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  • Glosse zum Fahrrad-Boom: Nieder mit den alten Götzen

    Glosse zum Fahrrad-Boom: Nieder mit den alten Götzen

    Heute, am 12.06.17 wir das Fahrrad 200 Jahre. Wir sagen "Happy birthday und feiern den Drahtesel mit einer Glosse. Viel Spaß

    Die “Silver Ager” waren die ersten, die es taten. Sie kauften das Teil und noch viel schlimmer, sie benutzten es auch. Manche lächelten, andere stöhnten dabei. Anfangs wurden sie in unserem Nachbarland noch ein wenig herablassend „Tulpentransporter“ genannt. Bei uns, die wir neben den Niederländern die meisten dieser Gefährte innerhalb der EU besitzen, hat man sich gerne über diese Tatsache ausgeschwiegen. Nach dem Motto: „Was nicht sein darf, darf einfach nicht sein.“
    TulpentransporterBald mehr Fahrräder als Nobelkarossen auf deutschen Straßen
    Doch nun ist der Rubikon überschritten, vielmehr überfahren. Eine Industrie-Revolution erschüttert unsere Republik. Die „silberfarbenen Haarträger im besten Alter“, die agilste Personengruppe mit viel Freizeit und dem dicksten Geldbeutel, hat das Fahrradfahren für sich entdeckt. Mit ihren Citybikes, Crossbikes und E-bikes erobern sie jeden Quadratmeter deutschen Asphalts für sich.

    Das wäre alles halb so schlimm, denn in die Pedale treten ist bekanntermaßen gesund, öko, man kommt hie und da auch schneller voran und ist an der frischen Luft. Die Katastrophe: Parallel mit dieser Entwicklung strampeln sich die Automarken weltweit einen ab. Während in Asien die Kfz-Zulassungen weiter steigen, haben immer mehr Schweden, Spanier und Deutsche ganz anderes im Sinn, als mit ihrer Karre zu protzen..

    Jetzt muss man natürlich wissen, dass vor allem hiesige „Silberfüchse“ diejenigen waren, die ihre alte Karosse gerne mal in Zahlung gaben und sich Jahr für Jahr das neue Modell ihrer Lieblingsmarke orderten. Also Kohle wie am Fließband. Eine fest eingeplante Finanzspritze für die Autobauer. Damit ist nun Schluss, sagen uns seriösen Studien. Konkret: Das Automobil hat als Statusobjekt ausgedient, und was noch viel entsetzlicher ist – bei allen Altersgruppen.

    Bei unseren New Bikern war die Motivation eine Art Eigenerfahrung. Quasi der Giro 'd Italia für Amateure. Quadrizeps und Gluteus Maximus kontrahieren im Sekundentakt und der Fahrtwind flattert einem um die Ohren. So mancher Radler verfällt in Meditation, denkt über sich und seine Symbole des Status nach. Mit dem Muskelkater wächst auch die Reinkarnation zum „Loharianer“. Gestern galt noch: Haus, Yacht, Auto. Heute: Öko-Haus, Windrad und - Bike.

    Schwindelerregende Zuwächse beim Fahrradverkauf
    Dreißig bis vierzig Prozent Zuwachs in der Fahrradindustrie – kein Problem. Im vergangenem Jahr wurden in der BRD über 480.000 e-bikes verkauft.  Im Netz ist die grüne, asphaltfressende Revolte nicht mehr aufzuhalten. Das "Nonplusultra“ in Blogerkreisen: ein Designerrad mit einem Holz- oder Kohlenstoffrahmen von Gary Galego, Mika Amaro oder Schindelhauer. Fahrräder werden verkauft wie warme Semmeln. Inzwischen auch zu Preisen, die jedem Kleinwagen gerecht werden. Das alles klingt nach Kriegserklärung. In Regierungskreisen munkelt man hinter vorgehaltener Hand, dass der seit dem ersten April 2013 in Kraft getretene Bußgeldkatalog für Radfahrer von den Lobbyisten der Autoindustrie geschickt in das Verkehrsministerium eingeschleust wurde.
    Zusätzlich will man weiter an den geräumigen, PS-starken Offroadwagen festhalten und in Sachen Klimaschutz lässt man sich lieber von der ausländischen Konkurrenz überholen. Eine Maßnahme sorgt dann doch bei den “Silver Agern” für neuen Fahrtwind. Inzwischen bauen Audi, BMW und Porsche auch ganz respektable Bikes. Die Automobilverkäufer können ihren Text schon ganz gut: „Kaufen Sie ein Fahrrad, den Wagen legen wir mit drauf!“  

