian Simon Eiler

    Bilder von pixabay- danke

  • Müllfrei leben - Eine Vision sorgt für Aufsehen: Der Verein cradle to cradle

    Müllfrei leben - Eine Vision sorgt für Aufsehen: Der Verein cradle to cradle

    Unsere Patientin Erde braucht Menschen, die sich um sie kümmern. Die Verletzungen sind so mannigfaltig, dass man oft nicht weiß, wo man zuerst ansetzen soll. Krieg, Klimaerwärmung, Vergiftung, Vermüllung und Ressourcenknappheit. Die Liste scheint endlos. Und doch gibt es immer wieder Leute, die anpacken und sich für neue, beispielsweise „grüne“ Ideen begeistern lassen.

    Logo Verein copyright: cradle to cradle e.V.Logo Verein copyright: cradle to cradle e.V.Solch eine Idee ist cradle to cradle (C2C), übersetzt „Von der Wiege zur Wiege“. Ein System, das eine Entmüllung unseres Planeten zum Ziel hat. „Am Ende darf kein Müll entstehen“, erklärt Nora Sophie Griefahn. Sie ist Mitbegründerin und Geschäftsführerin des gemeinnützigen cradle to cradle-Vereins. Sage und schreibe 22 Regionalverbände mit 300 ehrenamtlichen Aktiven tragen den Esprit durch deutsche Lande. „Wir wollen den gesellschaftlichen Diskurs anstoßen“, sagt Griefahn. Und so organisieren die Vereinsmitglieder Veranstaltungen, gehen in Tim Janßen & Nora Sophie Griefahn; copyright cradle to cradle e.V.Tim Janßen & Nora Sophie Griefahn; copyright cradle to cradle e.V.Schulen, in Unis und berichten von den zwei Materialkreisläufen: von einem biologischen und dem weitaus anspruchsvolleren, dem technischen Wiederverwertungsweg. Zurecht. Zweitgenannter gestaltet sich als Mammutaufgabe. Beispiel Automobil: Unzählige Stoffe stecken in einem Pkw, der Kunstfaserbezug des Sitzes, die Elektronik, bis hin zu den verschiedenen Metallschrauben. Ist das Auto schrottreif, werden Unmengen von wertvollen Rohstoffen weggeworfen. Bei C2C sollte das Fortbewegungsmittel der Zukunft aus 100 Prozent recyclebaren Teilen konstruiert sein. Damit bleibt alles im Kreislauf. Nichts geht verloren und Müll gleich Null. Dasselbe Ziel wird im biologischen Kreislauf angestrebt. Jeder Abfall natürlichen Ursprungs wird kompostiert und in die Natur abgegeben, gleich einem funktionierenden Komposthaufen. Das Ergebnis ist eine kräftige Erde, die zur Düngung des Gartenbeetes dienen kann.

    „Wir wollen den Diskurs zwischen Politikern, Wissenschaftlern und der Industrie fördern“, erklärt Tim Janßen, „Cradleianer“ von Anfang an und Wirtschaftswissenschaftler. Zu dem Thema cradle to cradle hat er an der Universität Lüneburg graduiert. Regelmäßig geht er auf den Campus, um C2C publik zu machen. Was auch gut funktioniert. Begeistert berichtet der Hochschuldozent von dem ersten Kongress 2014: „Die Veranstaltung war ein Riesenerfolg mit über 600 Teilnehmern und 80 ehrenamtlichen Helfern.“ Unter dem Motto „verstehen, umdenken und gestalten“ hätte man gespürt, dass das Thema viele bewegt. Ein erstes Highlight für den zwei Jahre zuvor gegründeten Verein.

    AlthandysDass die Entmüllung mitten in unserem hochtechnisierten Leben tatsächlich funktionieren kann, beweisen genügend Beispiele: T-Shirts, die so natürlich gefärbt und verarbeitet sind, dass sie problemlos auf dem Komposthaufen landen können. Bei dem Bau eines der größten Containerschiffe der Reederei „Maersk Line“ wurde jede einzelne Kajüte, der Bolzen, einfach alles, was das 400 Meter lange Schwergewicht zusammenhält, in einem Buch erfasst. Bei einer Abfrackung können somit die Stoffe optimal einer Wiederverwertung zugeführt werden.