     

    Florian Simon Eiler
    Fotos: Großen Dank an pixabay

    e-bikes bei ichtragenatur.deVielleicht auch interessant: Das E-Bike erobert Europa  oder mehr Glossen aus dem Bereich Nachhaltigkeit.

  • Energiespartipps für den Sommer

    Energiespartipps für den Sommer

    Die Sommerferien stehen vor der Tür, die Temperaturen steigen – Zeit für Urlaub und Erholung. Ob zu Hause, auf Reisen oder beim Sommerfest – die Energiespartipps von co2online für den Sommer zeigen Ihnen, wie Sie nicht nur sich, sondern auch dem Klima etwas Gutes tun.

    Wäsche trocknenSommer-Energiespartipp Nr. 1:
    Wäsche kalt waschen und warm trocknen

    Ihre Wäsche kann dank moderner Kaltwaschmittel auf heißes Wasser verzichten. Das schont nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern auch die Farben. Ein weiterer Energiespartipp im Sommer. Den Trockner können Sie getrost in den Sommerurlaub schicken: Bei warmen Temperaturen auf dem Balkon oder im Garten trocknet Ihre Wäsche besonders im Sommer energiesparend und schnell.
    Lesen Sie hier, wie viel Geld Sie durch diese Energiespartipps sparen können.

    Übrigens: Pro Jahr werden in Deutschland rund sechs Milliarden Kilowattstunden Strom zum Wäschewaschen verbraucht. Eine moderne Waschmaschine benötigt rund 25 Prozent weniger Energie als ein zehn Jahre altes Gerät.

    Sommer-Energiespartipp Nr. 2: Kalt duschen
    Eine kalte Dusche sorgt bei heißen Temperaturen für einen kühlen Kopf. Warum nicht dauerhaft im Sommer kälter oder kalt duschen? So sparen Sie im Sommer Energie für die Erwärmung des Wassers. Kreislauf und Bindegewebe freuen sich ebenfalls.
    Heißer Tipp: Sparduschköpfe mischen Wasser mit Luft und halbieren so den Wasserverbrauch.

    Sommer-Energiespartipp Nr. 3: Rollos anbringen
    Ist es Ihnen in Ihren vier Wänden zu heiß? Rollos vor den Fenstern helfen, die Räume angenehm kühl zu halten ohne ein stromfressendes Klimagerät zu nutzen, während Sie am See liegen.

    Gemüse grillenSommer-Energiespartipp Nr. 4:
    Mehr Gemüse auf dem Grill
    Ob Tofu-Würstchen, gefüllte Auberginen oder Knoblauchkarotten – all diese kreativen Gerichte sind klimafreundlicher als ein Steak und sorgen zudem für Abwechslung auf dem Rost. Denn ein Kilogramm Rindfleisch verursacht so viele Treibhausgase wie 19 Kilogramm Gemüse. Kräuter und Gemüse nehmen Sie natürlich aus der Region, oder am besten vom eigenen Balkon oder Garten: Das spart Kosten und CO2, macht Spaß und sieht schön aus. Tauschen sie noch die Knoblauchbutter gegen Kräuterquark aus, sparen sie auch hier 92 Prozent Emissionen ein.

    Sie brauchen ein Argument für die Auseinandersetzung mit rauchempfindlichen Nachbarn? Holzkohle ist CO2-neutral, ein Elektrogrill hingegen ein Stromfresser. Doch Augen auf beim Kohlekauf: Die FSC- oder Naturland-Siegel garantieren, dass bei der Herstellung ökologische Kriterien beachtet wurden.