    Im eigenen Elfenbeinturm können wir die Welt nicht verändern, steht auf der Homepage des Vereins. Nora Sophie Griefahn geht noch weiter: „Alle sprechen immer davon, dass der Mensch einen negativen Fußabdruck auf dieser Welt hinterlässt. Er wird oft als Parasit dieser Erde bezeichnet.“ Der Verein C2C wolle vermitteln, dass das Individuum Mensch sehr wohl nützlich sein kann. Voraussetzung: Man bestreitet sein Leben mit positiv definierten Materialien, was bedeutet, wenn man sie nicht mehr gebrauchen kann, werden diese an die Rohstoffkreisläufe zurückgegeben, damit wieder etwas Neues entstehen kann.

    Hinter der Idee steckt eine optimistisch, humanistische Grundhaltung, die vor allem von Studentengruppen in die Öffentlichkeit getragen wird.
    Die nächste Aktion: der Kongress in Lüneburg am 31. Oktober 2015.

    Fotos ohne Bildunterschrift von pixabay - big merci

     

    Florian Simon Eiler        

    Vielleicht auch interessant: Gaumenfreuden aus der Tonne - Nahrungsmüllvermeider rütteln mit ihren Ideen an den Gesetzen der Marktwirtschaft

  • Deutsche Umwelthilfe feiert Jubiläum: 40 Jahre im Einsatz für Umwelt und Verbraucher

    Deutsche Umwelthilfe feiert Jubiläum: 40 Jahre im Einsatz für Umwelt und Verbraucher

    Radolfzell/Berlin  - Die Naturschützer Hermut Ruland, Gerhard Thielcke und Rudolf L. Schreiber gründen 1975 mit Weggefährten die DUH - Unterstützt von Nobelpreisträger Konrad Lorenz startet sie in den 80er Jahren die Aktion "Jugend erlebt Natur" und in den 90er Jahren die Initiative "Lebendige Elbe" - Seit 2002 setzt die DUH mit ihrer Kampagne "Kein Diesel ohne Filter" Umweltzonen und Dieselruß-Partikelfilter durch - Weil der Staat vor den Interessen der Wirtschaft kapituliert, baut die DUH die juristische Kontrolle und Durchsetzung von Umweltgesetzen aus

    DUH JubiläumHeute vor 40 Jahren - am 5. August 1975 - entstand in Radolfzell am Bodensee die Deutsche Umwelthilfe (DUH), damals gegründet unter dem vorläufigen Namen "Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Umweltschutzes e.V.". Seit 2004 ist die DUH auch klageberechtigter Verbraucherschutzverband und gehört inzwischen zu den großen Umwelt- und Naturschutzorganisationen in Deutschland. 2015 beschäftigt sie über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an fünf Standorten.

    "Die DUH hat sich innerhalb von vier Jahrzehnten von einer kleinen, regional verankerten Naturschutzorganisation zu einem international angesehenen Vorkämpfer für den Umweltschutz entwickelt. Sie hat den ökologischen Verbraucherschutz etabliert und das Umweltrecht in Deutschland maßgeblich geprägt. Unser Dank gebührt den vielen Unterstützern, die diese Arbeit möglich machen", sagt der Bundesvorsitzende der DUH, Prof. Harald Kächele.

    In ihren Anfangsjahren konzentriert sich die DUH auf den Aufbau einer modernen Umweltbildung als Grundlage für jedes konkrete Handeln und die Finanzierung von Naturschutzprojekten. Diese Unterstützung ist auch 40 Jahre nach ihrer Gründung fester Bestandteil ihrer Arbeit. In der Bodensee-Region um den Gründungsort Radolfzell ist die DUH bis heute stark verankert und mit einer Geschäftsstelle mit knapp 40 Mitarbeitern vertreten. Dort startet sie in den späten 80er Jahren das Bodensee-Umweltschutzprojekt, um eine "nachhaltige Regionalentwicklung" zu initiieren. Später gehen daraus die "Bodensee-Stiftung für Natur und Kultur" sowie die internationale Umweltstiftung "Global Nature Fund" mit dem über 50 Länder umspannenden Seennetzwerk "Living Lakes" hervor. Bereits seit den 80er Jahren in Berlin vertreten, baut die DUH mit dem Regierungsumzug ihre dortige Geschäftsstelle auf heute knapp 40 Mitarbeiter aus. Weitere Büros bestehen in Hannover, Erfurt und Köthen.