    Sommer-Energiespartipp Nr. 5: Stromsparender Kühlschrank
    Auf Bier müssen Sie beim Grillen nicht verzichten: Ein Liter verursacht 460 g CO2, Milch hingegen schlägt mit 950 g zu Buche. Kühlen Sie es außerdem noch in einem energieeffizienten A++-Kühlschrank, sparen Sie im Sommer viel Energie. Alte Kühlschränke sind Stromfresser: Im Vergleich zu einem Standard-Kühlschrank der A-Klasse verbraucht ein A++-Kühlschranks 125 Kilowattstunden weniger pro Jahr. Mit dem KühlCheck erfahren Sie in wenigen Schritten, wie viel Geld Sie beim Geräte-Austausch sparen können. In unserem Dossier finden Sie noch mehr Informationen über den Stromfresser Kühlschrank.

    Kühe auf der WeideSommer-Energiespartipp Nr. 6: Urlaub in Deutschland
    Warum in die Ferne schweifen - Flugreisen sind besonders klimaschädlich und verursachen jede Menge CO2. Am besten, Sie erkunden heimische Naturgebiete! Im Internet finden Sie zahlreiche Anbieter für klimafreundliche Reisen, beispielsweise Urlaub auf dem Biohof in Deutschland.



    Sommer-Energiespartipp Nr. 7: Standby abschalten
    Ob See, Freibad oder Fahrrad-Tour ins Grüne: Schalten Sie alle Geräte aus, wenn Sie den ganzen Tag unterwegs sind und achten Sie darauf, dass die Geräte nicht im Standby-Modus weiter Strom verbrauchen. Mit abschaltbaren Steckerleisten drehen Sie allen Geräten zuverlässig den Strom ab – bequemes Energiesparen im Sommer wie im Winter.

    Doch ganz egal, wo Sie feiern, grillen oder Urlaub machen, in jedem Fall gilt: Nehmen Sie bitte Ihren Müll wieder mit. So wird Ihr Sommer umwelt- und klimafreundlich!
    Quelle: Text: co2online/Bilder: Pixabay

    ReiseLesen Sie dazu: Jeder zweite Deutsche will nachhaltig verreisen

     

  • Deutsche Gewässer zum Baden - top

    Deutsche Gewässer zum Baden - top

    Rund 98 Prozent der Badegewässer in Deutschland erfüllen die Qualitätsanforderungen der EG-Badegewässerrichtlinie. Knapp 91 Prozent wurden sogar mit der besten Note ‚ausgezeichnet‘ bewertet. Dies zeigen die vor kurzem von der EU-Kommission veröffentlichten Daten zur Wasserqualität der Badegewässer 2016.

    Nur fünf deutsche Badegewässer wurden demnach 2016 von der Kommission als mangelhaft bewertet. Damit bleibt die Qualität der deutschen Badegewässer weiterhin gut – auch 2015 wurden ähnliche Ergebnisse gemeldet. In der Badesaison 2016 wurden 2.292 deutsche Badegewässer untersucht, insgesamt wurden 13.500 Wasserproben genommen und ausgewertet. Von den Badegewässern lagen 1.893 an Binnenseen, 367 an der Küste von Nord- und Ostsee und 32 an Flüssen. Die Wasserqualität der meisten Flüsse schwankt, da die Flüsse vor allem nach starken Regenfällen oft massiv verunreinigt und dann nicht mehr zum Baden geeignet sind. Das UBA rät deshalb bei unbekannter Wasserqualität vom Baden in Flüssen ab.

    Schlechte Wasserqualität zum Beispiel durch Einleitung von geklärten Abwässern, bei der auch Krankheitserreger im Wasser auftreten, kann man als Badender nicht „mit bloßem Auge" erkennen. Daher werden regelmäßig Wasserproben genommen und auf zwei Indikatorbakterien für eine fäkale Verschmutzung untersucht: Escherichia coli und intestinale Enterokokken. Die aktuellen Ergebnisse der Untersuchungen können für jedes Badegewässer online auf den Internetseiten der Bundesländer eingesehen werden. Eine Übersicht gibt es unter http://www.uba.de/wasserqualitaet-in-badegewaessern.

    Individuelle Badegewässerprofile werden im Internet und als Aushang am jeweiligen Badegewässer veröffentlicht. Hier gibt es Informationen zu Verschmutzungsquellen (zum Beispiel Abwassereinleitungen) und sonstigen möglichen Gefahren für die Badenden, beispielsweise Cyanobakterien.

    Probleme mit massenhaftem Wachstum von Cyanobakterien erkennt man als sogenannte „Algenblüte“ an einer blaugrünen Trübung des Wassers. Hier gibt es eine einfache Regel, ab wann man in solchem Wasser nicht mehr baden gehen sollte: bis zu den Knien ins Wasser gehen – wenn man seine Füße nicht mehr sieht, sind zu viele Cyanobakterien im Wasser.

    Die EG-Badegewässerrichtlinie
    Die EG-Badegewässerrichtlinie legt fest, wie die Qualität der Badegewässer überprüft wird. Seit der Einführung dieser Überwachung im Jahre 1976 hat sich die Qualität der Badegewässer stark verbessert. So gab es in den 1990er Jahren noch 10 bis 15 Prozent mangelhafte Badegewässer gegenüber nur noch 0,2 Prozent in der Badesaison 2016. Die Ergebnisse der vorangegangenen Badesaison für jedes Badegewässer in Europa können eingesehen werden unter http://www.eea.europa.eu/themes/water/status-and-monitoring/state-of-bathing-water.

    Entgegen der guten Badegewässerqualität ist der ökologische Zustand vieler Flüsse und Bäche in Deutschland weniger gut: Nur rund 26 Prozent der deutschen Seen erreichten 2015 das Prädikat „gut“ oder „sehr gut“ nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie; bei den Flüssen und Bächen waren es nur sieben Prozent – kein einziges der Übergangs- und Küstengewässer an Nord- und Ostsee war 2015 in gutem oder sehr gutem ökologischen Zustand.

    Text: Umweltbundesamt Hauptsitz, Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau, Bilder pixabay:   big merci

    DonauVielleicht auch interessant: Plastikmüll belastet deutsche Flüsse

     

  • Zitronendeo selbst gemacht – und der Sommer kann kommen!

    Zitronendeo selbst gemacht – und der Sommer kann kommen!

    Rezepte zum Herstellen von erfrischenden Deos und weiteren Hautpflegeprodukten von "die umweltberatung", Wien.

    Wien - Die Zutatenlisten herkömmlicher Deos sind lange und enthalten meist Aluminiumsalze, die als krebserregend gelten. Für ein selbstgemachtes Zitronendeo hingegen reichen drei Zutaten: Wasser, Bio-Zitronenschale und Natron. Von schädlichen Inhaltsstoffen keine Spur – ein gutes Gefühl, genau zu wissen was drin ist!

    Zitronendeo Foto: © Monika Kupka "die umweltberatung"Eine Anleitung für selbstgemachtes Deo bietet "die umweltberatung" im Infoblatt „Naturkosmetik selbst gemacht“ auf www.umweltberatung.at/naturkosmetik und im Video „DIY Anleitung Zitronendeo“ (siehe unten).

    Das Lieblingsdeodorant enthält Aluminiumsalze? Dann heißt’ s rasch umsteigen auf gesunde, natürliche Alternativen, denn: „Aluminiumsalze in Deodorants sind in Verruf gekommen: Sie stehen im Verdacht, auf rasierten Achseln aufgetragen Brustkrebs auszulösen. Wer will sich schon diesem Risiko aussetzen? Die Alternative ist, beim Kauf auf die Zutatenliste zu achten oder ein Deo mit wenigen Handgriffen selbst herzustellen“, erklärt Mag.a Sandra Papes, Naturkosmetikexpertin von "die umweltberatung".