    "Die DUH setzt sich für einen modernen Natur- und Umweltschutz ein - mit und nicht gegen den Menschen. Mit unserer Arbeit wollen wir gleichermaßen die Umwelt bewahren und negative Folgen beispielsweise für das Klima oder die Gesundheit verringern", erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch, der sich trotz der vielen Erfolge zunehmend besorgt zeigt, was die aktuelle Entwicklung betrifft. Während sich die DUH früher, wie andere Umweltverbände auch, erfolgreich für eine kontinuierliche Verschärfung der Umweltstandards eingesetzt hat, müsse sie heute immer stärker dafür kämpfen, dass teils zehn Jahre und noch ältere Standards von Industrie oder auch dem Staat eingehalten werden.

    Resch: "Aktuell bekämpfen wir die immer ungenierter ausgespielten Industrieinteressen. Landes- wie Bundesregierungen lassen sich derzeit immer offensichtlicher Gesetze und Verordnungen von der Automobil- und Chemieindustrie formulieren. Die DUH wird diese Verflechtungen weiterhin öffentlich machen und über ihre Klagebefugnis die Einhaltung von Quecksilber-Grenzwerten bei Energiesparlampen genauso durchsetzen wie die Luftqualitäts-Mindestanforderungen für unsere dicht besiedelten Großstädte."

    DUH Protest gegen Coca Cola Plakat gegen die Verbrauchertäuschung (c) DUHSeit über 30 Jahren liegt ein thematischer Schwerpunkt der DUH in der Ressourceneffizienz. Der Schutz regionaler Wirtschaftskreisläufe sowie des weltweit größten Mehrweg-Getränkesystems vor den regelmäßigen Angriffen großer Einwegkonzerne sind dafür prominente Beispiele. Die DUH hat bereits mehrere Angriffe von Coca-Cola auf das Mehrwegsystem über Rechtsverfahren oder Gerichtsentscheidungen zu Fall gebracht. Im vergangenen Monat stoppte die DUH eine besonders dreiste Verbrauchertäuschung im Zusammenhang mit neuen Einweg-Plastikflaschen. Staatliche Behörden wagten es nicht, auch nur wegen eines dieser rechtlich klaren Verstöße ein Verfahren einzuleiten oder gar Bußgelder zu verhängen.

    "Deutschland macht beim ökologischen Verbraucherschutz einen Kniefall vor der Industrie. Nicht einmal europäische Mindeststandards werden eingehalten, wenn beispielsweise Autohersteller Geld sparen, indem sie ihre modernen Diesel-Pkw mit minderwertigen Stickoxid-Katalysatoren ausstatten und unter den Augen der für die Kontrolle zuständigen Behörden von Jahr zu Jahr dreistere Angaben zum Spritverbrauch machen", so Resch.

    Kritik an der Bundesregierung kommt auch von seinem Kollegen im Amt des Bundesgeschäftsführers, Sascha Müller-Kraenner: "Angela Merkel inszeniert sich seit dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau wieder als die Klimakanzlerin, die sie - wenn überhaupt - nur für kurze Zeit gewesen ist. Und zu Hause beugt sie sich - mal wieder - dem Druck der ewig gestrigen Kohlelobby." Dadurch verliere Deutschland international an Glaubwürdigkeit, während es dringend andere energiepolitische Signale für Verbraucher und Investoren, aber auch für andere Länder senden müsse.

    Müller-Kraenner weiter: "Wenn Frau Merkel auf der UN-Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris ernst genommen werden möchte, kann sie nicht weltweit eine Dekarbonisierung ankündigen und bei sich zu Hause die Kohleindustrie hofieren." Er betont, dass Deutschland endlich zum echten Vorbild beim Klimaschutz werden müsse und nicht immer nur davon reden dürfe, diese Rolle auszufüllen. Dies sei insbesondere deshalb von Bedeutung, weil die Energiewende sich langsam vom Planungsstadium in eine Phase der Umsetzung bewege. "Die DUH hilft mit, die praktischen Probleme der Energiewende zu lösen, ob beim Ausbau neuer Stromnetze für die Erneuerbaren Energien oder bei der klimafreundlichen Gebäudesanierung. Wir sorgen dafür, dass die Bürger mitgenommen werden und nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden wird."

    Müller-Kraenner kritisiert, dass sich die Bundesregierung vor allem im Bereich der Gebäudeeffizienz nur mangelhaft engagiert und zu wenig investiert. Und das, obwohl der Gebäudebestand in Deutschland für 40 Prozent des nationalen Energieverbrauchs und für etwa ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich ist. Seiner Auffassung nach droht ausgerechnet im Naturschutz, dem Thema, das den Gründern der Deutschen Umwelthilfe vor 40 Jahren besonders am Herzen lag, die Rückabwicklung des europäischen Naturschutzechtes. Den neuen Deregulierungsbemühungen der Europäischen Kommission, die das europaweite Natura 2000 Netz an schützenswerten Gebieten in Frage stellt, tritt die DUH mit einer koordinierten Massenpetition der europäischen Umweltverbände entgegen.