    Anleitung für selbst gemachtes Zitronendeo
    Die Zutaten für das DIY-Deo sind 100 ml Wasser, die geriebene Schale einer halben Bio-Zitrone und 1 Teelöffel Natron. Natron ist in der Backabteilung vieler Supermärkte erhältlich. So einfach geht’s:

    • Wasser aufkochen
    • Bio-Zitronenschale im aufgekochten Wasser 15 Minuten ziehen lassen
    • Natron dazugeben
    • in Sprühfläschchen abfüllen


    DIY Anleitung im Video: Zitronen Deo selber machen


    So wirkt das Zitronendeo
    Natron bindet Gerüche und wirkt desinfizierend. Die ätherischen Öle der Zitrone desodorieren, kühlen und straffen die Haut. Das Deo ist im Kühlschrank 1 bis 2 Monate haltbar.

    Worauf achten beim Kauf?
    Wer ein fertiges Deodorant kauft, sollte in der Liste der Inhaltsstoffe auf den Begriff ALUMINUM achten: Er wird für alle Verbindungen mit Aluminium verwendet. Produkte mit Aluminiumverbindungen haben eine schweißhemmende Wirkung, da Aluminium das Zusammenziehen der Hautporen bewirkt und so das Schwitzen verhindern soll.  Sie sollten im Hinblick auf Gesundheit und Umwelt besser im Regal stehen bleiben, da die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge (tolerable weekly intake, TWI) von 1 mg Aluminium je Kilo Körpergewicht bei einmaliger täglicher Verwendung schnell überschritten wird (*). Aluminium wird neben aluminiumhaltiger Kosmetik über Lebensmittel, Lebensmittelverpackungen wie Alufolie, Alu-Grillschalen, Kochgeschirr aus Aluminium, Trinkwasser und Arzneimittel in den menschlichen Körper aufgenommen.
    Quelle: Text: "die umweltberatung"/Bilder: Pixabay

    (*) Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten vom 20. Februar 2015, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

    Weitere Informationen
    "die umweltberatung" bietet im Infoblatt Naturkosmetik selbst gemacht genaue Anleitungen zum Herstellen der eigenen Hautpflegeserie - von Deo, Creme, Haar- und Lippenpflege bis zum Rasierschaum - und gibt einen Überblick über die Gütesiegel für den Kauf fertiger Naturkosmetikprodukte. Das Infoblatt wurde in Kooperation mit der Kräuterpädagogin Gabriela Nedoma erstellt. Kostenloser Download auf www.umweltberatung.at/naturkosmetik.
    Beratung zur ökologischen Körperpflege bei "die umweltberatung", Tel. 01 803 32 32.

     NaturkosmetikMehr Naturkosmetik gibt's hier!

  • Mythen über den Schutz vor UV-Strahlung „Erzähl mir keine Sommer-Märchen“

    Mythen über den Schutz vor UV-Strahlung „Erzähl mir keine Sommer-Märchen“

    Die UV-Strahlung der Sonne gehört nach wie vor zu den Gesundheitsrisiken, die stark unterschätzt werden. Davon zeugen eine Reihe von Mythen und Märchen, die die Wahrnehmung vieler Menschen prägen. „Wie hartnäckig sich bestimmte Bilder und Annahmen festgesetzt haben, lesen wir an den Fragen ab, die Jahr für Jahr zum Start der Sommerferien zum richtigen Schutz vor UV-Strahlung auftauchen“, sagt Ina Stelljes vom Bundesamt für Strahlenschutz.   

    Mythen und Tipps zum Schutz vor UV-Strahlung
    Basiswissen und ein guter Schutz vor UV-Strahlung sind wichtig, wie ein Blick auf die jährlich steigende Zahl der Hautkrebserkrankungen verdeutlicht, die durch UV-Strahlung ausgelöst werden. Alleine in Deutschland verdoppelt sich die Neuerkrankungsrate etwa alle 10 bis 15 Jahre – Tendenz steigend. Dabei ist UV-Schutz einfach – vorausgesetzt, man beachtet einige Grundregeln und sitzt keinem Märchen auf:

    Märchen Nr. 1: Sonnenbrand ist die Vorstufe zu einer goldbraunen Haut
    Falsch. Ein Sonnenbrand hat nichts mit Bräunung zu tun. Die Rötung ist eine akute Hautschädigung, die es zu vermeiden gilt. Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit, sind ein nachgewiesener Risikofaktor für Hautkrebs. Neueste Studien sprechen von einer Erhöhung des Risikos um bis zu 80 Prozent, wer als Jugendlicher fünf oder mehr schwere Sonnenbrände erlitten hat.

    Märchen Nr. 2: Die gesunde, braune Haut
    Falsch. Die Rede von „gesunder“ brauner Haut ist ein Mythos. Die Bräunung der Haut ist nichts anderes als ein Schutzmechanismus, eine Reaktion auf Schäden, die die UV-Strahlung bereits in der Haut bewirkt hat. Die Haut bildet dann den dunklen Farbstoff Melanin, der sich schützend um den Zellkern anordnet.
    UV-Strahlung schädigt bereits in geringer Dosis das Erbgut in den Hautzellen. Wird mehr geschädigt als die zelleigenen Reparaturmechanismen wieder beseitigen können, bleibt der Erbgutschaden bestehen. Bei der Zellteilung wird er an alle weiteren Tochterzellen weiter gegeben – daher der Spruch „Die Haut vergisst nichts.“ So entsteht Hautkrebs.

    Sommer_FüßeMärchen Nr. 3: Solange ich eingecremt bin, bin ich vor Sonnenbrand geschützt
    Falsch. Grundsätzlich ist es bei praller Mittagssonne am besten, der UV-Strahlung aus dem Weg zu gehen. Es wird empfohlen, entweder mittags im Haus zu bleiben (dringend erforderlich ab UV-Index 8) oder im Schatten (erforderlich ab UV-Index 3 bis 7). Über den tagesaktuellen UV-Index informiert das BfS auf seiner Internetseite unter http://www.bfs.de/uv-prognose.
    Ansonsten schützen die richtige Kleidung, das richtige Schuhwerk sowie eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz und eine gute Sonnenbrille. Sonnencreme ist ein Hilfsmittel für die Hautpartien, die ungeschützt bleiben.
    Die Schutzdauer von Sonnencreme ist abhängig vom Hauttyp, dem Lichtschutzfaktor und davon, ob ausreichend Creme verwendet wurde. Personen mit empfindlicher Haut können bei hohen UV-Intensitäten schon etwa nach 10 Minuten einen Sonnenbrand bekommen. Wer Lichtschutzfaktor 20 wählt, muss die 10 Minuten mit 20 multiplizieren und erhält so einen groben Richtwert für die Schutzdauer, in diesem Fall 200 Minuten, das heißt rund 3 Stunden. Die Schutzdauer ist natürlich dann beeinträchtigt, wenn mit der Sonnencreme gespart und nicht regelmäßig nachgecremt wird. Als Faustformel gilt: Ein Erwachsener benötigt pro Eincremen etwa 3 bis 4 Esslöffel voll Sonnencreme für den ganzen Körper.
    Das BfS empfiehlt für Kinder mindestens den Lichtschutzfaktor 30, bei Erwachsenen 20. Nachgecremt werden sollte mindestens alle 2 Stunden. Auch nach dem Baden und dem Abtrocknen ist Nachcremen angesagt. Aber Achtung: Das Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung, es erhält sie nur.

    Märchen Nr. 4: Ausführliches Sonnenbaden ist gut für den Vitamin-D-Haushalt
    Richtig ist, dass die UV-B-Strahlung der Sonne bewirkt, dass sich körpereigenes Vitamin D bildet. Doch dafür sind keine langandauernden Sonnenbäder notwendig. Es reichen maßvolle Aufenthalte in der Sonne, sagen Experten verschiedener Fachrichtungen übereinstimmend. Konkret bedeutet das: Für den körpereigenen Vitamin-D-Haushalt ist es ausreichend, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Sonne auszusetzen, und zwar die Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Letzteres ist dabei immer individuell zu betrachten, je nach Hauttyp und Hautdicke.

    Märchen Nr. 5: Wer Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor benutzt, wird nicht braun
    Falsch. Auch mit Sonnencreme wird die Haut braun, allerdings langsamer, was kein Nachteil ist: So kann sich die Haut besser an die UV-Strahlung gewöhnen.    