    "Es kann und darf nicht sein, dass die Bundesregierung tatenlos zusieht, wenn der Naturschutz in der EU aufgeweicht werden soll, während sich mehr als eine halbe Million Menschen lautstark gegen diesen Eingriff in fast dreißig Jahre bestehende Umweltschutzrichtlinien wehren", so Müller-Kraenner abschließend und attestiert der Juncker-Kommission Totalversagen beim Naturschutz. Er fordert erhebliche Verbesserungen bei der Ausweitung der Schutzgebiete in Deutschland und eine größere Wertschätzung der Artenvielfalt, die von der naturzerstörerischen EU-Agrarpolitik bedroht ist.
    Quelle: Text: DUH/Bilder: Pixabay

    Informationen zur Geschichte der DUH finden Sie unter http://www.duh.de/40jahre.html 

  • Glosse zur Unbedenklichkeits- erklärung des Pflanzen- schutzmittels Glyphosat: Die „grüne“ Hitparade

    Glosse zur Unbedenklichkeits- erklärung des Pflanzen- schutzmittels Glyphosat: Die „grüne“ Hitparade

    Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, dass Musik einen ähnlichen Effekt hat wie Sex. Je mehr die Musik gefällt, desto mehr positive Botenstoffe setzt das Gehirn frei. Allein die Vorfreude auf schöne Melodien bewirkt bereits warme Dopaminschübe. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, um den Mitarbeitern im Bundesinstitut für Risikobewertung mal auf eine eher angenehme Weise den „Marsch zu blasen“.
    Selbige haben nämlich für eine Studie, die die Europäische Union über das Pflanzenschutzmittel Glyphosat in Auftrag gegeben hat, einfach Leserbriefe in die Publikation einfließen lassen. Besonders heikel, zehn der vierzehn Briefe stammen allesamt entweder direkt von Mitarbeitern des Herstellers oder aus dem weiteren Umfeld. Erfinder von Glyphosat ist der US-Konzern Monsanto. Zu seinen Errungenschaften gehört auch Agent Orange. Das todbringende Entlaubungsmittel im Vietnamkrieg. Noch heute kommen behinderte Kinder in den kontaminierten Gebieten auf die Welt.

    Also Musik für die mit Statistik gequälten Beamten in Berlin. Vorschlag aus der Redaktion: mal probeweise das Album „The Monsanto Years“ von Neil Young reinziehen. Hier gibt´s neun Songs lang den Jüngern von Monsanto ordentlich eins auf die Mütze. Außerdem wird Glyphosat in rockigen Harmonien erklärt. Wie es wirkt, wie kanzerogen es ist, und noch dazu der Konzern Monsanto die Bauern knebelt.
    Stehen die im Bundesinstitut mehr auf weibliche Stimmen und Country, empfehlen wir die Dixie Chicks. Die haben sich schon einmal mit einem amerikanischen Präsidenten angelegt. Goldkehlchen der besonderen Art, die immer sagen oder vielmehr singen, was sie sich gerade politisch denken. Oder doch eher was Solides? Da können wir Bob Dylan empfehlen. Der durfte aufgrund seiner kritischen Lieder 2010 nicht in China auftreten.

    Tja, als „grüner“ Musikkritiker könnte man TTIP eigentlich etwas abgewinnen?! Sollte das gefürchtete Freihandelsabkommen mit den Amis doch zustande kommen, kriegen wir hoffentlich auch die musikalischen Revoluzzer mitgeliefert. Für irgendetwas muss ja der Ausverkauf gut sein. Wir haben beispielsweise einen Sänger namens Pierre Baigorry. Pierre wer? Besser bekannt als Peter Fox. Dieser fordert die Bürger auf seiner Website auf, sich zur Energiewende zu bekennen und sich nicht von Schwarzmalern von der Einsicht ablenken zu lassen. Demgegenüber stehen die Chicks aus Texas. Bei denen ist schon einmal vorgekommen, dass aufgebrachte Konservative mit einem Bulldozer tausende ihrer Musik-CDs zu Sand gemahlen haben.

    Übrigens: Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Glyphosat für nicht gefährlich eingestuft. Also, es erzeugt tatsächlich keinen Krebs.
    In der amtlichen Bewertung ist wirklich Musik drin, oder?

    Florian Simon Eiler

    Fotos; Big Merci an pixabay 

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