    Weitere Informationen:http://www.bfs.de/uv
    Text:Ina Stelljes PB2/ Pressearbeit Bundesamt für Strahlenschutz, Bilder: pixabay,   big merci

    Sommer_UVNewsletterEin toller kostenloser Service: Wochenend´ und Sonnenschein?  UV-Newsletter für jeden

  • Schäumende Perlen nicht vor die Säue werfen

    Schäumende Perlen nicht vor die Säue werfen

    Na, wie sieht´s aus?! Mal Lust auf einen Aperol Spritz? 4 cl Aperol, 2 cl Mineralwasser, 3-4 Eiswürfel und zu guter Letzt 8 cl Prosecco mit einem Schuss Glyphosat. Wie bitte, was?

    Glyphosat gilt als das am häufigsten eingesetzte Herbizid weltweit. Bei fast jedem Lebewesen auf zwei Beinen, im nüchternen oder angetrunkenen Zustand, kann es inzwischen im Urin nachgewiesen werden und es steht im Verdacht, für Krankheiten verantwortlich zu sein, unter anderem Krebs.

    Vor allem den Schweizern mag jetzt spontan der Durst nach dem perlenden Wein vergangen sein. Ihnen sagt man nach, sie seien die heimlichen Weltmeister im Runterkippen von Schaumweinen. Auch nicht zu vergessen, manche gestresste Frauentruppe nach einem Shopping-Marathon in der City.  

    Doch ruhig, Barkeeper! Schüttle noch einmal richtig und dann rein mit dem leuchtend roten Getränk in die Gläser. Noch einmal kurz umrühren und mit einer halben Orangenscheibe garnieren - und prost!

    Im italienischen Prosecco-Konsortium DOC hat man sich nämlich wieder auf die alten Zeiten besonnen. Als die illustre Livia Drusilla, die Gattin von Kaiser Augustus, sich täglich Einen hinter die Krone gekippt hat. Und das war nicht irgendein Gesöff, sondern der Urururopa des heutigen Prosecco. Drusilla, die Durstige, wie sie auch von ihren antiken Freundinnen genannt wurde, erreichte übrigens das biblische Alter von 87. Noch Fragen?

    Proseccoanbaugebiet wird "glyphosatfreie-Zone"
    Jedenfalls scheren sich die in den Provinzen Venetien und Friaul-Julisch Venetien einen Teufel um die Verantwortlichen in Brüssel. In der EU-Hauptstadt ist man sich nicht so sicher, ob das Pflanzenschutzmittel wirklich krank macht. Der Hersteller Monsanto ist dort ein gern gesehener Gast. Hinter vorgehaltener Hand munkelt man sogar, dass er auch immer großzügige Geschenke dabei hat. Ob es bei den geheimen Treffen auch in Zukunft Prosecco geben wird, darf bezweifelt werden. Im deutschen Bayer-Konzern, der den US-Saatgutkonzern zu gern übernehmen möchte, ist der perlende Wein bis auf weiteres gestrichen.

    Ein Glas auf die Glyphosatgegner
    Ich jedenfalls habe schon eine Flasche eingekühlt und werde mir gleich ein Gläschen gönnen. Ich stoße an auf den Präsidenten des Konsortiums, Stefano Zanette, und die Seinen. Sie haben wirlich E… in der Hose. Das überarbeitete Anbauregularium Vademecum Viticolo 2017, das bei der gerade zu Ende gegangenen Vinitaly präsentiert wurde, empfiehlt einen Verzicht auf Pflanzenschutzmittel bereits im laufenden Jahr.

    Ich stoße an auf die Hansestadt Hamburg, aber auch die kleinen Gemeinden, die Glyphosat und ihre Verwandten aus den öffentlichen Gärten und Anlagen streichen.

    Dazu lege ich mir von Neil Young noch die Platte The Monsanto Years auf und lass unsere Brüssel Vertreter gemütlich meinen Buckel runterrutschen. Prost!

     

    Florian Simon Eiler , Bilder pixabay, danke dafür

    LaborMehr über das Pflanzenschutzmittel Glyphosat gibt es hier

 

 

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